Kommentar

Pizarro und Bremen? Das kann passen!

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Claudio Pizarro: Rückkehr zu Werder? (Archivbild)

Bremen – Ein Kommentar von Michael Baltes. Claudio Pizarro zurück zu Werder? Diese Schlagzeile ist derzeit das Top-Thema rund um Werder Bremen. Die Meinung der Anhänger der Grün-Weißen geht dabei fast ausschließlich in eine Richtung: Sie wollen den Peruaner unbedingt wieder an der Weser spielen sehen. Doch würde eine Verpflichtung überhaupt Sinn ergeben?

Mit bald 37 Jahren hat Claudio Pizarro den Zenit seiner Karriere eigentlich bereits überschritten. Bei den Bayern kam der Peruaner in der vergangenen Saison in der Bundesliga meist nur noch als Joker zum Einsatz. Elfmal wurde Pizarro eingewechselt, zweimal stand er in der Startelf. Ein Treffer gelang dem besten ausländischen Torschützen der Bundesliga-Geschichte (176 Tore in 383 Partien) dabei nicht. Rein von den nackten Zahlen betrachtet, spricht also nicht viel für eine Rückholaktion des Stürmers. Und trotzdem: Mit seiner Erfahrung und seiner Vollstreckerqualität kann er in Bremen noch eine wichtige Rolle einnehmen und dem Team von Trainer Viktor Skripnik weiterhelfen.

Denn gerade im Sturmzentrum ist Werder dünn besetzt. Fällt von dem Sturmduo Johannsson/Ujah ein Spieler aus, wird es eng. Zwar verfügen die Bremer mit Melvyn Lorenzen über einen weiteren talentierten Stürmer, der 20-Jährige ist aber extrem verletzungsanfällig und daher keine Konstante im Spiel der Grün-Weißen. Fin Bartels kann ebenfalls in der Spitze spielen, die Qualitäten eines echten Torjägers hat er aber nicht. Einen Claudio Pizarro im Kader zu haben, würde Skripnik da deutlich mehr Spielraum geben. „Er ist ein sehr guter Spieler und ein guter Freund“, sagt der Werder-Coach über den Peruaner, den er noch aus gemeinsamen Spielerzeiten in Bremen (1999 bis 2001) kennt. Mehr mag Skripnik zum Thema Pizarro und die Spekulationen über eine mögliche Verpflichtung nicht sagen: „Das ist nicht meine Baustelle“, so der Ukrainer.

Pizarro würde in jedem Fall den Konkurrenzkampf in Werders Sturm befeuern. Denn einfach nur als Backup auf der Bank zu sitzen, das dürfte im Fall einer Rückkehr an die Weser nicht der Anspruch des Peruaners sein. Der 36-Jährige will Fußballspielen – und das am liebsten in der Bundesliga, wie er zuletzt bei seiner Verabschiedung in München betont hatte. Dabei scheint bei ihm der Faktor Geld nicht mehr ganz so wichtig zu sein. Ansonsten hätte er seinen Berater wohl kaum zu Verhandlungen nach Bremen geschickt. “Ich habe immer gesagt, dass Bremen ein wichtiger Verein für mich ist. Ich habe viele Freunde dort, und natürlich ist das eine Möglichkeit“, so Pizarro bei Sport1.

Pizarro-Momente bei Werder Bremen

An der Weser müsste der Angreifer deutliche Gehaltseinbußen hinnehmen. Beim FC Bayern soll er zuletzt rund 4 Millionen Euro pro Jahr verdient haben. So viel werden die klammen Bremer dem 36-Jährigen nicht bieten können. Eigentlich ist gar kein Geld für kostspielige Starspieler vorhanden. Werder prüft deshalb, den Torjäger über externe Geldgeber zu finanzieren. Gelingt es Thomas Eichin den Deal einzutüten, wäre es ein echter Coup – selbst wenn Pizarro zukünftig nicht mit jedem Schuss das Tor treffen sollte.

Allein sein Name würde Werder ein bisschen von dem Glanz längst vergangener Tage zurückgeben. Vielleicht ist es auch genau das, wonach die Bremer Fans lechzen, wenn sie auf die Rückkehr ihres Sturmidols hoffen. Aber auch für den Fußball an sich wäre Pizarros Rückkehr an die Weser ein schönes Zeichen - gerade in Zeiten, wo sich die Ablösesummen und Gehälter für Spieler in fast wahnsinnig erscheinenden Höhen bewegen. Ein Spieler der auf Geld verzichtet, um noch ein drittes Mal für seine alte Liebe zu spielen, das wäre doch mal was.

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