Neuzugang drängt in Werders Startelf

Sahin sorgt für „schönen Luxus“

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Nuri Sahin kam bisher nur in Testspielen zum Einsatz. Feiert der 30-Jährige am Sonntag sein Pflichtspieldebüt für Werder?

Bremen - Am Ende seiner langen Antwort schleicht sich ein zufriedenes Lächeln auf das Gesicht von Florian Kohfeldt. Und er sagt, wie er die Situation mit und um Neuzugang Nuri Sahin empfindet. „Ein Luxus. Ein schöner Luxus“, sei es, einen Spieler wie den 30-Jährigen zur Verfügung zu haben und doch gar nicht zu wissen, ob man ihn tatsächlich im nächsten Spiel brauchen wird.

Diesen Luxus genießend ließ der Werder-Coach also offen, ob Last-Minute-Verpflichtung Sahin am Sonntag (15.30 Uhr, Weserstadion) gegen den 1. FC Nürnberg sein Pflichtspiel-Debüt im Werder-Trikot feiern wird. Eigentlich hatte das Mittelfeld des SV Werder Bremen bislang nicht den Eindruck gemacht, dass es so überhaupt nicht funktionieren würde. Folglich ist es eben kein Muss, das Gefüge mit Philipp Bargfrede, Davy Klaassen und Maximilian Eggestein für die Partie gegen den 1. FC Nürnberg auseinanderzureißen. Es besteht aber trotzdem die Option, es zu tun, meint Trainer Kohfeldt. Wegen Nuri Sahin.

„Was Nuri jetzt schon auszeichnet, ist, dass er in unser Offensivspiel eine Variante einbringt, die wir bisher nicht hatten“, erklärt der 35-Jährige und konkretisiert, was er an Sahin schätzt, obwohl der noch kein einziges Pflichtspiel für Werder bestritten hat: „Das sind seine gezielten Pässe in die Tiefe. Ob als Flugball oder als Chipball – das sind Bälle, die enorm effektiv sein können.“ Und zwar nicht nur dann, wenn Sahins Ball auch beim Adressaten ankommt. Sondern allgemein. Kohfeldt: „Der Gegner muss mit diesen Pässen rechnen. Das zieht die Reihen auseinander, schafft Platz für uns.“

Eggestein ist gesetzt - Wohin mit Sahin?

Das wären die guten Gründe, weshalb Sahin gegen Nürnberg zu seiner Premiere kommen könnte. Doch wen auf die Bank setzen? U21-Nationalspieler Maximilian Eggestein wird es definitiv nicht treffen. „Maxi spielt“, rief Kohfeldt auf der Pressekonferenz dazwischen, als der neben ihm sitzende Eggestein über seinen möglicherweise bedrohten Stammplatz sprechen sollte. „Damit wäre das ja beantwortet“, grinste der 21-Jährige. Zuvor hatte Kohfeldt einmal mehr klargemacht, dass Sahin neben der „6“ auch die „8“ spielen kann. Was die Spekulationen um die Aufstellung nicht kleiner macht.

Bargfrede oder Sahin? Klaassen oder Sahin? Eggestein oder Sahin? Vielleicht heißt die Antwort schlicht: alle zusammen. Abwehrchef Niklas Moisander favorisiert offenbar diese Variante. „Nuri ist gut bei uns angekommen. Ich glaube, dass er am Sonntag spielt“, hatte der Finne bereits am Donnerstag gesagt. Eine Raute im Mittelfeld ist denkbar, würde aber einen der bislang drei Angreifer kosten. Martin Harnik ist als einer dieser drei Angreifer darauf vorbereitet, weiß aber auch noch nicht, was Kohfeldt plant: „Die Möglichkeit, ein 4-4-2 zu spielen, hatten wir auch ohne Nuri schon. Aber natürlich haben wir mit ihm nochmal Qualität dazubekommen.“

Die andere Möglichkeit für den Sonntagnachmittag ist, Sahin während der Partie einfach auf der Bank zu lassen. Schließlich hat der ehemalige türkische Nationalspieler einige Bremer Kollegen wegen deren Länderspielabstellungen in den vergangenen zwei Wochen erst am Donnerstag kennengelernt und am Freitag das erste Mal mit ihnen trainiert. In so kurzer Zeit die perfekte Abstimmung herzustellen, ist unmöglich. Sahin über Kurzeinsätze weiter an die Mannschaft heranzuführen, könnte deshalb der Luxus sein, den sich Florian Kohfeldt tatsächlich gönnt.

Moisander spürt bei Sahin die Ausstrahlung eines Gewinnertypen

Das starke personelle Angebot in Mittelfeld und Angriff ermögliche es ihm mittlerweile, „auch auf kleine Wellen“ im Leistungslevel seiner Spieler reagieren zu können. „Das ist spannend“, meint Kohfeldt, der die Konkurrenzsituation voll ausreizen kann. Wobei nicht immer nur der Trainingseindruck entscheiden wird, so der Coach: „Es geht nicht allein darum, wer die höchste Qualität besitzt, sondern auch darum, für jedes Spiel und jeden Gegner die richtigen Typen auszuwählen.“

So gesehen hat Nuri Sahin am Sonntag tatsächlich sehr gute Karten. Florian Kohfeldt attestiert dem Ex-BVB-Star „die Aura einer Persönlichkeit“ und Niklas Moisander spürt bei Sahin die Ausstrahlung eines Gewinnertypen: „Er ist ein super Spieler, dem man im Training sofort ansieht, dass er schon viele Erfolge gefeiert hat.“

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