Werders Sechser will „aggressive Zweikämpfe“ gegen die Bayern und dann gut essen

Restaurantchef Bargfrede mag es gerne deftig

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Philipp Bargfrede ist vor dem Duell mit den Bayern bestens gelaunt: „Ich freue mich einfach auf dieses Spiel.“

Bremen - Philipp Bargfrede ist nicht mehr nur Fußball-Profi, sondern seit kurzem auch Restaurantbesitzer. Der 26-Jährige betreibt in seiner Geburtsstadt Zeven das „Mehde Gold“ mit deftiger Hausmannskost – und dort könnte heute Abend eine große Party steigen. Wenn denn Werder die große Überraschung schafft und im Weserstadion den FC Bayern München bezwingt. „Das wäre sicher ein Highlight meiner Karriere“, sagt Bargfrede und erklärt im Interview, wie der Tabellenführer zu knacken ist.

Herr Bargfrede, wenn Sie Bayern-Spiele im Fernsehen schauen, denken Sie dann manchmal, Mensch, bei denen würde ich auch mal gerne mitkicken?

Philipp Bargfrede: Nö. Aber es wäre sicherlich einfacher dort zu spielen.

Wieso?

Bargfrede: Bei den Bayern sind doch fast nur Nationalspieler. Für mich ist das die beste Mannschaft der Welt. Natürlich läuft bei denen der Ball meistens perfekt, und das macht es für jeden Spieler einfacher.

Ist man da schon ein bisschen neidisch auf diese Über-Bayern?

Bargfrede: Ein bisschen vielleicht. Die Auftritte in der Champions League sind wirklich beeindruckend – so wie am Mittwoch gegen Donezk. Das war stark.

Wie ist das Verhältnis zu diesen Superstars?

Bargfrede: Ganz normal. Mit Thomas Müller, Holger Badstuber und Jerome Boateng habe ich zusammen in der U21-Nationalmannschaft gespielt. Man kennt sich.

Lassen die Bayern nicht den arroganten Rekordmeister raushängen?

Bargfrede: Nein – also bei mir nicht, vielleicht bei den anderen (lacht).

Ist Ihr Puls vor Spielen gegen die Bayern etwas höher als sonst?

Bargfrede: Das weiß ich gar nicht, da werde ich mal drauf achten. Aber ich denke nicht. Ich freue mich einfach auf dieses Spiel. Die Stimmung im Weserstadion wird super sein. Wir können uns mit den besten Spielern messen und zeigen, was in uns steckt.

Reicht das zum Sieg?

Bargfrede: Warum nicht? Aber dann muss alles passen. Wir wollen mutig auftreten. Wir haben doch nichts zu verlieren. Und gegen Wolfsburg haben wir eine Halbzeit lang gezeigt, dass wir gegen solche Mannschaften bestehen können.

Ihr Sportchef Thomas Eichin hat angemerkt, dass der FC Bayern einen Schiedsrichter-Bonus habe, die Münchner gar nicht richtig attackiert werden dürften. Was bedeutet das für Ihr Spiel als Sechser, müssen Sie vorsichtiger agieren als sonst?

Bargfrede: Nein, ich werde mich ganz sicher nicht zurückhalten. Ich spiele wie immer. Wir wollen die Bayern ärgern, und dazu gehören auch aggressive Zweikämpfe.

Nach Eichins Aussagen haben die Münchner hart zurückgeschossen. Matthias Sammer hat sogar behauptet, Eichin habe sicher mal einen Puck an den Kopf bekommen. Muss die Mannschaft heute auch ganz speziell für ihren Sportchef spielen?

Bargfrede: Er hat darauf doch schon selbst ganz cool reagiert. Unsere Aufgabe ist es, ein gutes Spiel abzuliefern – und das werden wir tun. Alles andere ist nicht unser Ding.

Wie soll das aussehen, wünschen Sie sich als Sechser eine etwas defensivere Ausrichtung als sonst?

Bargfrede: Nein! Wenn wir uns alle nur hinten reinstellen und hinterherlaufen, dann können wir nicht gewinnen. Also werden wir mutig spielen.

Droht dann nicht ein Untergang?

Bargfrede: Nein! Wir müssen marschieren, wir müssen mit dem Ball gut nach vorne kommen, denn da haben die Bayern ihre Probleme.

Sie haben acht Mal gegen den FC Bayern gespielt und noch nie gewonnen. Was würde Ihnen ein Sieg bedeuten?

Bargfrede: Das wäre sicher ein Highlight meiner Karriere.

Das Sie dann in Ihrem neuen Restaurant „Mehde Gold“ in Zeven feiern werden…

Bargfrede: Gute Idee. Essen kann man da sehr gut.

Weil Sie kochen?

Bargfrede: Besser nicht. Ich stehe höchstens mal am Zapfhahn (lacht).

Warum haben Sie ein Restaurant eröffnet?

Bargfrede: Ich esse so gerne (lacht). Ich mache das ja nicht alleine, sondern mit meinem Vater und einer befreundeten Familie. Es hat sich einfach so ergeben. Ich komme dort her, bin noch oft da, und wir wollten gerne etwas Neues für Zeven machen.

Wann darf bei Werder über Europa geredet werden?

Bargfrede: Jetzt noch nicht!

Mit wem tauschen Sie heute nach dem Spiel Ihr Trikot?

Bargfrede: Ich weiß gar nicht, ob ich es überhaupt tauschen will. Das Siegertrikot würde ich sicher nicht hergeben.

kni

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