Werder-Sportchef Eichin versteht die Wünsche des Trainers, wird sie aber nicht alle erfüllen

„Nur ein Ziel: Dranbleiben!“

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Sportchef Thomas Eichin (links) nimmt es Viktor Skripnik (rechts) nicht übel, dass der Trainer einen kleinen Rundumschlag vorgenommen und auch ihn dabei getroffen hat.

Bremen - Werder-Coach Viktor Skripnik hat ordentlich Dampf abgelassen, sich die Mannschaft vorgeknöpft und Neuzugänge gefordert. Und was macht sein Chef? Der gibt sich ganz entspannt. „Nach dem Spiel in Frankfurt waren wir doch alle frustriert“, sagt Thomas Eichin: „Wir müssen jetzt die Ruhe bewahren und dürfen nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.“

Als Grund für Skripniks kleinen Rundumschlag sieht Eichin nicht nur die 2:5-Klatsche, sondern auch das frustrierende Verletzungspech. In Frankfurt hat es Abwehrchef Sebastian Prödl erwischt. Der Österreicher fällt acht Wochen aus. Und Torjäger Franco Di Santo wird aufgrund seiner Knieprobleme in diesem Jahr auch nicht mehr spielen. „Natürlich ist es schlimm, wenn zwei Leistungsträger wie Prödl und Di Santo ausfallen. Das tut gerade uns richtig weh. Aber zur Rückrunde werden sie wieder da sein“, betont Eichin. Ersatz für diese beiden Profis wird also nicht explizit gesucht, aber auch nicht kategorisch ausgeschlossen, falls der Markt plötzlich etwas Besonderes in diesem Bereich hergibt.

Skripnik hat grundsätzlich Neuzugänge gefordert – und zwar erfahrene und qualitativ hochwertige, um im Abstiegskampf bestehen zu können. „Jeder Trainer braucht Verstärkungen. Ich hätte auch gerne 25 absolute Topleute. Aber die können wir uns nicht leisten“, erwidert Eichin und erklärt: „Wir können auch nicht beides haben: auf die Jugend setzen und alle erfahrenen Profis spielen lassen.“ Es wird also ein Spagat bleiben, um nicht das ganze Konzept über den Haufen zu werfen.

Dass im Winter jemand kommt, scheint sicher. „Wir sind sehr gut vorbereitet, haben viel gescoutet. Ich war ja zuletzt selbst unterwegs. Jetzt müssen wir schauen, was wir wirklich brauchen und was dann machbar ist. Es gibt genügend große Vereine, wo die Bänke voll sind...“, berichtet Eichin. Ins Detail möchte er freilich nicht gehen. Die Konkurrenz liest schließlich mit. Ein heißer Kandidat bleibt natürlich der Sommer-Fast-Transfer Bryan Ruiz vom FC Fulham. Auch dazu gibt es von Eichin nichts zu sagen.

Der Sportchef möchte den Fokus ohnehin auf die Aktualität richten – und er möchte von einer etwaigen Verzweiflung am Osterdeich nichts hören. „Ein Drittel der Liga steckt doch in diesem Matsch – vom 18. bis zum Zwölften hat momentan jeder Abstiegskampf“, sagt der Ex-Profi und lässt sich auch von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen: „Ich setze lieber ein Spiel richtig in den Sand wie in Frankfurt und gewinne dann die nächsten beiden, als drei Mal unentschieden zu spielen. Wenn Viktor seinen Punkteschnitt hält, ist doch alles in Ordnung.“

Der neue Trainer hat von fünf Spielen drei gewonnen – das macht neun Punkte. Im Schnitt bedeutet das 1,8. Hochgerechnet auf die noch ausstehenden 20 Spiele würde Werder noch 36 Punkte sammeln und mit dann 49 Zählern alles andere als Abstiegssorgen haben.

Das klingt allerdings wie ein Traum. Und dieses Rechenspiel macht Eichin auch gar nicht erst mit. Er nennt ebenso keine Punktevorgabe für die drei Spiele bis zur Winterpause gegen Hannover, in Mönchengladbach und dann gegen Dortmund, sondern für ihn „gibt es nur ein Ziel: Dranbleiben.“ Jetzt bloß nicht wieder abreißen lassen – und wie nach der Entlassung von Robin Dutt mit einem Rückstand hinterherhecheln. Das wäre Gift für die Weihnachtstage und ein sehr schwerer Rucksack für die Vorbereitung im Januar.

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