Kurioses aus dem Werder-Bus

Mertesacker verrät Wieses verrückte Rituale

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Von 2006 bis 2011 kickten Tim Wiese und Per Mertesacker gemeinsam im Trikot der Grün-Weißen.

London/Bremen – Dass Torhüter ganz besonders ticken, ist nichts Neues. Aber was Per Mertesacker nun über Tim Wiese während ihrer gemeinsamen Zeit beim SV Werder verraten hat, ist fast nicht zu glauben und gibt einen herrlich unterhaltsamen Einblick in den Alltag von Fußball-Profis.

Im Podcast „Phrasenmäher“ der „Bild“ berichtet Mertesacker quasi live aus dem Bremer Mannschaftsbus, in dem damals ein „Dinner for one“ ablief, von dem aber nur die beiden Hauptdarsteller wussten.

Rituale bei Wiese und Mertesacker 

„Bei uns war immer ganz viel Ritual am Start“, erzählt Mertesacker, der von 2006 bis 2011 gemeinsam mit Wiese für Werder auflief: „Wir mussten immer die gleichen Dinge zur gleichen Zeit am gleichen Ort tun, damit wir erfolgreich sein können.“ Dabei ging es vor allem um die Busfahrt. Der Verteidiger und der Torwart saßen nebeneinander. „Vorletzte Reihe“, erinnert sich Mertesacker: „Ich durfte nie vor ihm im Bus sein.“ Irgendwann passierte es. „Er hat mit seiner Uhr gespielt – und ich musste lachen. Dann hat er gesagt, heute gewinnen wir.“ Aus dem Spaß wurde schnell Ernst. „Wenn ich mal nicht gelacht habe, dann hat er gesagt, heute verlieren wir.“ Und es blieb nicht bei der Uhr. „Wir sind immer am Krankenhaus Bremen-Mitte vorbeigefahren, und dann musste ich immer erwähnen: Ey, Tim, du lagst doch mal hier drin wegen dieser Nierenkrankheit.‘ Ich musste immer den gleichen Satz sagen. Und dann hat er gesagt: Heute gewinnen wir, heute gewinnen wir.“

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So weit so gut, aber was war, wenn Mertesacker mal nicht aufpasste? „Dann hat Tim gesagt: ,Du kannst es noch ganz schnell zurücknehmen, sonst verlieren wir wirklich‘“ Aber Mertesacker funktionierte gut, denn er nahm seine Aufgabe sehr ernst, wie er lachend erzählt: „Du willst ihm ja ein gutes Gefühl geben – er steht ja hinter dir, er ist der Torwart. Wenn Tim Wiese kein gutes Gefühl hat, dann verlieren wir tatsächlich. Ich hatte die Verantwortung, ich musste da sofort abliefern.“

„Lutscher denkt wieder, er ist Lothar Matthäus“

Mertesacker hatte aber vor allem eines: Spaß. Schließlich wurde viel gelacht, es entstand eine besondere Beziehung zu Wiese. „Tim war ein ganz spezieller Kandidat. Es war nicht immer einfach, aber er ist ein ganz toller Kerl, den ich sehr schätze.“ Die Kollegen bekamen von alledem im Bus wenig mit. „Das war nur etwas zwischen uns.“ Dazu gehörte auch das Ritual mit Torsten Frings. „Er war immer als Letzter im Bus – und Tim hat dann immer zu mir gesagt: ,Lutscher denkt wieder, er ist Lothar Matthäus‘“, verrät Mertesacker und muss wieder laut lachen.

Die Rituale haben sich gelohnt. Werder gehörte damals zur Bundesliga-Spitze, war Stammgast in der Champions-League, stand 2009 im Uefa-Cup-Finale und holte in dem Jahr auch den DFB-Pokal. Inzwischen haben Mertesacker und auch Wiese ihre Karrieren beendet – und da dürfen solche Geheimnisse endlich gelüftet werden.

Quelle: DeichStube

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