Rüder HSV? „Dann gehen wir umso härter ran“ / Zinnbauer fordert Pfiffe gegen Werder

„Rücktrittsdrohung“ vor dem Derby

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Im Nordderby geht es immer zur Sache – wie dieser Zweikampf zwischen Sebastian Prödl (unten) und Pierre-Michel Lasogga beweist.

Bremen - Neun Gelbe Karten, 50 Fouls – im bis dato letzten Heimspiel des Hamburger SV wurden Negativ-Maßstäbe gesetzt. So rüde wie beim 1:0 über Bayer Leverkusen ging es in dieser Saison in keinem anderen Bundesliga-Spiel zu. Frage: Ist das die Art, wie sich der HSV aus dem Tabellenkeller befreien will? Wenn ja, dann kommt am Sonntag im 101. Bundesliga-Nordderby einiges auf Werder Bremen zu. „Wenn es hart wird“, sagt Mittelfeldmann Felix Kroos, „werden wir uns zu wehren wissen.“

Das klingt nach einer „Rücktrittsdrohung“ vor dem Derby - und auch Werder-Verteidiger Alejandro Galvez macht klar, dass Werder auf eine möglicherweise rüde Gangart des Gegners vorbereitet ist. „Wenn der HSV hart reingeht, gehen wir umso härter ran“, verkündet der Spanier: „Wir lassen uns den Schneid nicht abkaufen.“

Fouls als Mittel, um erfolgreich zu sein – diese Taktik hatte Leverkusens Trainer Roger Schmidt dem HSV nach dessen 1:0 über seine Werkself vorgeworfen: „Am Ende der ersten Hälfte war es mehr Treibjagd als Fußball. Wie Hamburg hier spielen wollte, war von der ersten Sekunde an klar zu sehen. In den ersten fünf Minuten waren schon Fouls dabei, die überaus aggressiv waren.“ Ein Vorwurf, den sich HSV-Profi Marcell Jansen nicht gefallen ließ. „Wenn es Tätlichkeiten gab, dann von der anderen Seite“, konterte er.

Am Ende hatte der HSV 27 Mal gefoult (Saisonrekord) und sechs der neun Gelben Karten kassiert (ebenfalls Saisonrekord). Auch in der Gesamtstatistik der Gelben Karten stehen die Hamburger mit 28 an der Spitze der Liga. Werder hat bislang 23 Mal „Gelb“ gesehen, belegt in der Statistik Platz sieben.

Anzunehmen und zu befürchten ist, dass beide Parteien ihre Werte im Nordderby weiter steigern. Zumal die ohnehin schon große sportliche Brisanz durch die prekäre Tabellensituation – Werder ist Dritt-, der HSV Vorletzter – nochmal gesteigert wird. Dass da auf dem Platz die Fetzen fliegen, ist für Felix Kroos absolut sicher: „Natürlich werden wir einstecken müssen. Es hat aber niemand etwas dagegen, mal auszuteilen.“

Wichtig ist aber, dass sich die zu erwartende Aggressivität nicht auf die Fans überträgt. Während Werder-Coach Viktor Skripnik im Vorfeld mäßigende Worte findet („Das Spiel ist kein Krieg, keine Schlägerei“), betreibt sein Gegenüber Joe Zinnbauer ganz offen Stimmungsmache gegen Werder. „Jede Anfeuerung für uns und jeder Pfiff gegen den Gegner ist eine zusätzliche Motivation für uns“, sagte er gestern. Und der Club fordert in einer Kampgane das „lauteste Nordderby aller Zeiten“.

Eine Aufforderung zum Auspfeifen – das ist nicht unbedingt die feine Art, prallt an Felix Kroos aber ab. „Was da aus Hamburg kommt, nehme ich nicht ganz so wichtig“, meinte der 23-Jährige, der Werder am Sonntag ohnehin fußballerisch im Vorteil sieht. Obwohl der HSV vor der Saison knapp 27 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben hat und Werder nur 1,6 Millionen, „sind wir die bessere Mannschaft, wenn wir unseren Plan durchziehen. Da muss ich auch keine großen Sprüche klopfen, das ist einfach so. Der HSV hat zwar gute Einzelspieler geholt, aber als Team sind wir von der Anlage her weiter“, tönt Kroos und sagt, was nicht körperlich, sondern mit Blick auf die Tabelle sportlich gemeint ist: „Wir können dem HSV richtig weh tun.“ Mit einem Sieg würde Werder den Vorsprung auf den Rivalen auf vier Zähler ausbauen und Kontakt zum Tabellenmittelfeld knüpfen.

csa

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