Auch Kapitän Moisander fehlt

Florian Kohfeldts „Spaß“ an dem Verletzungs-Fiasko des SV Werder Bremen

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Nun fällt auch noch der Abwehrchef aus: Wegen einer Muskelverletzung fehlt Niklas Moisander dem SV Werder Bremen gegen Union Berlin.

Bremen – Jetzt ist der Totalausfall der Innenverteidigung perfekt: Nach Ömer Toprak, Milos Veljkovic und Sebastian Langkamp muss Werder Bremen im Bundesliga-Auswärtsspiel bei Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr) auch auf Kapitän Niklas Moisander verzichten.

Der Abwehrchef fällt mit einer Muskelverletzung für unbestimmte Zeit aus. Der Finne ist der neunte potenzielle Stammspieler, der Werder Bremen aktuell verletzt fehlt – diese unglaubliche Serie lässt mittlerweile selbst Trainer Florian Kohfeldt an höhere, böse Mächte glauben. „Es ist wie verhext“, stöhnt er.

Das ist es tatsächlich. Zumal Moisanders Verletzung aus dem absoluten Nichts kam. Passiert war es am Freitagvormittag beim Auslaufen nach dem Testspiel bei Hannover 96. Es war eine Einheit mit minimaler Belastung, ungefähr auf dem Niveau eines Spaziergangs. Niklas Moisander brach die Einheit früh ab, doch an eine ernsthafte Verletzung glaubte zu dem Zeitpunkt niemand. Kohfeldt: „Unser erster Gedanke war, dass es eine leichte Muskelzerrung ist. Wir sind davon ausgegangen, dass das alles kein Problem ist.“ Deshalb durfte Moisander auch ins lange Wochenende gehen und nach Amsterdam fahren.

Werder Bremen: Ausfallzeit von Niklas Moisander noch ungeklärt

Allerdings wurde er dort in Absprache mit dem SV Werder von einem Physiotherapeuten von Ajax Amsterdam, Moisanders Ex-Club, betreut. Zurück in Bremen sollte der Käpt’n wieder mit dem Bremer Team trainieren. Es ging nicht. Die vermutete leichte Muskelzerrung entpuppte sich als weit weniger harmlos. „Wir gehen jetzt von einem kleinen Muskelfaserriss aus“, sagt Kohfeldt und rätselt über zwei Dinge. 1) die Ausfallzeit. „Ich kann es wirklich nicht sagen“, erklärt der 36-Jährige. Vermutlich wird es aber mit dem Union-Spiel nicht getan sein. Auch die Partie gegen RB Leipzig eine Woche später könnte für Moisander in Gefahr sein. 2) die Verletzungsursache. Wie es beim Auslaufen mit harmlosem Kreisspiel passieren konnte „ist einfach nicht zu erklären“, so Kohfeldt.

Wie die gesamte Verletzten-Misere. Neun Kapitel umfasst das Horror-Buch der Werder-Ausfälle nun schon. Und weil der Schwerpunkt ganz klar auf der Defensive liegt, muss Coach Kohfeldt für das Spiel bei Union Berlin eine Abwehrreihe zusammenbasteln, für die die Bezeichnung „Not-Abwehr“ noch eine Untertreibung wäre. Alle vier Innenverteidiger des Profi-Kaders fallen aus, dazu Linksverteidiger Ludwig Augustinsson und Mittelfeld-Abräumer Philipp Bargfrede. Es bleiben noch die Außenverteidiger Theodor Gebre Selassie, Michael Lang und Marco Friedl.

Werder Bremen: Christian Groß und Nuri Sahin mögliche Startelf-Innenverteidiger

Kohfeldt sagt, er könne sich dieses Trio als Dreierkette vorstellen. Oder aber er stellt U23-Kapitän und Innenverteidiger Christian Groß ins Abwehrzentrum. In der Vorbereitung hat der 30-Jährige nahezu jedes Spiel bestritten, lief danach im DFB-Pokal gegen Atlas Delmenhorst und für wenige Minuten auch in der Bundesliga beim 3:2-Erfolg gegen Augsburg auf. Nun könnte er auch im Ernstfall ein Mitglied der Bremer Startelf werden – als Moisander-Ersatz. Eine Lösung mit Mittelfeldmann Nuri Sahin – wie bereits gegen Hoffenheim erprobt – hält der Coach für ebenfalls praktikabel.

