Kommentar zur Fan-Aktion für den Verbleib von Junuzovic

Und was ist mit Prödl?

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Werder-Profi Prödl: Ungewisse Zukunft

Bremen – Von Michael Baltes. Beim Trainingsauftakt von Werder Bremen herrschte eine Stimmung wie bei einem Popkonzert. Der Grund: Zlatko Junuzovic. Anhänger der Grün-Weißen versuchten den Österreicher stimmgewaltig von einer Vertragsverlängerung zu überzeugen. Was in dem Hype um den 27-Jährigen etwas untergeht – ein weiterer Leistungsträger der Grün-Weißen steht ebenfalls vor einer wegweisenden Entscheidung.

Die Aktion war beeindruckend: Rund 200 Werder-Fans machten sich am Montag beim Trainingsauftakt der Grün-Weißen mit Sprechchören, Masken und Transparenten für einen Verbleib von Zlatko Junuzovic stark. „Juno unterschreib! Juno unterschreib!“ schallte es wieder und wieder über Platz 11, während die Profis den obligatorischen Laktattest absolvierten. Anlass des Ganzen: Junuzovics Vertrag läuft im Sommer aus – und noch ist nicht klar, ob er seinen Kontrakt verlängert oder nicht. Geht es nach den Fans, soll Junuzovic auf jeden Fall an der Weser gehalten werden. Der Freistoßspezialist hat sich mit starken Leistungen und drei Traumtoren in der Hinrunde in die Herzen der Anhänger gespielt. Im Trainingslager in Belek soll es nun Gespräche über seine Zukunft geben – Ausgang: ungewiss.

In dem Hype um den 27-jährigen Mittelfeldspieler geht etwas unter, dass ein anderer Leistungsträger der Bremer vor der gleichen Entscheidung steht wie Junuzovic. Sebastian Prödl. Der Kontrakt des Bremer Abwehrchefs läuft ebenfalls im Sommer aus. Auch bei ihm ist nicht klar, wo der Weg hinführt. Prödl-Transparente oder Sprechchöre gab es am Montag aber nicht. Mögliche Ursache: Prödl war gar nicht vor Ort, er absolviert derzeit seine Reha noch in Österreich und stößt erst nach dem Belek-Trainingslager wieder zum Team. Aber ist das wirklich alles? Wohl kaum. Denn die Fan-Initiative für Junuzovic läuft nicht erst seit Montag. Sie wurde schon vor Wochen in sozialen Netzwerken gegründet und findet seit dem großen Zuspruch. Eine ähnliche Initiative für Prödl sucht man vergebens.

Dabei ist der Abwehrchef immens wichtig für die wacklige Bremer Defensive. Zwar offenbarte auch der Vizekapitän der Grün-Weißen in der Hinrunde Schwächen, er zählte aber dennoch zu den Eckpfeilern der Mannschaft und ist derzeit nicht adäquat zu ersetzen. Das untermauern auch die Zahlen: Ohne Prödl konnte Werder in der Hinrunde der Bundesliga nur ein einziges Spiel gewinnen (2:1 gegen Dortmund).

Abwehr mit Prödl deutlich stabiler

Im Schnitt kassierten die Bremer ohne den 27-Jährigen 2,5 Gegentore. Dem gegenüber stehen drei Siege mit Prödl und ein Gegentorschnitt von 1,9. Bei dieser Berechnung ist die Partie bei Eintracht Frankfurt, bei der Prödl beim Spielstand von 0:0 in der 24. Minute verletzt ausgewechselt wurde, nicht einbezogen. Wird dieses Spiel dazu gerechnet und der österreichische Nationalspieler als nicht eingesetzt gewertet (da bei 0:0 ausgewechselt), wird die Quote noch beeindruckender. In diesem Fall ergibt sich ohne den Innenverteidiger ein Schnitt von 2,8 Gegentreffern pro Partie.

Und das ist noch nicht alles: Beim 3:3 in Leverkusen und beim 2:0-Heimsieg gegen Stuttgart war Prödl als Torschütze erfolgreich. Junuzovic hat insgesamt also nur einen Treffer mehr erzielt als der Abwehrchef. Natürlich ist es hinfällig, einen direkten Vergleich zwischen den beiden Profis zu ziehen - dafür sind ihre Positionen zu unterschiedlich – es kann aber ohne Zweifel behauptet werden, dass beide tragende Rollen im Team der Bremer einnehmen.

Genau das sollten sich die Bremer Fans noch einmal vor Augen führen und überlegen, ob es der richtige Ansatz ist, die Initiative einzig auf Junuzovic zu beschränken. Denn sollte sich Prödl für einen Abgang im Sommer entscheiden, hinterlässt er eine große Lücke, die nur sehr schwer zu füllen sein wird. Werders finanzielle Lage ist bekannt - und gestandene Abwehrspieler mit Führungsqualitäten lassen sich in der Regel nicht auf dem Schnäppchenmarkt finden.

Reise ins Trainingslager

Erstes Training in Belek

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