Polizeikosten bei Hochrisikospielen

Showdown in Leipzig: Muss Werder zahlen oder nicht?

Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der DFL und dem Land Bremen im Polizeikostenstreit geht am Dienstag in die nächste Runde.
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Die gerichtliche Auseinandersetzung zwischen der DFL und dem Land Bremen im Polizeikostenstreit geht am Dienstag in die nächste Runde.

Bremen/Leipzig - Geldgier, Starrsinn, Selbstherrlichkeit: Vor der nächsten Runde im jahrelangen Streit um die Übernahme von Polizeikosten bei Hochrisikospielen geht die Hansestadt Bremen in die Offensive. Ihre Vorwürfe in Richtung der Deutschen Fußball Liga (DFL) und das energische Beharren auf der eigenen Position sorgen bei den DFL-Machern allerdings weiter für heftiges Kopfschütteln.

„Die öffentliche Sicherheit mit einem Preisschild zu versehen und den Fußball in eine Kostenverantwortung zu nehmen, ist aus Sicht der DFL der falsche Weg", schreibt Präsident Reinhard Rauball vor der Verhandlung am Dienstag beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im DFL-Magazin. Der Fußball sei nämlich keinesfalls „Verursacher von Gewalt“, die Gewährleistung der Sicherheit somit „Kernaufgabe des Staates“. 

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Bei brisanten Begegnungen, die einen erhöhten Einsatz von Beamten notwendig machen, muss die DFL aber die zusätzlichen Kosten tragen. Finden zumindest die Politiker in Bremen. Und urteilte im Februar 2018 auch das dortige Oberverwaltungsgericht. Das nun bevorstehende letztinstanzliche Urteil des Bundesverwaltungsgericht, das wohl erst am Freitag verkündet werden soll, kann besonders für Werder Bremen weitreichende Folgen haben. Die unterlegene Partei könnte das Urteil nur noch vor dem Bundesverfassungsgericht prüfen lassen.

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„Das Thema ist nicht mehr aus der Welt zu schaffen, die Front bröckelt“, sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) in der ARD-Sportschau, er bezeichnete die DFL auch deshalb als „völlig uneinsichtig“. Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) ärgerte sich im Gespräch mit der „Düsseldorfer Rheinischen Post“ zudem darüber, dass bei der DFL „nur ans Geld gedacht wird und man seine Schäfchen ins Trockene bringen will“.

Die Mutmaßung Sielings, wonach „die Bevölkerung nahezu geschlossen für unseren Weg der Kostenbeteiligung des Profi-Fußballs“ ist, stützte zuletzt eine repräsentative Umfrage von „Infratest Dimap“ im Auftrag der WDR-Sendung „Sport inside“. Demnach befürworteten 90 Prozent der Befragten die Weiterleitung der Mehrkosten an die DFL-Zentrale in Frankfurt/Main.

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DFL sieht sich nicht in der Verantwortung Kosten zu übernehmen

Nach dem ersten Gebührenbescheid der Stadt Bremen aus dem Jahr 2015 (425.718 Euro) sind laut Rauball bislang für sechs weitere Begegnungen Rechnungen eingegangen. Sollte das Bundesverwaltungsgericht der Hansestadt recht geben, könnten sich weitere Bundesländer an dem Richterspruch orientieren - die Folge wären wohl noch viel mehr Rechnungen an die DFL.

„Wenn Bremen sich durchsetzen sollte und andere Bundesländer dem folgen sollten - was ich nicht glaube, aber auch nicht ausschließen kann - dann reden wir von einem erheblichen zweistelligen Millionenbetrag jährlich“, sagte Rauball. Kosten, die letztlich auf die Vereine zukommen würden - weil sich die DFL nunmal nicht in der Verantwortung sieht.

„Werder ist der Veranstalter, gegen den sich das Bremer Gesetz eigentlich richtet“, äußerte Rauball in der Süddeutschen Zeitung: „Deshalb gibt es den Präsidiumsbeschluss der DFL, bei entsprechendem Gerichtsbeschluss das Geld von Werder Bremen zurückzufordern. Der SV Werder weiß, dass es diesen Beschluss gibt. Warum sollen alle anderen Vereine für die Situation in Bremen bezahlen?“

Für dieses Szenario hat man an der Weser vorgesorgt und eine Rückstellung in Höhe von einer Million Euro bereitgelegt. Dazu verpflichtet uns die kaufmännische Vorsicht", erklärte Werder-Boss Klaus Filbry.

(sid)

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