Der Flüchtling ist jetzt ein Bundesliga-Profi

Manneh und die 40.000

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GER, 1.FBL, Werder Bremen vs FSV Mainz 05

Bremen - Würde Werder nicht so tief in der Krise stecken, dann wäre eigentlich dies die Geschichte der Woche: Der Flüchtling Ousman Manneh aus Gambia schafft es in die Bundesliga. So aber spielt der 19-Jährige nur eine Nebenrolle. Doch das ist ihm vielleicht gar nicht so Unrecht.

Denn diese Premiere hat Manneh ganz schön mitgenommen. „Ich hatte gesehen, dass ich von Anfang an spielen sollte“, erinnerte sich Manneh an die Besprechung vor dem Mainz-Spiel: „Ich sagte nur: ,Wow! Wie mache ich das vor über 40.000 Leuten?’ Aber die älteren Spieler, Fritz, der Trainer und alle anderen Spieler haben zu mir gesagt: ,Das ist ein normales Spiel – wie bei der U23. Komm raus, gib alles – und das wars.’“

Genauso machte es Manneh dann auch auf dem Platz. Unerschrocken drückte er sofort aufs Gaspedal, erarbeitete sich sogar zwei gute Chancen. „Die Idee war, dass er dem Gegner vorne Stress bereiten sollte. Das hat er sehr gut gemacht“, lobte Interimscoach Alexander Nouri seinen Angreifer, den er aus der U23 mitgebracht hatte. Ganz neu war Manneh bei den Profis aber nicht. Ende Juli 2015 ließ in Coach Viktor Skripnik in einem Testspiel beim Landesligisten Wilhelmshaven ab der 60 Minute ran – und Manneh erzielte mal eben vier Tore in einer Viertelstunde.

Der Hype um den Flüchtling, der 2014 nach Bremen gekommen war, kannte kaum Grenzen. Doch Werder blieb ganz ruhig, setzte auf eine gute taktische Ausbildung Mannehs in der zweiten Mannschaft. Dort ist er inzwischen Stammspieler. Gleichzeitig durfte der Stürmer hin und wieder bei den Profis mittrainieren. Wovon Manneh nun träumt, ist offen. Gesprochen hat Manneh nach dem Mainz Spiel – übrigens auf Deutsch – nur beim Vereins-TV. Werder möchte ihn noch ein bisschen schützen.
kni

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