Ex-Kollegen empfehlen Watford-Wechsel

Prödl hört auf Mertesacker und Arnautovic

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Sebastian Prödl freut sich schon sehr auf sein England-Abenteuer beim FC Watford.

Watford - Sebastian Prödl muss sich an einen neuen Anblick gewöhnen. Sieben Jahre lang trug der Österreicher das – meistens grün-weiße – Trikot von Werder Bremen. Fortan läuft er für den englischen Premier-League-Aufsteiger FC Watford auf – in Schwarz-Gelb. „Am Anfang ist das ein bisschen ungewohnt, aber ich bin anpassungsfähig“, sagt Prödl, für den sich nach dem ablösefreien Wechsel in diesem Sommer alles ändern wird. Nicht nur die Arbeitskleidung, auch die sportliche und private Heimat, die Spielklasse, die Teamkollegen, die Sprache – die er allerdings nach eigener Einschätzung schon gut beherrscht.

Den Umzug aus Bremen hat Prödl noch nicht komplett abgewickelt, erst im Juli geht es endgültig auf die Insel. Vermutlich wird der 27-Jährige ins rund 30 Kilometer entfernte London ziehen („Das kann gut sein“), vielleicht aber auch direkt nach Watford. Die Stadt liegt in der Grafschaft Hertfordshire, im Nordwesten der englischen Hauptstadt – und hat rund 100000 Einwohner.

Prödl, der sich aktuell mit der österreichischen Nationalmannschaft in der Heimat auf das EM-Qualifikationsspiel in Russland (14. Juni) vorbereitet, war bereits dort. Er hat sich „alles angeschaut“ und mit Club-Eigentümer Gino Pozzo verhandelt. Dem Italiener gehören auch noch die Erstligisten FC Granada (Spanien) und Udinese Calcio (Italien), die Spieler der drei Clubs wechseln häufig hin und her. Ob auch Prödl, wird sich zeigen. Beim Innenverteidiger, der nach eigener Aussage „einige Optionen“ hatte, stand zwischendurch ein Wechsel nach Udine im Raum – doch dann fiel die Wahl auf Watford. „Und hier liegt jetzt mein Fokus“, sagt er und klingt ziemlich entschlossen.

Beim Vizemeister der zweiten englischen Liga hat er einen gewiss gut dotierten Fünfjahresvertrag unterschrieben. Eine ungewöhnliche lange Laufzeit, für Prödl aber vor allem „ein sehr großer Vertrauensbeweis. Und je länger der Vertrag, umso größer die Absicherung für mich.“

Bevor er bei den „Hornets“ (Hornissen) unterschrieb, hatte er sich bei früheren Bremer Teamkollegen schlaugemacht. Beim Essen in London horchte Prödl mal Per Mertesacker (Arsenal), mal seinen Landsmann Marko Arnautovic (Stoke City) über England und den Fußball aus. „Sie haben mir zugeraten und gesagt, die Liga könnte zu mir passen“, erzählt Prödl. Er selbst findet das übrigens auch – vor allem wegen seiner Größe (1,94 Meter) und Wucht. „Ich werde mich aber wohl daran gewöhnen müssen, dass das Spiel dort etwas schneller ist“, ahnt Prödl. Doch das sei kein Problem, „schließlich will ich mich ja weiterentwickeln. Und dort gibt es einen guten Rahmen dafür.“

Die Premier League, das sagt er gleich mehrfach, ist für ihn „ein absoluter Traum“. Und den wollte er sich unbedingt erfüllen: „Das stand an oberster Stelle. Die Liga, die Stadien, die Atmosphäre – das alles hat hier eine sehr große Strahlkraft.“

Von seinem neuen Team kennt Prödl noch keinen Spieler näher – dafür weiß er schon genau, welche Ziele der Aufsteiger (der einst Pop-Legende Elton John gehörte) bei der Rückkehr nach acht Jahren Premier-League-Abstinenz verfolgt. „Wir wollen uns in den nächsten Jahren in der Liga etablieren. Im ersten Jahr geht es nur darum, die Klasse zu halten. Ich habe ein gutes Gefühl, aber einfach wird es nicht“, glaubt Prödl.

Das klingt nach Abstiegskampf – schon wieder. Wie nach anfangs erfolgreichen Jahren zuletzt regelmäßig mit Werder. „Ich hatte Höhen und Tiefen in Bremen. Dass wir den Abstiegskampf mehrmals gemeistert haben, war auch ein Erfolg. Das hat uns zusammengeschweißt“, erinnert sich Prödl. Insgesamt blickt er auf eine „intensive und sehr schöne Zeit“ bei Werder zurück: „Ich bin total zufrieden, habe in den sieben Jahren einiges gelernt. Ich werde dem Verein und der Stadt ewig dankbar sein. Aber jetzt freue ich mich auf etwas Neues.“

mr

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