Auch Bargfrede, Selke und Zetterer fehlen in Dortmund / Lorenzen dabei

Ohne Sieben ins „Finale“

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Werder-Coach Skripnik

Bremen - Das „Final-Fieber“ steigt und steigt – und spätestens heute Nachmittag um 15.30 Uhr dürften alle Bremer richtig heiß sein. Dann wird bei Borussia Dortmund das letzte Spiel der Bundesliga-Saison angepfiffen. Werder will mit einem Sieg am BVB vorbeiziehen, auf Platz sieben ins Ziel kommen und damit die Chance wahren, sich für die Europa League zu qualifizieren. „Über 80000 Zuschauer – beim BVB herrscht immer eine Super-Atmosphäre, das ist ein Super-Verein“, schwärmt Mittelfeldmann Zlatko Junuzovic: „Schon wenn du das Stadion dort betrittst, schießt dir das Adrenalin rein.“ Nun, das Stresshormon wurde in Bremen gestern schon reichlich ausgeschüttet: Es gab gleich mehrere personelle Hiobsbotschaften für Trainer Viktor Skripnik.

Schon vor dem Abschlusstraining am Nachmittag stand fest, dass Philipp Bargfrede und Michael Zetterer definitiv ausfallen. Bargfrede hat seine Probleme am Fußgelenk noch nicht überwunden. Der 26-Jährige war im Gladbach-Spiel umgeknickt, hat seitdem einen dicken Knöchel. Auch die Möglichkeit, mit einem Stützverband spielfähig gemacht zu werden, erledigte sich. Statt Bargfrede wird wohl Felix Kroos als „Sechser“ beginnen.

Nachwuchskeeper Zetterer tauchte gestern mit bandagiertem linken Unterarm am Weserstadion auf. Den 19-Jährigen hat es richtig übel erwischt: Kahnbeinbruch im Donnerstag-Training, rund zwei Monate Pause. Zetterer verpasst damit nicht nur das Dortmund-Spiel (es wäre sein zweites im Profikader gewesen), sondern auch die U20-WM. Kommende Woche sollte er mit Teamkollege Levin Öztunali zum Turnier nach Neuseeland reisen.

Das waren die ersten zwei Rückschläge, der dritte folgte wenig später – und auch der tut Werder richtig weh. Davie Selke musste das Abschlusstraining abbrechen. Die Adduktorenbeschwerden, die ihn zu Beginn der Woche bereits zu einer Pause gezwungen hatten, sind wieder da. Der Stürmer ist heute in Dortmund nicht dabei. Ausgerechnet Selke: Der 20-Jährige hatte im Hinspiel gegen den BVB seine beste Saisonleistung gezeigt, beim 2:1 erst selbst getroffen und Fin Bartels dann das zweite Tor aufgelegt. Laut Sportchef Thomas Eichin war Selke „in richtig guter Form. Er hatte zuletzt immer seine Chancen“ – anders als Torjäger Franco Di Santo, der seit Wochen im Tief steckt.

Für Selke ist das Kapitel Werder damit gleichzeitig beendet. Der zu Zweitligist RB Leipzig wechselnde Angreifer, mit neun Treffern zweitbester Werder-Schütze hinter Di Santo (13), hätte heute sein Abschiedsspiel im Bremer Trikot bestreiten sollen. Nun ist er wieder angeschlagen und wird deshalb wohl auch die vier Testkicks nach der Saison verpassen.

Zählt man die neuen und die bereits bekannten Ausfälle (Clemens Fritz, Alejandro Galvez, Santiago Garcia und Özkan Yildirim) zusammen, muss Skripnik im so wichtigen „Endspiel“ gleich sieben Spieler ersetzen – ganz bescheidene Aussichten, um das angepeilte Wunder zu schaffen.

Immerhin kehrten gestern zwei Profis zurück, die heute dabei sein werden. Linksverteidiger Janek Sternberg (Oberschenkel) und Ersatztorwart Raphael Wolf (Hüfte) haben ihre Blessuren überwunden. Und es gibt auch noch einen Überraschungsgast im Bremer Kader: Stürmer Melvyn Lorenzen, nach seinen Problemen am Außenmeniskus des rechten Knies erst seit Mitte der Woche wieder im Mannschaftstraining, stieg gestern mit 17 Teamkollegen in den Bus gen Ruhrpott. Vermutlich sitzt der 20-Jährige heute zunächst auf der Bank. Oder steckt ihn Skripnik sogar gleich in die Startelf? Mit seiner Schnelligkeit ist Lorenzen prädestiniert für Konter – und auf die wird Werder heute garantiert auch setzen.

mr

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