Kommentar zu Alexander Nouris Beförderung

Wenn es keinen Besseren gibt

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Alexander Nouri

Ein Kommentar von Björn Knips - Nun also Nouri – Alexander Nouri. Einer aus dem eigenen Hause. Einer, der nach fast zweiwöchiger Suche übrig geblieben ist. Werder hat keinen Besseren gefunden, berichtete Sportchef Frank Baumann nach zweiwöchiger Trainersuche. Eine interessante Aussage, die so oder so verstanden werden kann. Und das macht die Geschichte ein wenig problematisch.

Wer über seinen Partner sagt, er hätte keinen Besseren gefunden, der erntet in der Regel Mitleid. Schließlich hört sich das nicht nach dem angestrebten Optimum an und schon gar nicht nach der großen Liebe. Irgendwie fehlt da dieser Aha-Effekt, dieses „Und es hat Boom gemacht“.

Björn Knips

Andererseits: Wenn ein Chef eine neue Führungskraft sucht und nach reiflicher Überlegung zu der Auffassung kommt, es gibt keinen Besseren als den Bewerber aus der eigenen Firma, dann handelt er professionell. Der Fußball bewegt sich irgendwo zwischen Geschäft und Liebe. Es geht um viel Geld, aber gleichzeitig sind jede Menge Emotionen im Spiel. So spricht Baumann selbst von einem Bauchgefühl pro Nouri. Das würde ein Unternehmer nie sagen, er muss allein mit dem Kopf entscheiden – oder das zumindest nach außen so verkaufen. Baumann ist da anders, allerdings nicht ganz freiwillig. Denn der Fußball ist total öffentlich, alles muss täglich erklärt werden.

Deshalb gibt Baumann Einblick in seinen Entscheidungsprozess, wirbt so auch um Verständnis. Er will Nouri nicht schwächen, sondern ihn stärken.

Das gelingt auf den ersten Blick jedoch nur bedingt. Denn der von der U23 geholte Coach bekommt keinen neuen, über die Saison hinaus geltenden Vertrag, sondern einfach nur mehr Geld als vorher. Nach großem Vertrauen sieht das nicht aus, dafür aber nach professionellem Handeln. Jeder Geschäftsführer eines Unternehmens hätte es aus finanzieller Weitsicht ähnlich gemacht – und Baumanns offizielle Bezeichnung ist nun einmal Geschäftsführer Sport.

Bleibt der Faktor Erfahrung. Die war Baumann auf der Trainerposition eigentlich ganz wichtig gewesen nach dem Scheitern von Viktor Skripnik. Der Ex-Profi hatte als Trainer-Neuling in der Bundesliga erst gut funktioniert, dann aber gar nicht mehr. Am Ende herrschte Chaos. Nouri hat die Lage beruhigt und gleichzeitig einen neuen Impuls gesetzt. Vier Punkte aus drei Spielen sind okay. Seine Umstellungen nach der schlechten ersten Halbzeit in Darmstadt haben gefruchtet. Das lässt hoffen, dass Nouri wirklich das Zeug zum Bundesliga-Trainer hat. Er hat sich seine Chance verdient, eine faire Chance. Deshalb muss die öffentliche Diskussion, ob es keinen Besseren gibt, nun enden.

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