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Ömer Toprak will bei´Werder endlich zur Verstärkung werden - Baumann: „Er wird  vorangehen“

Ömer Toprak will nach einem rabenschwarzen Jahr bei Werder Bremen endlich zur Verstärkung werden.
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Ömer Toprak will nach einem rabenschwarzen Jahr bei Werder Bremen endlich zur Verstärkung werden.

Bremen – Die wummernden Bässe drangen irgendwo hinter ihm aus der Gästekabine, dazwischen immer wieder das lautstarke Gejohle der Mitspieler – klassischer Party-Klangteppich –, doch Ömer Toprak, Abwehrspieler von Werder Bremen, nahm all das am späten Abend des 6. Juli für einen Moment höchstens beiläufig war: Er telefonierte.

Nach der Rettung im Relegationsrückspiel beim 1. FC Heidenheim hatte sich der Werder-Profi draußen vor dem Stadion etwas abseits einen ruhigen Platz gesucht, hatte sich das Handy ans Ohr gehalten und sich mit dem anderen Arm auf ein Metallgitter gelehnt. Entspannt sah er dabei aus, erleichtert auch. Für den Fan, der zaghaft um Autogramm und Selfie bat, unterbrach Ömer Toprak gerne sein Gespräch – es war ja alles nochmal gut gegangen.

Werder Bremen: Zweiter Anlauf für Ömer Toprak

Werder Bremen würde auch in der neuen Saison noch in der Bundesliga spielen, und das bedeutete wiederum, dass Toprak weiter für Werder spielen würde. Ein zweiter Anlauf sozusagen. Nach einem Jahr, das für den inzwischen 31-Jährigen ein rabenschwarzes gewesen war. Bei Werder freuen sie sich sehr darauf. Und sie verbinden es mit großen Hoffnungen.

„Ömer hat ja über viele Jahre hinweg gezeigt, zu welchen Leistungen er in der Bundesliga imstande ist“, sagt Sportchef Frank Baumann kurz vor dem Start in die Vorbereitung. Und er betont: „Wenn er fit und gesund bleibt, wird er bei uns vorangehen und für die Mannschaft enorm wichtig werden.“ Das mit dem Gesundbleiben war in der vergangenen Saison allerdings das Problem gewesen.

Werder Bremen: Ömer Toprak kam 2019 vom BVB

Als Werder Bremen am 11. August 2019 offiziell bekannt gab, dass Innenverteidiger Ömer Toprak per Leihe plus Kaufverpflichtung (die durch den Klassenerhalt greifen sollte) von Borussia Dortmund kommt, war die allgemeine Begeisterung groß. Ein Spieler dieses Kalibers, mit so viel Erfahrung (siehe Infokasten) und so gutem Namen lag doch eigentlich deutlich außer Reichweite des Vereins. Baumann war es jedoch gelungen, das finanzielle Risiko – für Toprak werden nach der Leihgebühr in Höhe von einer Millionen Euro nun weitere vier Millionen Euro an Ablöse fällig – in die Zukunft zu verschieben. Und der Spieler seinerseits hatte beim BVB keine Chance mehr auf einen Stammplatz gesehen, dafür in Bremen aber eine vielversprechende Zusammenarbeit mit Trainer Florian Kohfeldt. Was sollte da schon groß schiefgehen? Nur wenige Wochen später war dann klar: nahezu alles.

Bereits der erste Spieltag endete für den Verteidiger, der während des 1:3 gegen Fortuna Düsseldorf einen Schlag abbekommen hatte, mit Atemnot im Krankenhaus. Am zweiten zog er sich während des 2:3 in Hoffenheim nach 17 Minuten einen Muskelfaserriss zu, weshalb er in den folgenden sechs Partien nicht zur Verfügung stand. Ein Traumstart sieht anders aus.

Es folgten – im Schnelldurchgang – erst muskuläre Probleme, dann eine Sehnenentzündung und schließlich ein grobes Foul von Frankfurts Filip Kostic während des DFB-Pokal-Viertelfinals, das Topraks Saison bereits am 4. März vorzeitig beendete: Syndesmosebandanriss. All das sorgte dafür, dass der angedachte Führungsspieler 21 von 34 Bundesligaspieltagen verletzt verpasste, kurzum: dass er der Mannschaft nie wirklich helfen konnte.

Werder Bremen: Ömer Toprak in der neuen Saison Startelf-Kandidat 

Die Sommerpause hat Ömer Toprak nun für sich genutzt, um etwas Rückstand aufzuholen. Anders als seine Kollegen Kevin Möhwald und Niclas Füllkrug steigt er zwar nicht vor dem Rest der Mannschaft mit individuellen Einheiten in die Vorbereitung ein. „Dafür hat er aber einen speziellen Plan mit in den Urlaub bekommen“, sagt Baumann, der Toprak am Montag topfit zurück in Bremen erwartet.

Im Gegensatz zur Vorsaison liegt dann die komplette Sommer-Vorbereitung mit der Mannschaft vor ihm. Übersteht er sie unverletzt, dürfte kaum ein Zweifel daran bestehen, dass Toprak beim Bundesliga-Auftakt im September zur Bremer Startaufstellung zählt. Vor allem seine große Stärke – die hohe Geschwindigkeit – war der Werder-Abwehr zuletzt doch arg abgegangen.

Zum Abschluss noch einmal zurück zum späten Abend des 6. Juli, zurück nach Heidenheim. Ehe Toprak dort sein Telefongespräch hatte starten können, war es im Stadion zu einer herzlichen Begegnung mit Aufsichtsratschef Marco Bode gekommen. „Ich habe Ömer einfach mal in den Arm genommen“, berichtete der 51-Jährige einige Tage später. Und kündigte an: „Er wird in der neuen Saison sehr, sehr ehrgeizig sein und bei uns zeigen wollen, was er kann.“ Lange genug darauf warten musste Toprak ja. (dco)

Quelle: DeichStube

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