Nach schwerem Start bei Werder

Der zielstrebige Zauberer: Romano Schmid ist beim SV Werder Bremen angekommen – aber lange noch nicht zufrieden

Bremen – Romano Schmid kennt sie mittlerweile, die Sprüche der Mitspieler, ihre Frotzeleien und skeptischen Blicke – schließlich erntet er sie seit Jahren jedes Mal, wann immer er zu einem anderen Verein wechselt. Auch bei Werder Bremen war das nicht anders, nachdem die neuen Kollegen im Training etwas genauer hingesehen und dieses Wort auf Schmids rechtem Schuh gelesen hatten. „Zauberer“ steht dort geschrieben. Gelbe Buchstaben auf blauem Grund, auf den ersten Blick leicht zu übersehen, als Statement deshalb aber nicht weniger aussagekräftig: Hier kommt einer, der weiß, was er kann.

„Jedes Mal, wenn ich in ein neues Team komme, wird zuerst darüber gesprochen“, schmunzelt Schmid, den ein Jugendtrainer einst mal als Zauberer bezeichnet hat. Seitdem trägt er das Wort auf dem Fuß, wohlwissend, dass damit eine gewisse Fallhöhe verbunden ist, denn, so ehrlich muss man sein: Richtig gezaubert hat Romano Schmid noch nicht, seit er im Sommer zu Werder Bremen kam. Die Auftritte des 20-Jährigen in den vergangenen Wochen und Monaten haben aber nach und nach einen Vorgeschmack darauf gegeben, dass dieser Mann für die Bremer noch ganz wichtig werden kann.

Werder Bremen: Romano Schmid hat seit Dezember immer gespielt

16 Einsätze verzeichnet der Österreicher bisher in seiner ersten Bundesliga-Saison, zehnmal stand er dabei in der Startelf, sechs Mal wurde er eingewechselt – gespielt hat er seit dem zehnten Spieltag Anfang Dezember immer. Als Stammkraft sieht sich Schmid deshalb aber noch nicht. „Nein, das würde ich nicht sagen“, erklärt er. Immer einen Schritt nach dem anderen, bloß nicht übermütig werden, so handhabt es Schmid, der nach seinem schweren Start bei Werder Bremen nun froh darüber ist, in der Bundesliga angekommen zu sein. Drei Torvorlagen stehen bereits auf dem Konto des Grazers, der erste eigene Treffer lässt allerdings noch auf sich warten. „Ich mache mir da keinen großen Druck“, versichert Schmid, geht mit der Torlosigkeit aber durchaus selbstkritisch um: „Fakt ist, dass ich mehr aufs Tor schießen muss. Da muss ich mich steigern und noch öfter meinen Mut zusammennehmen.“ Gelingt das, könnte es dem Offensivspieler auch die nötige Aufmerksamkeit verschaffen, die ihm bei Österreichs A-Nationaltrainer Franco Foda bisher fehlt.

Romano Schmid sieht Werder Bremen noch lange nicht am Ziel

Für die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Schottland, die Färöer und Dänemark ist Schmid nur auf Abruf nominiert – und aus seiner Enttäuschung darüber macht er keinen Hehl. „Im Kader stehen 43 Mann, und ich bin nur auf Abruf dabei. Da muss ich schon ehrlich sagen, dass ich enttäuscht bin“, betont Schmid, der nicht weiß, warum es für ihn trotz überwiegend guter Auftritte bei Werder wieder nicht zur erstmaligen Nominierung gereicht hat: „Mit mir hat keiner gesprochen.“ Auf Länderspielreise wird er aber trotzdem gehen. Romano Schmid ist für die U21-Testspiele gegen Saudi-Arabien und Polen nominiert, die in Spanien ausgetragen werden. Für die U21-Europameisterschaft hat sich Österreich nicht qualifiziert. Sportlich bedeutsam geht es für den 20-Jährigen in dieser Saison also nur bei Werder Bremen zu – und da sieht er seine Mannschaft noch lange nicht am Ziel.

Werder Bremen empfängt am Samstag den VfL Wolfsburg

„Wir können alle die Tabelle lesen, und da sieht man ja, dass wir noch nicht durch sind“, sagt Schmid, der mit Werder Bremen neun Spieltage vor Schluss neun Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz aufweist, am Samstag aber schon die nächste richtig schwere Aufgabe vor der Brust hat: Der Tabellendritte VfL Wolfsburg gastiert in Bremen. Für Schmid wird es das Wiedersehen mit Landsmann Xaver Schlager, mit dem er einst bei RB Salzburg gemeinsam unter Vertrag stand. „Ich freue mich, ihn zu treffen. Er ist ein super Typ und Fußballer“, sagt der Werder-Profi, der gute Chancen hat, Schlager dieses Mal auch auf dem Platz begegnen zu können. Während der 3:5-Niederlage im Hinspiel hatte Schmid am neunten Spieltag 90 Minuten lang auf der Bank gesessen – zum letzten Mal, ehe er in der Folge immer Einsatzzeit bekam. „Jetzt bin ich drin in der Mannschaft und werde alles geben, damit es auch so bleibt“, sagt er.

Positiver Nebeneffekt: Über das Wort „Zauberer“ auf Schmids rechtem Schuh machen die Kollegen mittlerweile schon deutlich weniger Scherze, was dem Mann mit der Rückennummer 20 aber gar nicht so wichtig ist. Er sagt: „Das juckt mich nicht. Ich ziehe mein Ding durch und werde das auch nicht ändern.“ Ziemlich zielstrebig, dieser Zauberer... (dco) Auch interessant: So seht Ihr das Bundesliga-Spiel Werder Bremen gegen VfL Wolfsburg live im TV und im Live-Stream.

Rubriklistenbild: © Andreas Gumz

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