Werder-Trainer Skripnik schwört sein Team auf den HSV ein

Raus aus der „Komfortzone“, rein in den Derby-Modus

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Einschwören auf den HSV: Werder-Coach Viktor Skripnik gestern bei seiner langen Ansprache vor dem Training.

Bremen - Abschottung total! So ruhig war es vor einem Nordderby zwischen Werder und dem HSV wohl noch nie. Die Hamburger Profis wurden gestern vom neuen Coach Bruno Labbadia im Kurz-Trainingslager in Rotenburg/Wümme zusammengezogen, um sich abseits jeglichen Trubels auf die Partie im Weserstadion (Sonntag, 15.30 Uhr) vorzubereiten. Und die Bremer Spieler hatten von den Vereinsverantwortlichen ein Redeverbot verpasst bekommen.

Mit einer Ausnahme: Kapitän Clemens Fritz durfte gestern in die Mixed-Zone kommen und mit den Journalisten sprechen – auch über den Maulkorb-Erlass. „Für die Mannschaft gilt es, die Entscheidung von Trainer und Geschäftsführer zu akzeptieren“, sagte der 34-Jährige ganz pflichtbewusst. Und weiter: „Wir konzentrieren uns voll auf das Derby, das ist gut. Es wurde genug geredet in den vergangenen Wochen, immer wieder von der Europa League. Ehrlich gesagt, kann ich das nicht mehr hören.“

Die Aussagen, die internationalen Plätze angreifen zu wollen, kamen aber aus den eigenen Reihen. Allerdings versäumte es Werder durch vier Spiele hintereinander ohne Sieg, sich in eine hervorragende Ausgangsposition für den Endspurt zu bringen. Fritz vermutet, dass angesichts des fast sicheren Klassenerhalts zuletzt „zwei, drei Prozent gefehlt haben. Man redet ja gerne von einer Komfortzone. Vielleicht haben wir gedacht, da brennt nichts mehr an, das geht jetzt alles so weiter.“

Bargfrede fehlt, Caldirola läuft wieder

Trainer Viktor Skripnik bemüht sich nun, die Sinne wieder zu schärfen. Gestern Vormittag sprach er auf dem Platz über eine Viertelstunde lang zu seiner Mannschaft, ehe die Einheit begann. Wortfetzen wie „Begeisterung“ und „gemeinsam“ waren zu hören. Der Ukrainer will den Zusammenhalt wieder stärken – das ist offenbar bitter nötig. Nach dem 2:3 in Stuttgart hatte der Bremer Coach unter anderem bemängelt, dass sich die Reservespieler nicht über Werder-Tore freuen – weil sie beleidigt sind. Gestern beschwor dann auch Fritz den Teamgeist und forderte: „Jeder Einzelne muss sich da noch mehr einbringen. Jeder ist mit dafür verantwortlich, dass unser Team funktioniert und wir unsere Ziele erreichen. Und jeder ist in der Pflicht, die Mannschaft zu unterstützen – auch von außen.“

Eine Wir-haben-uns-hier-alle-lieb-Stimmung erwartet der Kapitän aber nicht – im Gegenteil. „Manchmal ist es vielleicht sogar zu gemütlich. Auf dem Trainingsplatz muss es zur Sache gehen, da kann man sich auch mal anschreien“, meinte Fritz: „Wenn wir uns hier alle nur streicheln, kommen wir nicht weiter.“

mr

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