Nils Petersen kehrt mit Freiburg wieder einmal nach Bremen zurück

Mit gutem Gefühl gen Norden

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Nils Petersen beim 0:0-Unentschieden am 23.09.17 in der Partie Werder Bremen gegen den SC Freiburg.

Freiburg - Im ersten Moment hätte man den Satz auch als Kritik verstehen können, als kleine Spitze gegen einen alten Kollegen. So war er aber nicht gemeint. Ganz im Gegenteil.

Der Satz ging so: „Nils ist ein Spieler, den man im Spiel nicht immer sieht.“ Gesagt hat ihn Philipp Bargfrede, am Montag, während der Pressekonferenz vor Werders DFB-Pokal-Achtelfinale gegen den SC Freiburg – dessen bester Torjäger besagter Nils Petersen ist. „Er ist aber sofort da, wenn sich ihm eine Chance bietet“, sagte Bargfrede weiter über den derzeit formstärksten Angreifer der Bundesliga, der von 2012 bis 2015 mit ihm gemeinsam für Werder gespielt hatte. 

Petersen nahm das Lob im fernen Freiburg mit Freude auf. „Da hat Bargi absolut recht“, scherzte er im Gespräch mit der DeichStube.

Drei Tore gegen Köln, eins gegen Gladbach und zuletzt zwei gegen Augsburg – Nils Petersen hat momentan das, was man gemeinhin einen Lauf nennt. „Kann man nicht erklären“, sagt er. „Manchmal wartest du ein halbes Jahr auf ein Tor, und plötzlich läuft es wieder von alleine.“ Was man sehr wohl erklären kann: dass Petersen der große Garant für den Freiburger Aufschwung in der Bundesliga ist. Acht der letzten zehn Treffer des Teams hat der 29-Jährige erzielt. Freiburg führte er damit vor der Winterpause auf den 13. Tabellenplatz, sich selbst auf Rang sechs der Torjägerliste. „Es war nicht davon auszugehen, dass wir zu diesem Zeitpunkt der Saison vier Punkte mehr als Werder haben“, sagt er. Und: „Wir haben der Liga gezeigt, was wir können.“

Petersen kommt nach Hause

Selbst wenn die Freiburger am letzten Spieltag der Hinrunde beim 3:3 gegen Augsburg den sicher geglaubten Sieg durch zwei Gegentore in der Nachspielzeit noch aus der Hand gaben – das Team von Trainer Christian Streich macht sich heute mit großem Selbstvertrauen auf den Weg in den Norden. Der Plan: Mit dem Einzug ins Viertelfinale soll die ohnehin schon gute Hinrunde veredelt werden. Für Petersen wird es mehr als eine normale Dienstreise. Er kommt nach Hause. Ein bisschen zumindest. „Ich verbinde mit Bremen immer noch ein sehr gutes Gefühl. Ich dachte damals, dass ich meine Heimat gefunden habe“, berichtet der Angreifer, „es ist mir schwer gefallen, Verein und Stadt zu verlassen.“

Von 2012 - 2014 spielte Nils Petersen für Werder Bremen und schoss in 69 spielen 18 Tore für die grüm-weißen.

Das musste er im Winter 2015, weil Werders damaliger Trainer Viktor Skripnik keine Verwendung mehr für ihn sah. Freiburg lieh Petersen für die Rückrunde aus, verpflichtete ihn ein halbes Jahr später fest. In den letzten zwei Spielen trug der 29-Jährige die Kapitänsbinde bei den Breisgauern. Liebling der Fans ist er schon viel länger.

Petersen bezeichnet die Fußballbranche als „oberflächlich“

Das liegt natürlich an seinen Toren, klar. Aber auch daran, dass Petersen der etwas andere Fußballprofi ist. Kürzlich sorgte er bundesweit für Aufsehen, weil er in einem Interview die Fußballbranche als „oberflächlich“ bezeichnete und sagte: „Ich habe nichts gelernt, keine Ausbildung gemacht, die anderen Leute können wahrscheinlich viel mehr als ich. Manchmal schäme ich mich, weil ich so wenig Wissen von der Welt besitze.“ Das war sicher etwas Kokettiererei. Es waren aber auch Sätze, die zeigen, wie kritisch und reflektiert sich der Stürmer mit seiner Umgebung auseinandersetzt.

Philipp Bargfrede am Montagvormittag in der Pressekonferenz vor dem Pokal-Spiel gegen den SC Freiburg.

Beim Anpfiff am Mittwochabend, 18.30 Uhr, ist das für mindestens 90 Minuten egal. Dann geht es für den Stürmer nur ums Toreschießen, darum seine persönliche Serie fortzusetzen. „Wenn ich gespielt habe, haben wir in Bremen nicht verloren.“ Zweimal war er mit Freiburg schon im Weserstadion zu Gast. Herausgekommen sind dabei ein 3:1 und ein 0:0. Liebend gerne würde er morgen seinen bisher zwei Treffern im Pokal weitere folgen lassen, damit die Serie hält.

Philipp Bargfrede wird alles tun, um das zu verhindern. „Er sollte in Tornähe möglichst nicht an den Ball kommen“, sagte er. Es könnte der Schlüssel für Werder sein, um in die nächste Pokalrunde einzuziehen.

Werder-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den SC Freiburg

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Quelle: DeichStube

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