Werder will heute gegen Hoffenheim nächsten Dreier

Mit Pizarro und Mut

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BEREIT für sein Werder-Comeback: Claudio Pizarro ist heute gegen Hoffenheim dabei, wird allerdings zunächst auf der Bank Platz nehmen.

Bremen - Von Björn Knips. Ja, er ist dabei! Drei Jahre und vier Monate nach seinem letzten Bundesliga-Spiel für den SV Werder dürfte heute bei 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky) Partie Nummer 160 für die Grün-Weißen im deutschen Fußball-Oberhaus folgen. Im Flieger gen Süden saß Claudio Pizarro gestern schon neben Anthony Ujah, der aktuellen Nummer eins im Bremer Sturm – und beide strahlten auf dem Selfie des Nigerianers um die Wette.

In der Startelf wird aber nur Ujah stehen, Pizarro muss sich nach langer Spielpause wohl noch etwas gedulden. Doch als Edeljoker ist ihm zumindest ein Kurzeinsatz gewiss, schließlich will Werder den 36-Jährigen schnell flott kriegen. Und das geht nur über Einsätze. „Es kommt auf das Ergebnis an“, sagt Viktor Skripnik zur möglichen Einsatzzeit seines Wunschspielers. Der hat den Coach mit seiner körperlichen Verfassung nach über zwei Monaten ohne Mannschaftstraining in seiner ersten Werder-Woche positiv überrascht.

Deswegen ist er auch schon gegen Hoffenheim ein Thema. Aber er soll nicht das einzige Thema sein. Skripnik findet den Trubel rund um die Verpflichtung des Peruaners zwar „klasse“, aber er weiß auch: Die gute Stimmung allein wird Werder heute keine Punkte bringen. Skripnik fordert die Wiederholung des starken Auftritts gegen Mönchengladbach (2:1). „Da haben wir nicht nur geackert“, erinnert sich der Ukrainer: „Da waren wir auch mutig. Wir wollen Fußball spielen.“ Entscheidend sei dabei die Mischung aus Kampf und Glanz. Philipp Bargfrede hat das perfekt vorgelebt. Umso bitterer ist es, dass der Sechser wegen einer Knochenhautentzündung im Fuß fehlt. Er hätte zwar wie schon gegen Gladbach fitgespritzt werden können, doch Skripnik wollte das nicht mehr. „Philipp soll erst wieder 100 Prozent fit werden“, betont der Coach.

Er nimmt damit ein großes Problem in Kauf. Denn einen adäquaten Ersatz hat er nicht. Felix Kroos gilt eigentlich als erster Ersatz. Der 24-Jährige ist ein guter Stratege, aber ein weniger guter Zweikämpfer. Im Gegensatz zu Alejandro Galvez, dem gelernten Innenverteidiger. Alleine muss aber wohl keiner von ihnen vor der Abwehr agieren. Wie schon gegen Gladbach wird Zlatko Junuzovic als zweiter, etwas offensiverer Sechser beginnen. Natürlich hängt das auch vom Gegner ab. „Wir sind auf alle Systeme vorbereitet“, versichert Skripnik und warnt davor, den Gastgeber nach nur einem Punkt aus drei Spielen zu unterschätzen.

„Man darf nicht vergessen, gegen wen sie gespielt haben“, erinnert Skripnik und zählt auf: „Zuerst haben sie 1:2 in Leverkusen verloren. Dann in letzter Minute gegen die Bayern. Und bei 40 Grad gab es in Darmstadt ein 0:0, wo sie schon 3:1 führen müssen.“ Nein, nein – Hoffenheim sei keine Mannschaft für die untere Tabellenregion. „Die werden richtig aggressiv sein“, prophezeit der Werder-Coach. Zudem hat auch Hoffenheim eine Art Pizarro: Kevin Kuranyi. Nun ist dessen Rückkehr in die Bundesliga nach fürstlich bezahlten Jahren in Moskau alles andere als eine Fußball-Schmonzette wie in Bremen, aber der Stürmer hat immerhin auch schon ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel: 33 ganz genau.

„Das ist eine ähnliche Geschichte wie bei uns“, findet Skripnik und urteilt: „Kevin ist ein erfahrener Stürmer, der Wechsel hat sich schon gelohnt.“ Schließlich habe Kuranyi schon drei Mal gespielt, zuletzt in Darmstadt sogar über 90 Minuten. Doch getroffen hat der Ex-Nationalspieler noch nicht. Für Skripnik kein Makel, sondern eher eine Gefahr: „Er will bestimmt gerade im eigenen Stadion sein erstes Tor machen.“ Viel besser zum Spiel würde allerdings ein anderer Torschütze passen: Pizarro. Denn diese verrückte Werder-Woche schreit förmlich nach einem krönenden Abschluss.

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