1:2 in Wolfsburg! Heute Letzter? Oder hilft Schaaf?

Rotlicht-Gefahr bei Werder

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Frustrierter Werder-Profis: Das Warten auf den ersten Saisonsieg in der Bundesliga geht weiter.

Aus Wolfsburg berichtet Carsten Sander. Knipst ausgerechnet der Hamburger SV heute in Bremen das Rotlicht an? Weil der SV Werder gestern mit dem 1:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg am Ende einer desaströsen Englischen Woche die dritte Niederlage in Folge kassierte, droht nun der Sturz ans Tabellenende.

17. sind die Bremer schon – sollte der HSV am Nachmittag gegen Eintracht Frankfurt und Ex-Werder-Coach Thomas Schaaf drei Punkte holen, wäre Werder Letzter. Aber ob 17. oder 18. – die Situation ist auch so schon dramatisch genug. Nach sechs Partien warten die Bremer immer noch auf den ersten Sieg. Gestern fruchteten auch die vier personellen Veränderungen in der Startelf nicht. Trainer Robin Dutt, der langsam Ergebnisse liefern muss, wenn er nicht um seinen Job fürchten will, ersetzte den erkrankten Eljero Elia wie erwartet durch Izet Hajrovic. Der genesene Sebastian Prödl übernahm von Luca Caldirola wieder die Position in der Innenverteidigung. Und auf zwei Positionen ließ Dutt rotieren: Cedrick Makiadi verdrängte im defensiven Mittelfeld den beim 0;3 gegen Schalke 04 am Dienstag schwachen Neuzugang Alejandro Galvez, im Angriff bekam derweil Nils Petersen den Vorzug vor Davie Selke.

Doch die letztlich bedeutsamste Personalie war diese: Nicht Kapitän Clemens Fritz verteidigte rechts, sondern Nachwuchshoffnung Marnon Busch. Möglicherweise war es eine Entscheidung für die Jugend, möglicherweise aber auch dem Umstand geschuldet, dass Fritz nach Magen-Darm-Infekt noch geschwächt war. Wie auch immer – Fakt war: Marnon Busch gehörte in der ersten Halbzeit die Hauptrolle in dem Duell zweier Fehlstarter. Wobei das Drehbuch des Spiels eine emotionale Achterbahnfahrt für den 19-Jährigen vorgesehen hatte. Es begann mit einem Ab: Nach einem ins Halbfeld zurückgespielten Eckball wusste Busch nicht, was er tun sollte – und wollte es mit einem Distanzschuss versuchen. Keine gute Idee, denn Aaron Hunt spritzte dazwischen, blockte den Ball – ab ging der Wolfsburger Konter.

Hauptrolle für Busch

Kevin De Bruyne passte auf Ricardo Rodriguez, der zum 1:0 traf. Ein Gegentor nach einer völlig unausgegorenen Eckballvariante – peinlich für Werder. Zumal Hajrovic aus Gründen, die sicher nur er kennt, auf die Verfolgung von Rodriguez verzichtet hatte. Hunt, auch das sei erwähnt, verzichtete im ersten Spiel gegen seinen Ex-Club darauf, den Treffer zu bejubeln. Werder in Rückstand – nichts Neues in dieser Saison für die Bremer. Viel fehlte zudem nicht und es hätte 2:0 für den VfL Wolfsburg mit seinen drei Ex-Bremern Hunt, De Bruyne und Naldo gestanden. Doch Junuzovic rettete nach einem von Busch unnötig verschuldeten Eckball auf der Linie gegen Luiz Gustavo (24.), und Assani Lukimya klärte im letzten Moment vor Sebastian Jung (31.). Glück für Werder, das nach dem Rückschlag gegen Schalke einen Zwei-Tore-Rückstand wohl nicht verkraftet hätte.

Wenig später durften die Bremer nach zuvor zwei Niederlagen in Serie sogar von einem Punktgewinn träumen. Dank Marnon Busch. Nach Flanke Di Santo, Kopfballverlängerung Petersen und Ablage von Fin Bartels drosch er einfach mal drauf. Durch die Beine von Rodriguez zischte der Ball ins Tor – für Busch war es im fünften Bundesliga-Spiel der erste Treffer. Und für Werder ein Hoffnungsschimmer. Der legte zu Beginn der zweiten Halbzeit sogar noch an Strahlkraft zu. Die Gäste besaßen die ersten Chancen, sowohl Petersen mit einem Schüsschen als auch Hajrovic mit einem überhasteten Abschluss vergaben jedoch. Dass ein derlei großzügiger Umgang mit (Groß-)Chancen fatal ist, haben die Bremer schon in den Partien vorher erfahren. Nach Flanke von Vieirinha traf der völlig freistehende Ivica Olic per Kopf zum 2:1 (56.). Busch hatte ihn aus den Augen gelassen, war aber auch von den Kollegen im Stich gelassen worden.

Es war im sechsten Spiel bereits Gegentor Nummer 15 für das Team von Coach Robin Dutt, der in den drei Tagen zwischen Schalke und Wolfsburg keine Lösungen für die beiden grundlegenden Bremer Probleme gefunden hat. Tore verhindern, Tore schießen – Werder beherrscht beides nur völlig unzureichend. Naldo (per Kopfball/59.) und Hunt (per Hacke/68.) hätten das Ergebnis für Wolfsburg noch deutlicher gestalten können. Auf der anderen Seite vergab Di Santo in aussichtsreicher Position (65.) und Sebastian Prödl scheiterte mit einem Schuss aus der Drehung (71.).

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