So oder so – ideal ist das alles nicht. Es fehlen einfach die gestandenen und bundesliga-erprobten Innenverteidiger. Aber Kohfeldt versucht der Situation die Dramatik zu nehmen, in dem er das Wort Problem streicht und Herausforderung an dessen Stelle setzt. „Es macht wirklich keinen Spaß, dass viele Spieler nicht dabei sind. Aber es macht viel Spaß, über Lösungen nachzudenken“, sagt er. In dieser masochistisch anmutenden Hinsicht kommt Kohfeldt aktuell voll auf seine Kosten. (csa/dco)

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Ausfall Nummer zehn: Auch Maxi Eggestein fehlt Werder Bremen gegen Union Berlin. Ihn plagen Rückenprobleme. Am Samstag geht es für die Grün-Weißen um die nächsten drei Punkte – Alles zum Spiel von Werder Bremen gegen Union Berlin.

Zur ersten Meldung von 13.30 Uhr:

Nächster Abwehr-Ausfall! Moisander fehlt gegen Union Berlin

Bremen - Die Verletzten-Misere bei Werder Bremen hält an: Für das Spiel gegen Union Berlin am Samstag (15.30 Uhr) fällt auch Niklas Moisander verletzt aus.

„Es ist ein Stück weit verhext zurzeit“, sagte Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Wie lange Niklas Moisander Werder Bremen fehlen wird, ist noch unklar. Kohfeldt geht beim Kapitän von einem „kleinen Muskelfaserriss“ aus.

Niklas Moisander bereits der neunte Ausfall bei Werder Bremen

Die Verletzung hat sich Moisander beim Auslaufen nach dem Testspiel gegen Hannover 96 zugezogen, erklärte Kohfeldt, der zunächst davon ausgegangen war, dass sich der Finne nur eine Muskelzerrung zugezogen hatte. Doch trotz therapeutischer Behandlung an den trainingsfreien Tagen in der Länderspielpause könne Moisander weiter nicht trainieren.

Niklas Moisander ist bereits der neunte Profi, der Werder Bremen derzeit nicht zur Verfügung steht. Weiterhin kein Thema für das Spiel gegen Union Berlin sind Milot Rashica und Ömer Toprak sowie die Langzeitverletzten Kevin Möhwald, Ludwig Augustinsson, Milos Veljkovic, Sebastian Langkamp, Fin Bartels und Philipp Bargfrede.

Werder Bremen: Nationalspieler wieder gesund zurück

Trotz der vielen Ausfälle zeigte sich Florian Kohfeldt sehr zuversichtlich für das Spiel am Samstag: „Wir werden eine richtig gute Mannschaft auf den Platz stellen - ganz sicher.“ Den Coach ärgern zwar die Verletzungen, es mache ihm jetzt aber „Spaß, Lösungen zu finden und mit den Jungs zu knobeln, wie es klappen kann“.

Gut für Werder Bremen: Die Nationalspieler Jiri Pavlenka, Yuya Osako, Johannes Eggestein, Marco Friedl und Josh Sargent sind alle gesund von ihren Nationalmannschaften zurückgekehrt. Osako und Sargent, die mit Japan respektive den USA unterwegs waren, seien zwar noch etwas müde, Kohfeldt freute sich aber darüber, dass die Beiden bereits bei der Nationalmannschaft mit einem speziellen Trainingsprogramm gegen den Jetleg angefangen hätten. (han)

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Gegen Union Berlin fehlt Werder Bremen auch Milot Rashica - bei ihm fährt Werder eine Null-Risiko-Linie. Nächstes Kapitel im Polizeikosten-Streit: Jetzt attackiert Sportchef Frank Baumann von Werder Bremen die Bremer Politik. „Der Kopf braucht länger als der Körper“ - Sebastian Prödl schreibt in seiner Deichblick-Kolumne über Werder Bremen, die Verletztenmisere und den Wechsel von Martin Harnik.

Quelle: DeichStube

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