Werder-Abwehrchef: „Ich bin noch sehr hungrig“

Neuer Kapitän Niklas Moisander: Erst die Binde, dann der Vertrag

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Niklas Moisander ist der neue Kapitän von Werder Bremen - und er soll noch einige Jahre an Bord bleiben.

Grassau – In den Gängen des Weserstadions hängt so manches Jubelbild mit dem Kapitän des SV Werder Bremen in der Mitte, der eine Trophäe in den Himmel reckt. „Man muss immer träumen“, sagt Niklas Moisander, als er auf diese Bilder angesprochen wird. Der 33-Jährige wäre schließlich der nächste Werder-Kapitän, der einen Pokal oder eine Meisterschale in Empfang nehmen würde.

Trainer Florian Kohfeldt hat ihm im Trainingslager in Grassau die Binde offiziell überreicht und die Verlängerung des am Saisonende auslaufenden Vertrages als ziemlich sicher dargestellt. „Niklas wird vielleicht nicht für die nächsten zehn Jahre, aber für die nächsten zwei, drei Jahre unser Kapitän bleiben“, meinte Kohfeldt und fügte zum Thema Vertrag noch an: „Es ist mein Wunsch, dass er bleibt. Niklas kann sich das grundsätzlich auch vorstellen. Da sollte es keine unüberwindbaren Hindernisse geben.“

Und in der Tat deutete auch Niklas Moisander selbst einen längeren Verbleib in Bremen an. „Ich fühle mich extrem wohl bei Werder und bin noch sehr hungrig“, sagte der Finne, der vor drei Jahren von Sampdoria Genau an die Weser gewechselt war. Sein für einen Fußballer mit 33 Jahren schon etwas höheres Alter würde sich zwar in der Vorbereitung bemerkbar machen, aber diese Phase habe er auch in dieser Saison wieder gut überstanden: „Ich fühle mich sehr gut. Ich kann sicher noch zwei, drei Jahre auf diesem hohen Level, wie es die Bundesliga hat, spielen.“

Niklas Moisander neuer Kapitän bei Werder Bremen: „Eine große Ehre für mich“

Weitere Kraft wird ihm auch das neue Amt als Kapitän geben. „Ich bin sehr stolz, das ist eine große Ehre für mich, diese Rolle bei einem Club mit dieser Historie zu übernehmen“, bedankte sich Moisander. Die Binde an seinem Arm ist dabei alles andere als neu für ihn. Im vergangenen Jahr war er bereits Vizekapitän, zuvor hatte er das Amt schon bei Ajax Amsterdam, AZ Alkmaar und der finnischen Nationalmannschaft inne. Er weiß, wie eine Mannschaft zu führen ist.

„Ich finde eine gute Organisation sehr wichtig. Jeder muss machen, was wir besprochen haben.“ Wer nun denke sein Vorgänger Max Kruse (jetzt Fenerbahce Istanbul) hätte es bei den Regeln - seinem Naturell entsprechend - vielleicht nicht immer so genau genommen, dem widersprach Moisander mit einem breiten Grinsen im Gesicht: „Max hat das gut gemacht, er wollte nämlich so viel Geld wie möglich in der Mannschaftskasse haben.“

Werder Bremen: Niklas Moisander der „klassische Führungsspieler“

Auch Kohfeldt betonte, dass er mit Kruse als Kapitän „sehr zufrieden“ war. Vor einem Jahr hätte er so einen frechen Typen als Anführer gebraucht, speziell bei dem hochgesteckten Ziel Europa, für das Werder Bremen nicht nur Lob bekam. „Ich brauchte unbedingt einen, dem es egal ist, was die anderen denken. Und das ist ein hervorstechende Charaktereigenschaft von Max“, erzählte Kohfeldt. Außerdem habe er Kruse mit dem Amt mehr Verantwortung gegeben, um damit bei ihm einen Leistungsschub auszulösen. Auch in diesem Jahr sei dieser Gedanke da gewesen, einen Spieler zu wählen, dem die Binde vielleicht Flügel verleihen würde. Doch letztlich fiel die Wahl auf Niklas Moisander, „den klassischen Führungsspieler“, wie Kohfeldt den Finnen nannte.

Während Kruse oft seine schroffe Seite zeigte, Mitspieler auf dem Spielfeld auch mal zusammenstauchte, gilt Moisander als sehr besonnen. „Ich kann aber auch laut werden, wenn es gebraucht wird“, betonte der 33-Jährige. Dieses Mittel müsse jedoch dosiert eingesetzt werden. Wichtiger sei ihm, „dass ich Ruhe ausstrahle“. Und dieses Auftreten des unumstrittenen Abwehrchefs dürfte der Mannschaft weitere Sicherheit geben.

