Klemm-Brett vor Werder gegen Freiburg

Freiburg-Verteidiger Robin Koch im Interview: „Werder wird eine ganz harte Aufgabe“

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Freiburg-Verteidiger Robin Koch warnt seine Mannschaft vor der Atmosphäre im Weserstadion und der Mentalität des SV Werder Bremen.

Von wegen Rente: Hans-Günter Klemm, langjähriger Kicker-Redakteur mit Werder-Expertise, hält für die DeichStube Augen und Ohren offen – fällt ihm 'was zum kommenden Gegner des SV Werder Bremen auf, notiert er es auf seinem Klemm-Brett. Vor dem 10. Spieltag gegen den SC Freiburg mit Robin Koch (23) im Kurz-Interview, Freiburg im Form-Check und Statistiken.

Werder Bremen gegen SC Freiburg: Nationalspieler Robin Koch im Kurz-Interview

Seit 2017 zählt Robin Koch zum Kader des SC Freiburg. Der 23-Jährige, Sohn des früheren Lauterer Profis Harry Koch, feierte unlängst sein Debüt in der Nationalelf. Der Abwehrspieler im Interview.

Einschub: Werder Bremen live gegen den SC Freiburg gibt es hier im Liveticker der DeichStube.

Können Sie den traumhaften Saisonstart Freiburgs begreifen, Robin Koch?

Wir leben schon in der Realität, da müssen wir uns nur das Pokalspiel gegen Union Berlin anschauen. Diese Niederlage hat richtig genervt. Die bisherigen Spiele in der Bundesliga haben aber gezeigt, was wir leisten können. In der Bundesliga geht es wahnsinnig eng zu in dieser Saison. Viele dieser engen Spiele konnten wir bisher für uns entscheiden.

Wie erklären Sie sich diese Erfolgsserie?

Es hilft uns sicher, dass die Mannschaft zu großen Teilen beisammen geblieben ist und wir momentan nicht so viele verletzte Spieler haben. Wir konnten über einen längeren Zeitraum mit ähnlicher Aufstellung spielen. Und auf der Bank sitzen Jungs, die auf ihren Einsatz brennen und viel Energie auf den Platz bringen, wenn sie reinkommen. Man merkt auch im Training, dass Feuer drin ist und trotzdem ist die Mannschaft als Gruppe eng beisammen.

Kann sich Freiburg an der Tabellenspitze halten?

Das ist eine Frage, die eher von außen herangetragen wird. Wir in Freiburg wissen die Situation schon einzuschätzen. Die gesammelten Punkte haben wir uns verdient, die nimmt uns keiner mehr. Zum Saisonziel Klassenerhalt fehlen aber noch einige. Wenn das erreicht ist, schauen wir auch gerne weiter.

Sie sind relativ unverhofft zu Ihrem Nationalelf-Debüt gekommen. Rechnen Sie mit einer Fortsetzung in der Ländermannschaft?

Schon klar, dass meine Nachnominierung auch mit der personellen Situation zu tun hatte. Aber dennoch, es ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Die Woche bei der Nationalmannschaft war super. Jetzt kämpfe ich dafür, dass das keine einmalige Sache war.

Wie beurteilen Sie Werder Bremen?

Werder hat unfassbares Verletzungspech. Ich kann das ein bisschen nachfühlen, uns erging es im vergangenen Jahr ähnlich. Aber trotzdem steckt in dieser Mannschaft natürlich viel Qualität. Andere Spieler springen in die Bresche. Verbunden mit der Atmosphäre im Weserstadion kommt da eine harte Aufgabe auf uns zu.

Kann Freiburg, eines der besten Teams in den Auswärtsspielen, auch im Weserstadion punkten?

Die Vorbereitungszeit ist knapp in dieser Englischen Woche. Wir beschäftigen uns erst jetzt mit dem Spiel. Wir sind gut drauf und wollen das auch in Bremen zeigen.

Vor Werder Bremen gegen den SC Freiburg notiert Hans-Günter Klemm Wissenswertes auf seinem Klemm-Brett.

Werder Bremen: Spruch von Ex-Bremer Nils Petersen

„Da macht man sich gleich mal zum Kasper. Noch nie war ein guter Sänger dabei ...“

Nils Petersen über das in der Liga oft praktizierte Einstandssingen der Neuen. Nach allgemeinen Bekundungen war Woo-Yeong Jeong in dieser Disziplin bisher der Beste, als er den Gangnam-Style auf Koreanisch vortrug.

Vor dem Gastspiel bei Werder Bremen: SC Freiburg mit Superstart

Eine Champions-League-Platzierung, 17 Punkte nach neun Spieltagen – traumhafte Zahlen, gerade für einen Mannschaft wie den SC Freiburg. Diese Zahlen markieren den fantastischen Start der Breisgauer, stehen für den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Das 2:1 bei Fortuna Düsseldorf war der dritte Auswärtssieg im dritten Spiel, nach 3:0 in Hoffenheim und 3:1 in Paderborn. Ein unglaublicher Wert, was durch diesen Vergleich untermauert wird: In den letzten beiden Spielzeiten, in zusammen also 34 Auswärtsspielen, hatten die Freiburger nur dreimal gewonnen. Traditionell haben sie in den Heimspielen bisher immer mehr gepunktet. 

