„Die perfekte Rückrunde muss her“

Moisanders Rezept für Europa: Schneller, aggressiver, konzentrierter

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Spannendes Südafrika: Niklas Moisander will dort nicht nur trainieren, sondern sich auch bilden.

Johannesburg – Niklas Moisander hat seine Entscheidung längst getroffen, und schwer gefallen ist sie ihm nicht: Wenn die Werder-Profis am Montag ihren einzigen freien Tag während des Trainingslagers in Johannesburg haben, wird sich der 33-Jährige das Apartheidmuseum ansehen.

Dort wird die Geschichte der Rassentrennung in Südafrika dokumentiert – von ihrer Entstehung im Jahr 1948 bis zu ihrem Ende 1994. „Ich bin generell sehr interessiert an Geschichte und freue mich darauf, über diese Zeit etwas zu lernen“, sagte Moisander, der das erste Mal in seinem Leben in Afrika ist. „Immer nur an Fußball denken, ist nicht gut. Ich möchte mich auch als Person weiterentwickeln“, betonte der Finne, der natürlich trotzdem weiß, dass Fußball für Werder auch in Südafrika im Vordergrund steht. „Wir träumen immer noch von Europa“, sagte er – und kam dann auf ein spezielles Problem in Werders Hintermannschaft zu sprechen.

Moisander: Werder braucht keine Neuzugänge

Trainer Florian Kohfeldt hatte es kurz vor dem Abflug nach Johannesburg am Bremer Flughafen bereits angemerkt: Werders Defensive ist nicht die schnellste, oder anders formuliert: In entscheidenden Situationen war sie während der Hinrunde oftmals zu langsam. „Wir müssen vermeiden, hinten immer in Eins-gegen-Eins-Duelle zu geraten. Da ist unsere Geschwindigkeit gegen viele Offensiven in der Bundesliga nicht ausreichend genug“, hatte Kohfeldt gesagt – und sein Abwehrchef Moisander pflichtete ihm in Johannesburg nun bei. „Wenn wir in Laufduelle müssen, wird es schwierig“, sagte er, „es geht für uns darum, dass wir die Situationen vorher schon besser lösen müssen.“

Zum Beispiel durch ein aggressives Gegenpressing, das es dem Gegner gar nicht erst ermöglicht, Bälle in die Schnittstelle der Bremer Abwehr zu spielen. Unter anderem daran wird Werder während der Zeit in Südafrika schwerpunktmäßig arbeiten. „Es geht auch darum, dass wir in der Konterabsicherung besser werden“, forderte Moisander, der Werders Saisonziel – das Erreichen eines Tabellenplatzes, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt – trotz der schwächeren zweiten Hälfte der Hinrunde immer noch für richtig hält. „Dafür muss eine perfekte Rückrunde her“, weiß der ehemalige finnische Nationalspieler. Personell nachbessern müsse Werder im Winter aber nicht: „Nein. Ich halte unseren aktuellen Kader für stark genug.“ Aktuell haben die Bremer als Tabellenzehnter fünf Punkte Rückstand auf die begehrten Plätze.

Verfolgt das Werder-Trainingslager in Südafrika mit unserem Ticker!

Moisander weiß natürlich, dass er einer der Spieler sein wird, auf die es in der Rückrunde ankommt. Mit seiner Erfahrung und seiner Qualität im Aufbauspiel ist er ein elementarer Baustein in den Plänen von Trainer Kohfeldt. Vor seiner Muskelverletzung Ende Oktober hatte der Verteidiger eine fast makellose Hinrunde gespielt. Danach lief auch er seiner Form etwas hinterher, leistete sich Fehler – wie etwa den in Mainz –, die man sonst so nicht von ihm kennt.

Für Moisander persönlich geht es in Johannesburg also auch darum, wieder in den richtigen Rhythmus zu finden. Wenn er fordert, dass die Mannschaft lernen müsse, auch Spiele zu gewinnen, deren Verlauf eng ist, dann weiß er, dass er selbst einer derjenigen sein muss, die dafür auf dem Platz Sorge tragen. Moisander ist Werders Vizekapitän, ein Leistungsträger und längst eine Institution im Verein.

Moisander bis zum Karriereende bei Werder Bremen?

Im Sommer 2016 hatte Werder den Linksfuß von Sampdoria Genua verpflichtet. Inzwischen hält es Moisander für möglich, dass er seine Karriere eines Tages in Bremen beendet. „Das ist denkbar, denn ich fühle mich in Bremen und bei Werder sehr wohl.“ Auch in Johannesburg hat sich der ruhige, stets sachliche Abwehrspieler schnell eingelebt. Während des Trainingslagers wohnt er in einer WG mit Nuri Sahin, Milos Veljkovic und Florian Kainz, die allesamt auch nicht gerade als Lautsprecher bekannt sind. Zu den Nachteulen gehört das Quartett offenbar auch nicht.

„Bei uns geht das Licht früher aus als in den meisten anderen Häusern“, lachte Moisander und fügte an: „Es sind alles solide Spieler in unserer Villa.“ Und wer weiß? Vielleicht kann er den einen oder anderen seiner Mitbewohner noch von einem Bildungsbesuch im Apartheidmuseum überzeugen. Die vom Verein angebotenen Alternativen für den trainingsfreien Montag wären Shopping in Johannesburg oder eine Mini-Safari.

Eggestein macht den Kletter-Max(i): Fotos von der ersten Trainingseinheit am Freitag

Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
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Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
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Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
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Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
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Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
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Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.
Südafrika-Camp: So lief die erste Werder-Trainingseinheit am Freitagvormittag.  © gumzmedia

Quelle: DeichStube

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