Niklas Moisander „brennt noch immer“ - und will mit Werder Bremen nach Europa

Auch die Außendarstellung des Clubs wird sich ändern. Kruse hasste die Medienarbeit, machte nur das Allernötigste. Für Niklas Moisander gehört es zum Job, sich den Journalisten zu stellen und im Namen der Mannschaft zu sprechen. Das macht der Finne, der perfekt Deutsch spricht, sehr souverän. Am wohlsten fühlt er sich aber auf dem Platz, und er kann den Saisonstart kaum erwarten.

„Ich brenne noch immer“, sagt er: „Wir haben eine gute Saison gespielt, aber wir wollen mehr. Europa ist ein realistisches Ziel, es wird allerdings schwierig.“ Dabei setzt er mehr denn je auf den Teamgeist: „Wir sind individuell nicht die beste Mannschaft in der Bundesliga, aber als Team können wir jeden Gegner schlagen. Das haben wir vergangene Saison bewiesen. Seit Florian Kohfeldt da ist, ist das Team unser großer Vorteil.“

Neuer Kapitän bei Werder Bremen: Mannschaft schon vor Tagen informiert

Der Trainer hat übrigens nicht nur Moisander zum Kapitän bestimmt, sondern auch Davy Klaassen zu dessen Stellvertreter ernannt. Bei der Besetzung des Spielerrats gibt es noch Gesprächsbedarf. Auch der wird nicht von den Profis gewählt. Kohfeldt hat keineswegs etwas gegen Demokratie, aber die Sorge, dass die Zusammenstellung nicht passt. Denn im Spielerrat gehe es auch darum, dass gewisse Aufgaben gut verteilt seien, so der Coach.

Kohfeldt macht sich eben sehr, sehr viele Gedanken. So auch vor der Präsentation des neuen Kapitäns. Die Mannschaft hat er schon vor Tagen informiert, die Öffentlichkeit erst jetzt. Er wollte einfach nicht, dass diese Nachricht wegen anderer Themen wie das Spiel gegen Eibar oder seine eigene Vertragsverlängerung in den Hintergrund gerät: „Dafür ist dieses Amt viel zu wichtig. Es ist schon etwas ganz Besonderes Kapitän von Werder Bremen zu sein.“ Moisander sieht es genauso. (kni)

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Einige Transfer-Gerüchte machen die Runde: Mittelfeld-Star Davy Klaassen von Werder Bremen ist offenbar ins Visier von Lazio Rom geraten, aber Florian Kohfeldt bleibt gelassen. Derweil könnten die Bremer ein Auge auf ein Talent des FC Arsenal geworfen haben: Ist Werder am Transfer von Emile Smith Rowe interessiert?

Die Binde trägt er künftig regelmäßig um seinen Arm: Niklas Moisander ist neuer Kapitän von Werder Bremen.

Zur letzten Meldung vom 1. August 2018, 9.30 Uhr:

Moisander von Kohfeldt zum neuen Kapitän ernannt

Alle Anzeichen hatten darauf hingedeutet, nun ist es offiziell: Niklas Moisander wird den SV Werder Bremen als Kapitän in die Saison 2019/2020 führen. Von Cheftrainer Florian Kohfeldt wurde der 33-jährige Finne während des Trainingslagers in Grassau zum neuen Spielführer ernannt.

„Es ist für mich eine große Ehre, bei diesem traditionsreichen Bundesligisten zum Kapitän ernannt worden zu sein. Ich kenne das Amt aus meiner Zeit bei Ajax Amsterdam, habe seit meinem Wechsel zu Werder immer Verantwortung übernommen und freue mich sehr darauf, diese Mannschaft anführen zu dürfen“, wird Moisander auf „werder.de“ zitiert.

Niklas Moisander tritt damit die Nachfolge des zu Fenerbahce Istanbul gewechselten Max Kruse an, dessen Vize-Kapitän er in der vergangenen Saison bereits war. Wegen seiner ruhigen, seriösen Art hatte der Innenverteidiger als Favorit für das freigewordene Amt gegolten - und nicht zuletzt deshalb, weil er als Kapitän während seiner Laufbahn bereits reichlich Erfahrung gesammelt hat. Vize-Kapitän wird Davy Klaassen

Neuer Kapitän bei Werder Bremen: Niklas Moisander hat „natürliche Autorität“

„Niklas verfügt über wertvolle internationale Erfahrungen und über eine natürliche Autorität. Mit seiner angenehm ruhigen, aber zugleich überaus zielstrebigen und ehrgeizigen Art ist er für mich bereits in den letzten Jahren eine enge Vertrauensperson und ein wichtiger Ansprechpartner gewesen. Zudem hat er ein herausragendes Standing in der Mannschaft, daher ist er für mich der geeignete Kapitän“, erklärt Cheftrainer Florian Kohfeldt seine Wahl.

Schon während seiner Stationen bei Ajax Amsterdam und AZ Alkmaar sowie in der finnischen Nationalmannschaft, aus der er Ende 2017 zurücktrat, hatte Moisander die Binde am Arm getragen. Bei Werder Bremen steht der Abwehrspieler seit Sommer 2016 unter Vertrag. Bis heute hat er 93 Pflichtspiele für den Verein bestritten. (dco)

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