„Die Wochen werden zeigen, wo die Reise hingeht“

Abstiegskrimi zwischen Pflicht und Kunst

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Viktor Skripnik und Thomas Eichin während der Pressekonferenz.

Bremen – Eine Pressekonferenz zwischen zwei Gefühlslagen gab es am Donnerstagmittag im Weserstadion. Zwischen Pokal-Highlight in Leverkusen und Halbfinal-Hammerlos gegen Bayern München gilt es für Werder Bremen nun, den Fokus auf eine Serie von Abstiegskrimis zu lenken – beginnend mit dem Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr).

„Von sechs Varianten ist das sicher die schwerste“, kommentierte Manager Thomas Eichin die DFB-Pokal-Auslosung vom Vorabend. Immerhin habe man bei dieser „Mammutaufgabe“ aber außer den Bayern-Fans ganz Fußball-Deutschland auf der eigenen Seite. Viktor Skripnik hatte ohnehin mit diesem Los gerechnet, schließlich habe man mit den Auswärtspartien Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen auch kein großes Glück gehabt. Mehr wolle man zum FC Bayern aber nicht sagen, immerhin stünde mit Hoffenheim eine weit dringlichere Aufgabe an. Das Bundesligaspiel gegen den Tabellenvorletzten akzeptierte auch Eichin als den Startschuss in die Wochen der Wahrheit: „Man wird in der nächsten Zeit sicherlich genauer sehen können, wohin die Reise geht.“

Dieser Sieg-Druck stellt für Skripnik den entscheidenden Unterschied zwischen verkrampften Bundesligaspielen und bezaubernden Pokal-Highlights dar. Während es im Pokal nur etwas zu gewinnen gäbe, verursacht die derzeitige Tabellensituation „Druck von innen und von außen. Mit diesem Druck umgehen und trotzdem die beste Leistung zu bringen, ist die Kunst.“ Dieser Druck dürfte bei Hoffenheim jedoch eher noch größer sein. Immerhin würde bei einer Niederlage der Abstand auf den Relegationsplatz bereits auf acht Punkte anwachsen. Dazu trat der als Retter geholte Huub Stevens am Mittwochvormittag aufgrund seiner Herzbeschwerden zurück.

Welche Auswirken der Trainerwechsel haben kann, weiß Skripnik aber nicht. „Es kann positiv oder negativ sein, für beides gibt es Beispiele.“ Nun sitzt am Samstag wohl Julian Nagelsmann auf der Bank, mit nur 28 Jahren einer der jüngsten Bundesligatrainer der Geschichte. Ihn kennt Skripnik von Aufeinandertreffen mit dem Nachwuchs bereits. „Er ist ein guter Trainer, ab Samstag wünsche ich ihm viel Erfolg. Ich weiß in etwa, was er taktisch macht. Daran werden wir in den nächsten zwei Tagen arbeiten.“

Zur taktischen Ausrichtung am Samstag wollte der Trainer sich indes ebenso wenig in die Karten schauen lassen wie bei den Personalien. Den arrivierten Stammkräften Zlatko Junuzovic und Anthony Ujah wollte er keine Rückkehr in die Startelf garantieren. Bei einer „Schulterverletzung kann immer etwas passieren“, meinte er über Junuzovics Gesundheitszustand. Dem eigentlich so wichtigen Mittelfeldmann könnte nach der starken Mannschaftsleistung in Leverkusen also durchaus die Ersatzbank drohen. Das wird auch von Jannik Vestergaards Position abhängen. Mit seiner Rolle als Extra-Verteidiger vor der Abwehr war er eine wichtige Figur in der Werder-Defensive. Ob man so auch zu Hause gegen Hoffenheim spielen könnte, ließ Skripnik offen: „Es ist alles möglich. Gegen Leverkusen hat es gut geklappt, darüber sind wir froh.“ Auf jeden Fall wolle man aber die positiven Gefühle der Pokalnacht und des Rückrundenstarts übernehmen: „Die Ergebnisse gegen die vier Top-Teams machen nicht stolz, aber zufrieden. Das wollen wir mitnehmen. ch

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