Die Heimbilanz fiel in dieser Saison eher weniger gut aus, bevor nun das 2:1 gegen RB Leipzig alles erheblich verschönerte. „Wir klauen uns die Punkte nicht“, kommentierte Trainer Christian Streich den aktuellen Lauf, „wir kämpfen sehr, sehr hart dafür.“ Als Spitzenteam sieht der Coach seine Truppe, wie andere Beobachter auch, auf keinen Fall: Trotz des erfreulichen Zwischenstands richtet er den Blick wie gewohnt nach unten: „Wir haben einige Punkte gesammelt und sind vom Drittletzten ein bisschen weg, das ist relevant in Freiburg.“ Und Nils Petersen urteilt: „Tabellarisch sind wir eine Spitzenmannschaft, doch kein wirkliches Spitzenteam.“

Christian Streich schon jetzt eine Legende beim SC Freiburg

Er ist ein Unikum und schon jetzt, wo ein Ende seiner Laufbahn noch längst nicht absehbar ist, eine Legende in der Liga. Der SC Freiburg ist ohne ihn nicht vorstellbar. Seit 2011 arbeitet der zuvor im Nachwuchsbereich tätige Christian Streich als Chefcoach, befindet sich auf den Spuren von einem seiner Vorgänger. Sagenhafte 16 Jahre betreute Volker Finke den Club, ist damit der Rekordhalter im deutschen Profifußball. Streich ist damit momentan der dienstälteste Trainer der Liga. Ob er jemals seine geliebten Freiburger verlässt und woanders anheuert, bleibt dahingestellt. Einer der ganz Großen der Branche traut dem Kauz aus Baden jedenfalls zu, auch in der Fremde erfolgreich zu wirken. Ottmar Hitzfeld sagt über den 54-Jährigen: „Christian Streich verliert Jahr für Jahr die besten Spieler, jammert aber nie, sondern hält die Mannschaft oben. Mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen könnte er bei jeder Mannschaft anheuern.“

Werder Bremen und SC Freiburg im Ranking TV-Gelder gleichauf

Ganz unten steht Freiburg in der Rangliste, was die Verteilung der TV-Gelder anbelangt. Der Club erhält 5,5 Millionen Euro, übrigens genauso viel wie Werder Bremen. Nur drei Vereine kassieren noch weniger bei dieser Extraprämie: Union Berlin, der SC Paderborn und Fortuna Düsseldorf - jeweils 3,4 Mio. Euro.

Lob vom DFL-Vorsitzenden für den SC Freiburg

Großes Lob gab es von der Deutschen Fußball Liga. Deren Vorsitzender Christian Seifert stellte bei einem Diskussionsforum „Chefsache Fußball: Das Geschäftsmodell Bundesliga“ die Leistung des Clubs über Jahre hinaus heraus. Der 50-Jährige machte dem SC Freiburg dieses Kompliment: „Der SCF ist der zweitbeste Club der Liga, wenn man das Abschneiden in den letzten fünf Jahren in Relation zum Geldmitteleinsatz betrachtet.“ Die Freiburger haben sich in den letzten zehn Jahren Investitionen von 98,76 Millionen Euro geleistet, was Platz 17 unter den Erstligisten bedeutet. Im gleichen Zeitraum ist der Wert des Kaders von rund 60 Millionen auf 114 Millionen gesteigert worden.

SC Freiburg: Vertragsverlängerung des Kapitäns Mike Frantz

Der Altmeister hat seinen Vertrag verlängert. Mike Frantz, nun schon 33 Jahre alt, unterschrieb einen neuen Kontrakt in diesem Sommer. Über die Laufzeit machte der Klub, wie immer, keine Angaben. Es wird jedoch vermutet, dass der neue Vertrag wegen des Alters nur auf ein Jahr befristet ist. Frantz war im Sommer begehrt, vor allem vom 1. FC Nürnberg, wo er von 2008 bis 2014 gespielt hat. Er entschied sich jedoch für einen Verbleib im Breisgau. Sein Rang im Team ist außergewöhnlich. Zweimal in Folge wurde der Profi von seinen Kollegen zum Kapitän gewählt. Kommentar von Klemens Hartenbach, dem Sportdirektor: „Auf und neben dem Platz genießt er hohes Ansehen.“

SC Freiburg: Jonathan Schmid und Vincenzo Grifo - Die Rückkehrer der verlorenen Söhne

