Werder-Urgestein hat „Quälerei“ hinter sich

Philipp Bargfrede im DeichStube-Interview: „Ich spiele noch ein paar Jahre“

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Philipp Bargfrede kann nach überstandener Reha wieder lächeln. Er ist voller Vorfreude auf sein Comeback für den SV Werder Bremen.

Bremen – Philipp Bargfrede hat nicht gezählt, das wievielte Comeback bei ihm ansteht. Der Profi des SV Werder Bremen blickt nicht so gerne auf seine zahlreichen Verletzungen und Operationen zurück, sondern viel lieber nach vorne. „Ich bin wieder da!“, sagt Bargfrede im Interview mit der DeichStube – und es klingt schon ein wenig nach einer Kampfansage.

Das Knie, das Mitte Mai operiert werden musste, ist wieder in Ordnung. Der 30-Jährige brennt nach seiner Rückkehr ins Mannschaftstraining des SV Werder Bremen darauf, beim Heimspiel am Samstag gegen RB Leipzig (18.30 Uhr) dabei zu sein.

Philipp Bargfrede, bei Ihnen muss die erste Frage einfach lauten: Wie geht es Ihnen?

Sehr gut, super! Ich bin sehr froh, wieder mit der Mannschaft trainieren zu können.

Wie war es?

Ich bin sehr zufrieden mit den ersten beiden Einheiten. Natürlich ist das jetzt ein ganz anderer Schnack, als wenn man alleine trainiert. Aber ich bin sehr gut vorbereitet.

Nehmen die Kollegen Rücksicht auf Sie, weil Sie so lange verletzt waren?

Nein, das muss auch keiner. Ich nehme doch auch keine Rücksicht auf die anderen (lacht).

Was genau hatten Sie eigentlich am Knie?

Es war keine akute Verletzung im üblichen Sinne, es war nichts kaputt. Das Knie ist aber immer wieder dick geworden, weil eine Entzündung drin war. Wir haben uns dann für die Operation entschieden, um das Knie zu säubern. Einfach war die Entscheidung für mich allerdings nicht.

Werder Bremen: Philipp Bargfrede „will endlich wieder auf den Platz“

Warum?

Weil ich ja aus der Vergangenheit wusste, was auf mich zukommen wird. Und daran gewöhnst du dich auch nicht. So eine Operation ist nicht ohne, du weißt nicht, ob wirklich alles gut geht. Dann kommt die Reha, die macht nicht wirklich Spaß. Das ist alles eine große Quälerei. Aber es war notwendig, und ich bin glücklich, dass es so gut geworden ist. Jetzt freue ich mich auf Fußball. Ich bin wieder da!

Philipp Bargfrede hat die lästige Reha-Quälerei hinter sich gebracht. Er ist in das Teamtraining des SV Werder Bremen zurückgekehrt.

Was haben Sie vor?

Ich möchte Erfolg haben! Es ist nicht schön, nur Zuschauer zu sein. Das habe ich gerade erst wieder in Berlin gespürt, als ich bei dieser tollen Stimmung und dem rassigen Spiel auf der Tribüne sitzen musste. Da hat mein Herz geblutet. Ich will wieder auf dem Platz stehen und mit den Jungs Siege feiern.

Klappt das schon am Samstag gegen Leipzig? Es wurde ja schon in den Medien spekuliert, dass Sie wegen der vielen Ausfälle gleich in der Startelf stehen werden?

Das habe ich gelesen und musste ein bisschen schmunzeln.

Moment mal, Sie sind schließlich der Experte für Kaltstarts nach langen Verletzungspausen.

Absolut, das war manchmal wirklich nicht schlecht. Aber wir müssen vernünftig sein. Es geht nicht nur um meine Gesundheit, sondern auch um meine Leistung, die ich abrufen kann. Training und Spiel sind noch mal zwei ganz unterschiedliche Dinge. Wir werden sehen, was am Samstag passiert.

Werder Bremens Philipp Bargfrede sicher: „Ich kann noch ein paar Jahre spielen“

Sie sind während Ihrer Verletzungspause sicherlich noch mal richtig durchgecheckt worden. Was haben Sie mit 30 Jahren noch im Tank?

Ich habe ein sehr gutes und wichtiges Feedback von meinem Operateur Dr. Ulrich Boenisch bekommen. Ich kann noch einiges abrufen und sicherlich noch ein paar Jahre spielen.

Was trauen Sie der Mannschaft zu?

Das ist schwer zu beantworten. Wir sind durch die vielen Verletzten in einer schwierigen Phase. Das ist aber auch eine große Chance für die anderen Spieler. Wir haben mit Leipzig und Dortmund zwei ordentliche Gegner vor uns. Da müssen wir uns beweisen und punkten.

Kurz vor diesem Interview kam die Nachricht, dass sich Yuya Osako schwer verletzt hat und lange ausfallen wird. Was hat die Mannschaft verbrochen, um so vom Pech verfolgt zu werden?

Es ist einfach Wahnsinn! Ich kann mir das nicht erklären.

Wie hat die Mannschaft reagiert, als das mit Osako passiert ist?

Du denkst natürlich: Das kann doch nicht wahr sein, da liegt schon wieder einer! Aber wir lassen uns davon nicht runterziehen, das haben wir schon gegen Union gezeigt. Das darf auch keine Ausrede sein, wenn wir keine Punkte holen.

Philipp Bargfrede: Nach der Karriere ein Trainee-Programm bei Werder Bremen

Sie könnten mit Ihrer Werder-Vita durchaus auch Kapitän sein, sind aber in dieser Saison nicht einmal mehr im Mannschaftsrat. Wie gehen Sie damit um?

Gut, weil Florian Kohfeldt und ich das so besprochen haben. Ich sollte mich wegen meiner Verletzung voll auf die Reha konzentrieren. Das war auch absolut richtig. Und ich bin eh ein Spieler, der den Mund aufmacht, wenn er etwas zu sagen hat.

Wenn Sie irgendwann Ihre Karriere beenden werden, gründen Sie dann eigentlich eine Reha-Klinik, um Ihr Wissen weiterzugeben?

Gute Idee! Aber das Problem ist, dass ich bei meinen Operationen immer geschlafen habe. Und das ist der einzige Bereich, der mich bei der ganzen Sache wirklich interessieren würde (lacht).

Wissen Sie inzwischen schon, was nach dem Fußball kommen soll?

Ich habe ja nach der Karriere hier bei Werder die Möglichkeit, ein Trainee-Programm im Management oder im Trainer-Bereich zu absolvieren. Da werde ich dann sehen, was mir liegt. Aber daran denke ich kaum. Denn ich habe mich voll auf mein Comeback fokussiert – und darauf freue ich mich einfach!

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