DeichBlick-Kolumne: Neujahrs-Post von Nils Petersen

Ex-Werderaner Petersen: „Jeder weiß jetzt, wer Eren Dinkci ist“

Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.
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Die DeichBlick-Kolumnisten von links nach rechts: Jurica Vranjes, Nils Petersen, Klaus Allofs, Rolf „Rollo“ Fuhrmann und Sebastian Prödl schreiben für die DeichStube über Werder Bremen.

Bremen/Freiburg - Was war das für ein verrücktes Jahr 2020?! Kräftezehrend war es – gesamtgesellschaftlich, aber auch sportlich: Fußball ohne Fans, Spielausfälle und schließlich ein eng getakteter Terminplan, wie ich ihn noch nie in meiner Karriere als Profi-Sportler erlebt habe. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass wir Fußballer das Privileg genießen, unseren Beruf in der Coronavirus-Pandemie ausüben zu dürfen – aber vor Silvester wieder auf dem Trainingsplatz zu stehen, war dann doch irgendwie ungewöhnlich.

Ich habe die Feiertage in Freiburg verbracht, wir durften eh nicht verreisen und insofern hatte ich angenommen, dass es kein Problem für mich darstellen würde, vor Silvester zu trainieren. Aber vermutlich hat mein Körper einen Automatismus entwickelt, sodass er sich vor dem Jahreswechsel herunterfährt. Ein paar mehr Tage frei wären also ganz schön gewesen, aber ich will nicht jammern, denn 2021 kann für uns alle ja eigentlich nur besser werden. Werder Bremen hat zuletzt bereits wieder in die Spur gefunden, und auch wir beim SC Freiburg haben in der Bundesliga einen Lauf zur rechten Zeit gestartet. Meine Wünsche für 2021: Viel Gesundheit, keine Abstiegssorgen und wieder Fans in den Stadien!

Werder Bremen-Kolumne: Nils Petersen vermisst die Fans in den Stadien und freut sich mit Eren Dinkci

Dass die Spiele ohne Zuschauer ausgetragen werden müssen ist doof, aber eben notwendig. Ein Tor schießen, auf die Nordtribüne gucken und dann feststellen, dass da niemand ist, bleibt merkwürdig. Aber wie muss sich das erst für einen Newcomer wie Werders Eren Dinkci anfühlen? Du machst dein erstes Tor im Profi-Fußball, in dem Moment passiert emotional so viel mit dir, und dann sind da einfach keine Fans! Ich kann mich noch sehr gut an meinen ersten Treffer im Profi-Fußball erinnern: In Aachen für Jena zum 2:2-Ausgleich! Ein Wahnsinns-Gefühl, das für immer bleiben wird – sicher auch wegen der Fans. Ich freue mich aber immer, wenn der Fußball solche Geschichten schreibt, wie die von Dinkci. Nun muss er das Beste daraus machen und seine Chance nutzen. Jeder in der Bundesliga dürfte vom Werder-Newcomer gehört haben: Die Gegenspieler wissen jetzt, wer Eren Dinkci ist, die eigene Mannschaft weiß, dass er treffen kann und dementsprechend groß darf das Selbstbewusstsein dann auch sein.

Gut für Eren Dinkci, dass es jetzt keine lange Pause gibt, kein Trainingslager und keine Neuzugänge – so kann er den Moment nutzen, im Fokus bleiben und auch in der internen Hierarchie aufsteigen. Werder Bremen braucht solche Hoffnungsträger, mit denen sich die Fans identifizieren können. Ich weiß übrigens aus eigener Erfahrung, dass eine große Erwartungshaltung einen jungen Spieler auch beflügeln kann. Es macht total Spaß, die ganzen Berichte über sich zu lesen und gefeiert zu werden. Entscheidend ist aber, wie du damit umgehst, wenn es mal nicht so läuft, wenn du Rückschläge wegstecken musst.

Nils Petersen traut Werder Bremen-Newcomer Eren Dinkci viel zu

Der SV Werder Bremen hat seine Rückschläge in 2020 als Mannschaft gut weggesteckt – das schweißt zusammen. Und darum finde ich es richtig, dass Werder keine Winter-Transfers tätigen will. Dem aktuellen Kader wird das Vertrauen geschenkt – natürlich auch, weil das Geld für Neuzugänge fehlt – aber das Signal an das Team mit jungen Spielern wie Eren Dinkci bleibt dasselbe: Ihr schafft das! Und wir alle gemeinsam auch noch die letzten Tage dieses Jahres. Auf ein gesundes, sorgenfreies 2021!

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