Werders neuer Fußball mit neuen Spielern / Vestergaard und Öztunali vor Debüt

Runderneuert in die Rückrunde

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Es ging ordentlich zur Sache gestern im Training: Izet Hajrovic (rechts) versucht hier Jannik Vestergaard zu bremsen – im Hintergrund beobachtet Trainer Viktor Skripnik ganz genau, wie sich der Neuzugang aus Hoffenheim schlägt.

Bremen - Sechs Wochen Winterpause sind rum, morgen rollt auch im Bremer Weserstadion wieder der Ball. Endlich – findet Werder-Trainer Viktor Skripnik. „Anderthalb Monate ohne Wettbewerb, das ist schon ein bisschen langweilig“, meint der 45-Jährige. Mit dem Heimspiel gegen Hertha BSC (15.30 Uhr) startet der Tabellen-16. in die Bundesliga-Rückrunde und den knallharten Abstiegskampf. Skripnik, dessen Startelf schon bis auf eine Position steht, kann es kaum noch erwarten: „Jetzt kitzelt es langsam wieder. Alle spüren das, alle sind heiß.“

Auch Sportchef Thomas Eichin merkt bereits „Vorfreude und Anspannung“. Und der 48-Jährige ist optimistisch, dass Werder im richtungsweisenden Duell gegen die nur einen Punkt besseren Berliner (18:17) gleich ein verheißungsvoller und vor allem erfolgreicher Start gelingt: „Wir haben in der Vorbereitung einen guten Job erledigt, die Mannschaft macht einen sehr guten Eindruck.“

In den vergangenen Wochen hatte Skripnik (löste am 25. Oktober Robin Dutt als Chefcoach ab) erstmals die Möglichkeit, über eine längere Zeit ohne den Spielstress mit der Mannschaft zu arbeiten, das Team nach seinen Vorstellungen zu formen. Und Skripniks Handschrift soll sich deutlich von der seines Vorgängers unterscheiden. Er will künftig ein mutigeres, aktiveres Werder sehen. „Wir wollen die Spielkultur ein bisschen ändern, wollen mehr Ballbesitz haben und spielerische Lösungen finden. Und wir wollen den Gegner noch mehr zu Fehlern zwingen“, erklärt Skripnik. Am neuen Bremer Stil hat der Ukrainer mit seinem Team intensiv gearbeitet. „Riesenkompliment an die Mannschaft – wie sie versucht, all das umzusetzen. Wir haben in den Tests viele Tore gemacht, nicht nur nach Standards oder durch Geschenke des Gegners. Das macht mir Mut“, sagt Skripnik, der einige von den „klaren Fortschritten“ morgen gegen Hertha sehen möchte: „Wir wollen den Fans begeisternden Fußball bieten.“

Bei allem Lob für die Mannschaft und deren Entwicklung vergisst der Bremer Trainer aber nicht die alten Schwächen, die seine Spieler noch immer nicht abgestellt haben. Im Defensivverhalten machte Werder auch in den fünf Winter-Testspielen, von denen immerhin vier gewonnen wurden, einige erschreckende Fehler. „Wir kassieren zu viele Gegentore und müssen unser Spiel gegen den Ball verbessern“, fordert Skripnik.

Einer, der genau dafür sorgen soll, ist Jannik Vestergaard (22). Der neue 1,99-Meter-Hüne aus Hoffenheim ist „vielleicht der Typ, der uns fehlte“, meint Skripnik und fügt an: „Er wird uns helfen.“ Wahrscheinlich sogar schon morgen – und das trotz erst vier Tagen Training und wenig Spielpraxis bei seinem Ex-Club gleich in der Anfangself. „Natürlich ist er ein Kandidat für die Startformation. Er soll hier nicht nur trainieren, sondern uns verbessern. Genau so einen haben wir gesucht, er macht einen sehr positiven Eindruck“, schwärmt Skripnik über den Dänen Vestergaard, der morgen mit dem Spanier Alejandro Galvez das Innenverteidiger-Duo bilden dürfte. Durchaus ein Risiko, schließlich sind die beiden als Abwehr-Pärchen überhaupt nicht eingespielt. „Das muss aber nicht heißen, dass deshalb die Abstimmung nicht passt. Jannik ist aggressiv, hat Lust und bringt einen guten Touch mit“, meint Galvez: „Wenn er spielt, helfen wir ihm.“

Gute Chancen, von Beginn an dabei zu sein, hat neben Vestergaard noch ein weiterer Neuzugang: Levin Öztunali. Von Uwe Seelers Enkel ist der Bremer Coach ebenfalls total begeistert. „Er läuft am meisten, hat perfekte Werte. Levin tut alles dafür, um ein guter Spieler zu werden. Wir sind hoch zufrieden mit ihm“, betont Skripnik, den auch Öztunalis Reife beeindruckt: „Er ist 18 Jahre alt – und du denkst, er ist 24.“ Wenn der neue Mann aus Leverkusen spielt, dann vermutlich neben Franco Di Santo im Sturm. In diesem Fall müsste Davie Selke auf die Bank. Die Entscheidung zwischen diesen zwei Jungstars – das ist wohl die eine, die Skripnik bis morgen Nachmittag noch treffen muss. Er selbst sagt: „Eine Position ist noch offen. Da stehen die Chancen 50:50, da entscheidet auch die Tagesform.“ Die übrigen zehn Plätze im Team sind dagegen bereits vergeben.

mr

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