DeichBlick-Kolumne von Rollo Fuhrmann

Hinterm Horizont geht’s auch für Werder weiter – aber wie und wann?

Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen schreiben über den SV Werder Bremen.
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Der Kolumnisten-Kreis der DeichStube: Klaus Allofs, Rolf Fuhrmann, Sebastian Prödl, Thomas Schaaf und Nils Petersen schreiben über den SV Werder Bremen.

Von Rolf „Rollo“ Fuhrmann - Hallo hallo! Noch nie war für mich der Fußball so weit weg wie jetzt. Ein Twitterer witzelte vor ein paar Tagen: „Weiß noch jemand, wer Tabellenführer ist?“ Ja klar wissen wir, wer es ist. Aber interessiert das zurzeit irgendwen? Also die Bundesligatabelle? Nein! Die Infizierungstabelle in Deutschland, Europa und der Welt ist das Maß aller Meldungen. Corona war mal nur ein Bier und ist jetzt ein Virus, das alles und jeden in Beschlag nimmt.

Hat irgendjemand auch nur einen anderen Gedanken als die Sorge, ob und wie man gesund bleibt? Wie verhalte ich mich in Zeiten der Coronavirus-Pandemie? Wie geht es meiner Familie, meinen Freunden? Was mache ich zuhause? Muss ich ins Büro oder ins Home-Office? Und wann ist das alles bloß vorbei? Keiner wird momentan diese letzte Frage beantworten können. Diskussionen darüber sind müßig und sorgen kaum für Sicherheit und Hoffnung. Wir alle müssen das auch einfach mal aushalten. #stayathome ist der Hashtag der Stunde und natürlich #abstandhalten.

Rollo Fuhrmann: Wie geht es mit Werder Bremen in der Coronavirus-Krise weiter?

Dem Fußball – und damit auch Werder Bremen – bleibt nichts anderes, als „auf Sicht“ zu fahren. Mit dem Beschluss, die Bundesliga bis zum 30. April auszusetzen, kann es nicht getan sein. Und die Hoffnung, die Saison noch im Mai oder Juni abschließen zu können, ist auch nicht mehr als ein frommer Wunsch. Worüber sollte man jetzt nachdenken, wenn nichts anderes als ein Saisonabbruch möglich sein wird? Gesetzt den Fall, dass man überhaupt noch in diesem Jahr wird spielen können.

Ich hoffe sehr darauf, aber natürlich erst, wenn die Coronavirus-Pandemie im Griff ist und man gefahrlos ins Leben zurückkehren kann. Sollte die aktuelle Saison tatsächlich abgebrochen werden müssen, wäre mein Vorschlag für die Bundesliga: keine Absteiger, vier Aufsteiger, also eine Aufstockung auf 22 Clubs. In der nächsten Saison gäbe es vier Absteiger und nur zwei Aufsteiger, somit eine 20er-Liga. Analog dazu würde in der Zweiten und Dritten Liga verfahren werden. Klar, das wären 42 Spieltage, ich denke aber, dass das machbar ist. Und: Kein Meister, aber die aktuelle Tabelle als Maßstab für die internationalen Wettbewerbe nehmen, falls die überhaupt ausgetragen werden.

Rollo Fuhrmann und sein Coronavirus-Plan für Werder Bremen

Wirtschaftlich könnten die Rechteinhaber den jetzigen Verlust, falls sie planmäßig zahlen, mit den zusätzlichen Spielen der aufgestockten Ligen auffangen. Und ja, das will ich als Hamburger und großer Freund des SV Werder Bremen nicht verhehlen, spielt da bei mir Lokal-Kolorit mit: Der HSV würde auf- und Werder nicht absteigen – super!

Apropos Werder Bremen: Ich finde es großartig, wie sich der Verein insgesamt in dieser Ausnahmesituation verhält. Die Profis verzichten auf Gehalt, die Eggesteins machen bei der Spendenaktion #WeKickCorona mit, Fitnessprogramm für Kids aus dem Home-Office, das Bremer Versprechen, nicht am sozialen Engagement zu sparen und vieles mehr: Solidarität ist gefragt. Gerade jetzt und von UNS ALLEN!

Werder Bremen: Wie geht es nach der Coronavirus-Krise weiter?

Spannend und wichtig wird sein, was die Zukunft bringt. Auf allen Gebieten. Sei es im Gesundheitssystem, für die „systemrelevanten Menschen“, die Unfassbares leisten, für die Wirtschaft, den sozialen Zusammenhalt, aber auch für den Fußball. Von „Nichts bleibt wie es war“ (Jogi Löw) bis „Es wird sich nichts ändern“ (Thomas Schaaf), ist die Spannbreite für den Fußball-Horizont groß.

Rolf „Rollo“ Fuhrmann schreibt für die DeichStube über den SV Werder Bremen.

Zur Person: Rolf „Rollo“ Fuhrmann (70) hat 25 Jahre lang für Sky (früher Premiere) über die Bundesliga berichtet. Seit Mai 2017 ist der Kult-Reporter Rentner – aber nur in Teilzeit: Für die DeichStube schreibt Fuhrmann regelmäßig über Werder Bremen und das aktuelle Bundesliga-Geschehen.

Quelle: DeichStube

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