Zwei altgediente Profis, die jüngst und einst in Freiburg spielten, kehrten im Sommer zurück. Zwei Heimkehrer, die eine starke Rolle im Aufgebot von Christian Streich spielen: Außenbahnspieler Jonathan Schmid, der die Erfahrung von 228 Bundesliga-Spielen vorzuweisen hat. Der 29-Jährige hatte bereits von 2008 bis 2015 in Freiburg gekickt, bevor er über Hoffenheim nach Augsburg gelangte. Auf Anhieb ist er wieder Stammspieler geworden: neun Einsätze, zwei Treffer, ein Assist. Schmid kam im Tausch mit Offensivspieler Florian Niederlechner, der drei Jahre lang für den Sportclub spielte. Ein Wechsel, der sich für beide Seiten ausgezahlt hat. Denn auch Niederlechner behauptete sich bei seinem neuen Arbeitgeber. Der zweite Heimkehrer heißt Vincenzo Grifo, der nun bereits seinen dritten Anlauf im Breisgau unternimmt. „Meine zweite Heimat, meine zweite Familie“, sagt der 26-Jährige, nur für einige Wochen im Sommer offiziell zur TSG Hoffenheim zurückgekehrt. Der Italiener kam fünfmal zum Einsatz, leistete zwei Vorlagen, gilt auch als Verstärkung.

SC Freiburg stellt neuen DFB-Präsidenten

Ohne Gegenkandidaten von der Findungskommission, auf dem Bundestag einstimmig gewählt: Fritz Keller, seit 1994 beim SC Freiburg in führenden Positionen tätig, seit Oktober 2014 als Präsident, ist als Nachfolger des überforderten Reinhard Grindel der 13. Präsident in der Geschichte des DFB. Nach der Wahl zum Boss im größten Einzelsportverband der Welt trat der 62-Jährige, der als großer Hoffnungsträger gilt, von seinem Ehrenamt im Club zurück. Keller, dessen Patenonkel einst der berühmte Weltmeister Fritz Walter war, hat sich im Badischen einen Namen als Winzer und Weinhändler, als Gastronom und Hotelier gemacht.

Werder Bremen gegen SC Freiburg: Nils Petersen überholt Claudio Pizarro als Rekord-Joker

Einst kickte er auch für Bremen. Nils Petersen, der Kolumnist der Deichstube, ist als Musterprofi bekannt. Der bei Bayern München gescheiterte Stürmer ist seit 2015 in Freiburg, hat sich dort bewährt, zuletzt als Joker. Der im Breisgau zum Nationalspieler gereifte 30-Jährige hat in dieser Kategorie am letzten Spieltag auch Werder-Legende Claudio Pizarro überholt. Petersen traf beim 2:1 gegen RB Leipzig, sein 22. Treffer als Einwechselspieler. Damit ist er der beste Joker der Liga vor dem Peruaner, der es bei 158 Einwechselungen auf 21 Tore bringt.

Nationalspieler beim SC Freiburg

Der Bundestrainer ist oft vor Ort. Joachim Löw schaut viele Spiele in Freiburg, nicht zuletzt weil er dort wohnt. Es ist gewiss nicht der alleinige Grund dafür, der zwei Freiburg-Profis zu Nationalspielern machte. Beide haben sich bewährt: Luca Waldschmidt in der U21 mehr als in dieser Spielzeit in der Liga, Robin Koch eher in der Meisterschaft.

Werder Bremen gegen SC Freiburg: Form-Check

Zum vierten Mal in fünf Jahren das Aus in der zweiten Pokalrunde: 1:3 gegen Union Berlin. Wie schon in der Liga verliert Freiburg gegen den Aufsteiger. Ein Dämpfer für die Streich-Elf, bei der einige personelle Fragezeichen bestehen. Zwar kehrt Mike Frantz zurück, doch es ist nicht sicher, ob drei Akteure spielen können: Luca Waldschmidt (Fußprobleme), Nicolas Höfler (Gehirnerschütterung und Platzwunden) und Amir Abrashi (muskukäre Probleme).

Werder Bremen: Positive Bilanz gegen den SC Freiburg

Positiv fällt die Bremer Bilanz gegen Freiburg aus. Von 40 Begegnungen haben die Norddeutschen 23 gewonnen, nur zehn verloren bei sieben Remis. In der Bundesliga ergeben sich diese Zahlen: 22 Siege, sieben Unentschieden, neun Niederlagen. Die Heimbilanz in der Meisterschaft kann sich erst recht sehen lassen: elf Erfolge bei nur je vier Remis und Niederlagen.

Mehr News zu Werder Bremen

SC Freiburg-Stürmer Nils Petersen schwärmt in seiner DeichBlick-Kolumne von Werders „Rakete“: „Ich wäre gerne ein bisschen mehr wie Milot Rashica.“ Vom Notstand zum Luxusproblem: Werder-Trainer Florian Kohfeldt hat im Heimspiel gegen den SC Freiburg in der Innenverteidigung freie Auswahl. Am Mittwochabend entwickelte sich ein Zoff um ein Stück Stoff: Darum krachte es im Weserstadion mit den Werder-Ultras - die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema. Nach dem 2:2 von Werder Bremen gegen Freiburg: Ein Schutzwall für Doppelpatzer Pavlenka.

Quelle: DeichStube

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