Santiago Garcia staunt über seinen Vorlagen-Lauf – und freut sich über seinen Körper

„Das ist nicht normal für mich“

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Santiago Garcia kann sich vorstellen, noch lange in Bremen zu bleiben – bei Vertragsgesprächen hat der Argentinier aber keine Eile.

Bremen - Beim Basketball würde man sagen: Er ist „on fire“, also richtig gut drauf und nicht zu stoppen. Im Fall von Santiago Garcia geht es aber nicht um Körbe oder – auf den Fußball übertragen – um Tore. Sondern um Vorlagen.

Zwei Treffer hat er beim 3:1 in Mainz aufgelegt, eines beim 2:1 in Augsburg. Und darüber staunt er selbst. „Es klappt irgendwie besser. Ich bin natürlich glücklich, aber das ist nicht normal für mich“, sagt der Argentinier und grinst. Weil er auch noch defensiv überzeugt, ist der Linksverteidiger für Werder in dieser Form Gold wert.

„Ich hoffe, dass es so weitergeht – mit vielen Assists“, sagt Garcia, der es in den kommenden Tagen jedoch erst mal etwas ruhiger angehen lassen wird. Seine linke Wade, in der er einen Muskelfaserriss erlitten und deswegen das Dortmund-Spiel verpasst hatte, meldete sich in Augsburg wieder. „In den letzten zehn Minuten ist sie ein bisschen fest geworden“, berichtet der 27-Jährige. In der Länderspielpause setzt er nun mit dem Training aus, arbeitet stattdessen individuell mit einem Physiotherapeuten. „Ich bin lieber ein bisschen vorsichtig“, erklärt Garcia: „Nächste Woche Montag will ich dann aber wieder mit der Mannschaft auf dem Platz stehen.“

Dann will er da anknüpfen, wo er aufgehört hat. Gegentore verhindern, Tore vorbereiten, die linke Seite mit unbändiger Leidenschaft von vorne bis hinten beackern. Bisher ist ihm das in dieser Saison ziemlich gut gelungen. Nach über fünf Monaten Verletzungspause wegen Patellasehnenproblemen und anschließend einem Knochenödem am rechten Knie gab Garcia erst am dritten Spieltag gegen Gladbach (2:1) sein Comeback. Inzwischen sind es neun Einsätze in der Bundesliga – und die Bilanz ist stark. Die Zweikampf- und Passquoten sind momentan die besten, die er in seinen zweieinhalb Jahren als Bremer vorzuweisen hat (siehe Übersicht). Er hat, obwohl es nicht intensiver trainiert wird, schon genauso viele Tore vorbereitet wie in der kompletten Vorsaison. In Mainz bediente er mustergültig Anthony Ujah, in Augsburg Claudio Pizarro. Er spreche mit den Stürmern darüber, wohin sie die Bälle haben wollen, sagt Garcia. Pizarro möge die Pässe oder Flanken zum Beispiel „am liebsten in den Fuß“. Und Garcia liefert fleißig. Inzwischen sind es 15 Torschussvorlagen – wie im ersten Werder-Jahr, damals allerdings in 22 Einsätzen.

Erleben die Bremer also gerade den besten „Santi“ Garcia? Der Argentinier winkt ab und sagt. „Ja, ja, ja, ich bin zufrieden, klar. Aber den besten Garcia? Das würde ich nicht sagen. Ich habe jetzt mehr Erfahrung in der Bundesliga, kenne die Gegner besser und fühle mich einfach sicherer.“ Und körperlich besser, was bei dem verletzungsanfälligen Südamerikaner enorm wichtig ist. „Mir geht es gut, ich kann ohne Probleme 90 Minuten spielen. Ich freue mich über meinen Körper.“

Und Werder freut sich über Garcia. So sehr sogar, dass Sportchef Thomas Eichin den bis 2017 laufenden Vertrag gerne vorzeitig verlängern möchte und in der „Bild“ bereits Gespräche angekündigt hat. „Ich mag diesen Spielertypen. Er ist durch seine Einstellung ein bisschen das Herz unserer Mannschaft. Und für mich ist er einer der besten Linksverteidiger der Bundesliga“, sagte Eichin. Gar cia freut sich über die warmen Worte („Ich bin glücklich, dass er so denkt“) und kann sich eine langfristige Zukunft in Bremen auch durchaus vorstellen: „Ich fühle mich sehr wohl hier.“ Eile sei bei den Vertragsgesprächen jedoch nicht geboten: „Dafür ist doch noch so viel Zeit.“

Garcia konzentriert sich erst mal darauf, seine guten Leistungen zu bestätigen – und darauf, eine Sperre zu vermeiden. In Augsburg hat er bereits nach elf Minuten für ein hartes Einsteigen gegen Raul Bobadilla („Ein dummes Foul von mir“) die Gelbe Karte gesehen – es war seine vierte. Wird er beim nächsten Spiel in Wolfsburg erneut verwarnt, ist er gesperrt und verpasst das Nordderby gegen den Hamburger SV. „Ich weiß“, sagt Garcia, „dass ich ein bisschen vorsichtig sein muss.“

mr

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