Pizarro-Kenner Frings lobt – mahnt aber auch

„Ein Sonnyboy und Vollprofi“

+
Torsten Frings (links) und Claudio Pizarro (hier im Oktober 2010) haben eine ereignisreiche gemeinsame Vergangenheit – und sind nun wieder zusammen bei Werder.

Bremen - Die meisten Werder-Profis kennen Claudio Pizarro allenfalls als Gegner, einige sogar nur aus dem Fernsehen. Bei den Bremer Trainern ist das völlig anders. Chefcoach Viktor Skripnik hat damals mit dem Peruaner zusammengespielt, Torwarttrainer Christian Vander ebenfalls. Und Torsten Frings sogar mehrfach.

Erst bei Werder, dann beim FC Bayern, dann wieder bei Werder. Der 38-Jährige kennt den 36-Jährigen am besten – und er schätzt ihn total. „Wir haben jetzt schon zum vierten Mal miteinander zu tun – und es war jedes Mal ein Vergnügen. Claudio ist ein Sonnyboy und ein Vollprofi, der auch nach dem Training noch in den Kraftraum geht. Wir wissen voneinander, wie wir ticken“, sagte Co-Trainer Frings gestern über den Rückkehrer.

Sein erster Eindruck nach Pizarros erstem Training – positiv. „Er sieht relativ fit aus. Was aber noch ein bisschen fehlt, ist die Arbeit auf dem Platz. Das hat er vermisst. Er ist heiß darauf – ein Fußballer braucht eben einen Ball“, meint Frings. Das Bremer Trainerteam will in den kommenden Tagen nun genau beobachten, wie sich Pizarro (absolvierte in den vergangenen Wochen lediglich Waldläufe, um sich fit zu halten) auf dem Rasen präsentiert. „Wir werden jeden Tag mit ihm reden“, sagt Frings. Wohl erst am Wochenende wird dann entschieden, ob es am Sonntag (15.30 Uhr) im Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim vielleicht schon für den Kader reicht.

Frings, der in den vergangenen Jahren „immer Kontakt zu Claudio hatte“ und bei dessen Wechsel nun eine wichtige Rolle spielte, freut sich hörbar auf die erneute Zusammenarbeit mit Pizarro. „Er ist charakterlich top und hat auch eine gewisse Lockerheit, wenn es mal nicht so läuft. Als Mitspieler konnten wir uns früher immer darauf verlassen, dass er vorne die Buden macht.“

Allerdings warnt Frings (wie vorher schon Sportchef Thomas Eichin) vor übertriebenen Erwartungen an den 36-Jährigen. „Wir erhoffen uns wegen seiner Qualitäten viel. Aber man darf den Claudio von heute nicht mehr mit dem von vor ein paar Jahren vergleichen. Er glänzt nicht mehr als derjenige, der die Gegner vorne totläuft.“ Dafür habe Pizarro eine „enorme Reife“, betont Frings: „Diese Erfahrung kann man nicht lernen, die bekommt man mit der Zeit – er soll hier seine Routine einbringen.“

„Er ist nicht die Nummer drei“

Dass Pizarro so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und der Rest etwas im Schatten steht, sieht Frings nicht als Problem: „Die Jungs freuen sich für ihn. Diesen Hype hat er sich mit großartigen Leistungen verdient. Es ist nicht schädlich für die Truppe, so einen in der Kabine sitzen zu haben. Er bringt sich zu 100 Prozent ein, das passt.“

Interessant wird nun der Kampf um die beiden Plätze im Sturm. Anthony Ujah und Aron Johannsson hatten (weil Melvyn Lorenzen angeschlagen war) bisher keine echte Konkurrenz – nun schon. Als reiner Back-up wurde Pizarro jedenfalls nicht geholt, sagt Frings: „Er ist nicht die Nummer drei. Die Besten werden spielen.“

mr

Video: Erstes Pizarro-Training

Erstes Pizarro-Training nach seiner Rückkehr

Werder-Training am Dienstag

Terror gegen Teenager: Viele Tote bei Konzert in Manchester

Terror gegen Teenager: Viele Tote bei Konzert in Manchester

Sanierung der A1 nach Gefahrgut-Unfall

Sanierung der A1 nach Gefahrgut-Unfall

Trump: Lösung im Nahost-Konflikt kann Region befrieden

Trump: Lösung im Nahost-Konflikt kann Region befrieden

Frühlingsmarkt der Freien Waldorfschule in Bruchhausen-Vilsen

Frühlingsmarkt der Freien Waldorfschule in Bruchhausen-Vilsen

Meistgelesene Artikel

Rene Adler kein Thema für Werder

Rene Adler kein Thema für Werder

Gnabry: „Der Titel ist das Ziel“

Gnabry: „Der Titel ist das Ziel“

Sambou Yatabare vor dem Abflug

Sambou Yatabare vor dem Abflug

Delaney vor Dortmund: „Wir sind die Underdogs“

Delaney vor Dortmund: „Wir sind die Underdogs“

Kommentare