Santiago Garcia will jetzt nichts mehr riskieren

Ein Rückschlag ist einer zu viel

+
Santiago Garcia

Bremen - Eigentlich geht’s dem Muskel gut. „Ich habe keine Schmerzen, merke nichts mehr“, sagt Santiago Garcia. Na, prima, dann nix wie los und ab ins Mannschaftstraining! Möchte man meinen. Doch daraus wird nichts. Denn „keine Beschwerden“ ist bei dem Argentinier nicht mit „keine Probleme“ gleichzusetzen.

Garcia gilt nach wie vor als nicht fit, in der Muskulatur seines linken Oberschenkels war bei der bis dato letzten MRT-Untersuchung noch Flüssigkeit zu erkennen gewesen – und solange das der Fall ist, regiert die Vorsicht. „Ich will es ganz langsam angehen. Erst wenn der Muskel perfekt ist, gehe ich wieder auf den Platz.“

Seit mehr als vier Wochen sieht man ihn dort schon nicht mehr. So lange ist es her, dass dem ersten Muskelfaserriss seiner Karriere direkt der zweite folgte. Niemals zuvor habe er in seiner Karriere eine Muskelverletzung gehabt, vielleicht konnte er deshalb nicht einschätzen, wie weit er gehen durfte, meint Garcia: „Ich hatte keine Ahnung, wie der Muskel reagiert.“ Anfang August ereilte ihn deshalb der Rückschlag. „Der Muskel war noch nicht gut genug für die Belastung. Ich habe eine Flanke geschlagen, dabei ist es passiert“, beschreibt der Linksverteidiger sein Pech. Insgesamt fehlt er Werder nun schon sieben Wochen. Und ein Ende der Ausfallzeit kann noch nicht vorhergesagt werden. Immerhin wagt Garcia eine vorsichtige Einschätzung: „Wenn alles gut klappt, kann ich vielleicht noch in dieser Woche raus auf den Platz.“

Das würde leichtes Lauftraining und ein zaghaftes Balltraining bedeuten. Derzeit hält sich der 28-Jährige stundenlang im Kraftraum auf. Freude macht das nicht, gibt Garcia zu, seine Unzufriedenheit ist deutlich spürbar. Er spricht von seiner „schwierigsten Zeit in Bremen“.

Doppelt unglücklich für ihn: Garcia verpasst die Phase, in der sich die Bremer Viererkette neu formieren muss. Auf dem Platz kann er nicht mitarbeiten, aber Garcia sagt, dass er schon viel mit seinen potenziellen Nebenleuten Niklas Moisander und Luca Caldirola („Wir kennen uns ja schon“) gesprochen hat. Zudem ist er bei jeder Teamsitzung und jedem Analysegespräch dabei, um vorbereitet zu sein, wenn es für ihn wieder richtig los geht. Wann immer das sein wird. 

Baumann will mit Garcia verlängern

Das erste Angebot war nichts für ihn. Es kam noch von Thomas Eichin, und Garcia hat es abgelehnt. „Nicht okay“, sei es gewesen, er habe darin nicht die Wertschätzung gefunden, die er sich wünscht, sagte der Argentinier. Seither ist wenig Bewegung in der Sache. Mit Frank Baumann, dem Eichin-Nachfolger als Geschäftsführer Sport, hat es zwar lose Gespräche über den 2017 auslaufenden Vertrag gegeben, aber konkret verhandelt wurde bislang nicht. Garcia sagt, dass er aktuell auch „keine Eile“ habe, die Zukunft zu planen. Logisch, als derzeit verletzter Spieler wäre er in einer schlechten Position. „Ich kann zur Not auch bis zum Saisonende warten“, sagt der 28-Jährige sogar, doch das ist weniger die Wahrheit als vielmehr der Versuch, sich nicht in ein Zeitkorsett quetschen zu lassen. Garcia erwartet schon, dass es zeitnah weitergeht: „Wenn ich wieder spiele, werde ich von Frank sicher was hören.“

Frank Baumann ist grundsätzlich bereit, Garcias Vertrag zu verlängern. Wenn der Linksverteidiger fit sei, „ist er ein sehr wichtiger Spieler für uns, fast schon eine Integrationsfigur, weil er bei den Fans sehr beliebt ist“, erklärt der Sportchef und verspricht die baldige Fortsetzung der Vertragsgespräche: „Wegen Santis Verletzung ist es ein bisschen aufgeschoben, aber nicht aufgehoben.“
csa

Mehr zum Thema:

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Bayern nach Leipzig-Patzer wieder vorn

Riesenjubel in Grün-Weiß

Riesenjubel in Grün-Weiß

DHB-Frauen starten mit Sieg in EM-Hauptrunde

DHB-Frauen starten mit Sieg in EM-Hauptrunde

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Weihnachtsmarkt in Sankt Hülfe/Heede

Meistgelesene Artikel

Die Aufstellung: So könnte Werder gegen Hertha BSC spielen

Die Aufstellung: So könnte Werder gegen Hertha BSC spielen

Keine Touristen-Tour

Keine Touristen-Tour

Werder taucht bei "Football Leaks" auf: Zahlung ins Steuerparadies

Werder taucht bei "Football Leaks" auf: Zahlung ins Steuerparadies

Claudio Pizarro: Erstes Saison-Tor beim Debüt-Gegner?

Claudio Pizarro: Erstes Saison-Tor beim Debüt-Gegner?

Kommentare