Werder-Innenverteidiger

Moisander - verliebt in die Viererkette

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Niklas Moisander ist glücklich mit der Viererkette bei Werder.

Bremen - Die „4“ funktioniert bei Werder – Niklas Moisander hat das am vergangenen Wochenende zufrieden registriert.

Nicht nur, dass die Stürmer gegen Hannover 96 vier Tore erzielten, nein, die vier Verteidiger – und das ist dem Finnen fast noch wichtiger – ließen keinen Treffer und kaum Großchancen des Gegners zu. Moisander hat sich deshalb sofort in die von Trainer Florian Kohfeldt neu entdeckte Viererkette verliebt. „Mit ihr funktioniert es besser, es fühlt sich gut an“, sagt der Abwehrspieler. Insgesamt sei das System des höher Verteidigens ein Gewinn für die Mannschaft. „Ich mag es“, meint Moisander: „Wir erobern früher den Ball, sind gegen Hannover nicht so sehr unter Druck geraten.“

Neuordnung bleibt eine Herausforderung

Über die von Kohfeldt-Vorgänger Alexander Nouri bevorzugte Dreier/Fünferkette hat der erfahrene Abwehrspieler zwar nie öffentlich gemeckert. Aber jetzt, da die Viererkette wieder das Mittel der Wahl ist, findet Moisander sie im Vergleich klar besser. Ein Grund dafür ist Ludwig Augustinsson. Der Schwede spielt links von Moisander – und war in der Dreierkette mehr als linker Läufer gefordert. Jetzt sei er wieder ein richtiger linker Verteidiger. „Das passt besser zu ihm“, erklärt Moisander.

Dennoch bleibt die Neuordnung eine Herausforderung. Dadurch, dass Kohfedt die gesamte Abwehr einige Meter weiter nach vorne verschoben hat, „müssen wir natürlich mehr auf lange Bälle achten. Das kann schon mal riskant sein“, sagt Niklas Moisander. Aber alles kein Problem, wenn alle aufpassen. „Fallen lassen, aufrücken – so kompliziert ist das nicht, wenn du weißt, wann der richtige Zeitpunkt ist“, meint der 32-Jährige.

Werder hat in Leipzig „nichts zu verlieren“

Den richtigen Zeitpunkt bestimmt wiederum er. Meistens jedenfalls. Moisander hat eben die Erfahrung, die Milos Veljkovic (22), dem zweiten Innenverteidiger, noch fehlt. „Er gibt aber auch Kommandos und coacht mich auch schon manchmal“, meint der Routinier, doch in der Mehrheit der Fälle sorge eben er für die Abstimmung.

Das wäre vielleicht anders, wenn noch Lamine Sane sein Nebenmann wäre. Doch den hat Coach Kohfeldt nun schon in beiden Spielen unter seiner Regie auf die Bank gesetzt. Veljkovic bekam jeweils den Vorzug. „Ein bisschen überraschend“, findet Moisander das, aber insgesamt sei es okay: „Beide sind gute Fußballer. Lamine ist der bessere Kopfballspieler, Milos ist stärker am Ball und im Spielaufbau.“

Mit Theo Gebre Selassie als Rechtsverteidiger ist die Viererkette komplett. Wie gut diese Abwehrformation tatsächlich funktioniert, wird sich allerdings erst noch in anderen Spielen erweisen müssen. Zum Beispiel in Herausforderungen wie dem Auswärtsspiel am Samstag bei RB Leipzig. Dann bekommen es Moisander und Co. mit Offensivgranaten wie Timo Werner, Yussuf Poulsen und Emil Forsberg zu tun.

Ob Werder dann wieder mit Viererkette und wieder so hoch verteidigt? Moisander lacht und zuckt die Schultern: „Man kann es machen, aber ob wir es machen, lasse ich mal offen.“ Klar ist für ihn nur, dass Werder in Leipzig „nichts zu verlieren“ hat: „Wir können dort mutig auftreten.“

Niklas Moisander: Seine Karriere in Bildern

Niklas Moisander
Niklas Moisanders Karriere begann beim finnischen Klub Turun Palloseura, bevor ihn Ajax Amsterdam 2004 für die zweite Mannschaft verpflichtete. Von dort wechselte er 2006 zum FC Zwolle, zwei Jahre später nahm ihn der AZ Alkmaar unter Vertrag. © imago
Niklas Moisander
Dort war er direkt Stammspieler und holte in seiner ersten Saison 2008/09 die niederländische Meisterschaft. © imago
Niklas Moisander
Moisander absolvierte insgesamt über 150 Spiele für AZ Alkmaar, spielte in der Saison 2009/10 in der Champions League und in den beiden folgenden Jahren in der Europa League. 2012 rückte Alkmaar bis ins Viertelfinale vor, in den letzten Spielen mit Moisander als Kapitän. © imago
Niklas Moisander
Nach seinem Wechsel zurück zu Ajax Amsterdam in der Saison 2012/13 erzielte der Innenverteidiger im ersten Spiel für den neuen Verein sein erstes von insgesamt sieben Toren für die Niederländer. © imago
Niklas Moisander
In dieser Saison und in der folgenden konnte er zwei weitere Meisterschaften feiern. Seine letzte Spielzeit (2014/15) bei Ajax bestritt Moisander als Mannschaftskapitän. © imago
Niklas Moisander
Im internationalen Geschäft war er mit Ajax in allen drei Jahren vertreten, da die Niederländer als Meister für die Gruppenphase der Champions League qualifiziert waren. © imago
Niklas Moisander
Es folgte eine Saison in der italienischen Liga bei Sampdoria Genua 2015/16. © imago
Niklas Moisander
Im Sommer 2016 verpflichtete Werder Bremen den Innenverteidiger. © nordphoto
Niklas Moisander
Auch hier war er ganz schnell Stammspieler. 2016/17 absolvierte er 30 von 34 Ligaspielen. © Gumz
Niklas Moisander
In einigen Spielen, wie hier im September 2017 gegen Freiburg, führte Moisander die Mannschaft sogar als Kapitän auf den Platz. © G umz
Niklas Moisander
Für seine Heimat Finnland debütierte er 2008 in der Nationalmannschaft. Dort spielt er zeitweise auch als Außenverteidiger oder im defensiven Mittelfeld. © imago
Niklas Moisander
Im November 2017 beendete Moisander, der seit der Saison 2011/12 Kapitän war, seine Nationalmannschaftskarriere. Für eine Europa- oder Weltmeisterschaft konnten die Finnen sich in dieser Zeit nicht qualifizieren. © imago
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler.
In der Saison 2017/18 wurde Moisander zum Abwehrchef und einem unangefochtenen Stammspieler. © gumzmedia

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Quelle: DeichStube

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