Löw sieht einen Mann für die Zukunft

Öztunali kann es ohne Opas Hilfe

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Levin Öztunali (re./gegen Freiburgs Marc-Oliver Kempf) ist bei Werder bestens aufgehoben, glaubt sein Opa.

Bremen - Manchmal kommt er einfach so vorbei. Setzt sich in sein Auto, fährt von seinem Wohnort Schönau ins nur 40 Kilometer entfernte Freiburg. Um Fußball zu gucken. Nur so, ohne einen bestimmten Grund. Dann sucht sich Bundestrainer Joachim Löw im Schwarzwald-Stadion irgendwo einen freien Platz.

Wenn’s sein muss, auch auf der Pressetribüne. So schaute er sich am Samstag gemeinsam mit DFB-Chefscout Urs Siegenthaler die Partie zwischen dem SC Freiburg und Werder Bremen an – ein Spiel ganz ohne aktuelle deutsche Nationalspieler. Aber für Löw war es dennoch interessant. Er konnte immerhin einen Blick in die Zukunft werfen. Dabei wird er gewiss nicht an Levin Öztunali vorbeigeschaut haben.

Vielleicht war Löw auch gekommen, um Bremens Davie Selke zu begutachten. Der Stürmer könnte schließlich in absehbarer Zeit ein Kandidat für die Nationalelf werden. Doch in Freiburg bekam der 20-Jährige von Werder-Coach Viktor Skripnik eine Pause verordnet. „Jede Woche Vollgas, das geht nicht“, meinte der Coach. Öztunali spielte dagegen von Anfang an. Das zweite Mal erst, seit er in der Winterpause von Bayer Leverkusen ausgeliehen wurde. Aber es werden gewiss noch weitere Startelfnominierungen dazu kommen. Denn Löw, Siegenthaler und alle anderen bekamen zu sehen, weshalb U19-Europameister Öztunali als eines der größten Talente in Deutschland gilt. Schnelligkeit, Ballsicherheit, Spielübersicht – alles erstaunlich gut ausgeprägt für einen 18-Jährigen. So bereitete Öztunali den Treffer des Tages mit einem langen Ball auf Franco Di Santo vor. „Kein blinder Pass, sondern einer mit Auge“, lobte Skripnik.

Joachim Löw wird das nicht entgangen sein. Und im fernen Hamburg verfolgte Öztunalis Opa Uwe Seeler via TV, wie sich sein Enkel bei Werder Bremen schlägt. „Levin muss langsam an die Bundesliga herangeführt werden. Ich glaube, Viktor Skripnik sieht das genauso und handelt entsprechend“, sagte „Uns Uwe“ dem „kicker“. Die Ausleihe nach Bremen sei „eine gute Wahl“ gewesen für den Sohn seiner Tochter: „Nun muss er ganz allein seinen Weg gehen. Opa kann ihm dabei nicht helfen. Er muss sich durchbeißen.“ Vielleicht schafft Öztunali es sogar ins Notizbuch des Bundestrainers – wenn er nicht sogar schon drinsteht.

csa

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