Bilanz bei Mitgliederversammlung vorgestellt

Werder reicht ein Plus von 2,8 Millionen Euro

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Klaus Filbry vermeldet bei der Mitgliederversammlung des SV Werder Bremen 2016 einen Gewinn. (Archivfoto)

Bremen - Von Björn Knips. Werder hat es geschafft – zumindest finanziell. Nach vier Grusel-Bilanzen mit tiefroten Zahlen verkündet Klaus Filbry am Montagabend auf der Mitgliederversammlung erstmals einen Gewinn.

2,8 Millionen Euro hat die SV Werder Bremen GmbH & Co. KGaA, so der offizielle Titel der ausgegliederten Profi-Abteilungen, erwirtschaftet. Und das bei einem Umsatz von 108,1 Millionen Euro (2014/15: 103,6). „Das Fundament steht. Nun können wir die Früchte unserer Arbeit ernten“, urteilte Filbry schon vor der Versammlung und blickte mit Stolz auf das Eigenkapital: Das beträgt nun 4,8 Millionen Euro.

„Wir sind den Weg der wirtschaftlichen Vernunft Schritt für Schritt gegangen. Wir haben keine Schulden gemacht und bauen jetzt wieder Eigenkapital auf“, stellte Filbry zufrieden fest. Die finanziellen Unterschiede zwischen den Spielzeiten 2014/15 und 2015/16 sind schon enorm – vor allem was das Ergebnis betrifft. Von einem Minus von 5,9 Millionen Euro auf ein Plus von 2,8, das macht einen Sprung um 8,7 Millionen Euro.

Natürlich habe dabei der Einzug ins DFB-Pokalhalbfinale mit einer Mehreinnahme von sechs Millionen Euro geholfen, aber ein Plus hätte es so oder so gegeben, versicherte Filbry. Der Gewinn hätte nämlich noch wesentlich höher ausfallen können, wenn Werder gewollt hätte, so der Clubchef. Dabei spielten – wie schon im Vorjahr – Abschreibungen für Spieler eine Rolle. Außerdem seien die Transfers von Jannik Vestergaard (für 10,5 Millionen Euro nach Mönchengladbach) und Anthony Ujah (für 13 Millionen Euro nach China) nicht in dieser Bilanz verbucht worden. Auch deshalb kündigte Filbry schon das nächste positive Ergebnis für das laufende Geschäftsjahr an.

Großteil des Gewinns kommt vom Fernsehen

Aber woher kommt das ganze Geld? Vor allem vom Fernsehen. Die TV-Einnahmen stiegen von 32,6 Millionen Euro auf 38,6. Im Bereich Spielbetrieb (Tickets etc.) gab es ebenfalls ein Plus von fast drei Millionen Euro auf nun 26,5 Millionen Euro. „Wir sind im Business-Bereich, also Hospitality, Logen und Business-Seats, um eine Million Euro gewachsen“, betonte Filbry: „Da gibt es eine große Nachfrage.“

Schwieriger ist da schon das Thema Werbung. Da sanken die Einnahmen um 1,5 Millionen Euro auf nun 22,3 Millionen Euro. Ursache dafür: Der Ausstieg der Sponsoren Targobank und Tipico. Im Bankenbereich wurde zwar die Sparkasse Bremen als Nachfolger präsentiert, zahlt aber bei Weitem nicht so viel. Und im Bereich Wettanbieter hat Werder noch keinen adäquaten Nachfolger für Tipico gefunden. In sportlich schwierigen Zeiten, wie sie Werder seit Jahren durchlebe, sei es „harte Arbeit“, das Vertrauen der Sponsoren zu gewinnen, meinte Filbry.

Werder Bremens wirtschaftliche Entwicklung

Ob sich dies beim Hauptsponsor schon ausgezahlt hat, verriet er nicht. Der Vertrag mit Wiesenhof läuft im Sommer aus. Werder ist mit der Zusammenarbeit zufrieden und würde gerne weitermachen – vor allem, weil das jährlich eine Summe von 6,3 Millionen Euro einbringt. Viel Geld für einen Dauergast im unteren Bundesliga-Drittel. Immerhin ist der Bundesligist abgesichert: Vermarkter Infront zahlt fünf Millionen Euro pro Jahr, sollte die Werder-Brust leer bleiben.

Die Fans fänden es wahrscheinlich gar nicht so schlecht und würden sich auf die werbefreien Trikots stürzen. Aber auch so läuft das Geschäft mit den grün-weißen Sachen ganz gut. Die Fanservice-GmbH steuerte diesmal ein Plus von 800.000 Euro zum Konzernergebnis bei. Das ist durchaus bemerkenswert nach einer ebenso langen wie wenig nachvollziehbaren Durststrecke in diesem Bereich.

Werders Personalkosten sind immer noch hoch - und steigen

Im Vorjahr hatte es erstmals ein Plus von 100.000 Euro gegeben, nachdem die vermeintliche Goldgrube Merchandising bei Werder eine Geldvernichtungsanlage gewesen war – für jeweils eine halbe Million Euro in den Spielzeiten 2012/13 und 2013/14. Jetzt ist fast wieder das Niveau der guten Champions-League-Jahre mit dem Topergebnis von einer Million Euro in der Saison 2006/07 erreicht.

Das Geld kann Werder gut gebrauchen. Genauso wie den Transferüberschuss von 9,2 Millionen Euro (Vorjahr: 14,4). Denn trotz Filbrys Einsparpolitik sind die Kosten immer noch hoch. 49,6 Millionen Euro gab Werder für sein Personal aus, das sind drei Millionen Euro mehr als in der Vorsaison. Fast die gleiche Summe sparte der Club aber bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ein. Dabei handelt es sich vornehmlich um Zahlungen an die Spielerberater.

Die Zahlen alleine machen Werder aber nicht glücklich. Filbry formulierte unlängst, was aktuell noch viel wichtiger ist: „Unser Ziel muss es sein, so schnell wie möglich Anschluss ans Mittelfeld der Tabelle zu finden.“

Lemkes Abschied - Gnabrys Auszeichnung - Werders Aufsichtsräte

Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © dpa
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Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © nordphoto
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Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © dpa
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Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © nordphoto
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Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © nordphoto
GER, 1.FBL, Mitgliederversammlung des Sport-Verein "Werder" v. 1899 e. V.
Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © nordphoto
GER, 1.FBL, Mitgliederversammlung des Sport-Verein "Werder" v. 1899 e. V.
Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © nordphoto
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Am Montagabend ging beim SV Werder Bremen die richtungsweise Mitgliederversammlung in der Werder-Halle an der Hemelinger Straße über die Bühne. © nordphoto
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