2:1-Sieg bei Union Berlin

Gedrängelt, abgewiesen, trotzdem getroffen: So wurde Niclas Füllkrug zum Werder-Matchwinner gegen Union

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Niclas Füllkrug (r.) drängelt. Er will den Strafstoß schießen, Davy Klaassen wird ihn nicht lassen: Beim SV Werder Bremen gab es beim Spiel gegen Union Berlin Diskussionen über die Ausführung der Elfmeter.

Bremen – Eigentlich war es ja ein kleines Foul an den Teamregeln. Aber, nun ja, Niclas Füllkrug ist halt so. Vor beiden Elfmetern des SV Werder Bremen gegen den 1. FC Union Berlin stand er plötzlich neben Davy Klaassen, um ihm die Ausführung abzuquatschen – sorry: abzunehmen.

Dabei sei ganz klar eingeteilt, dass Davy Klaassen beim SV Werder Bremen die Elfmeter schießt, sagt Trainer Florian Kohfeldt: „Das weiß Niclas auch.“ Dennoch hat er für Füllkrugs Ansinnen großes Verständnis. „Lücke“ sei eben ein typischer Stürmer. „Und ein richtig geiler Typ noch dazu. Der ist immer scharf auf Tore. Wenn der rausgeht auf den Platz, dann kannste den vergessen, dann entscheidet er nicht mehr rational“, sagt Kohfeldt und lacht dabei.

Im Moment, als Niclas Füllkrug auf dem Platz bei Klaassen anfragte, habe er sich zwar nicht gefreut, denn eigentlich sollen solche Diskussionen auf dem Platz nicht sein, so Kohfeldt: „Aber ich will ihm das auch nicht nehmen. Das gehört zu seiner Persönlichkeit.“

Werder Bremen: Davy Klaassen bleibt trotz Fehlschuss der Elfmeterschütze

Beide Male holte sich Füllkrug natürlich einen Korb ab bei Klaassen, dabei hatte er durchaus clever argumentiert. Bei Elfmeter Nummer eins war Klaassen der Gefoulte gewesen, und die sollen eigentlich ja nicht selber schießen, meint Niclas Füllkrug. „Und beim zweiten kenne ich die Situation selbst sehr genau. Das ist oft schwierig, weil man als Schütze einen neuen Gedanken haben muss. Da habe ich ihn halt noch mal gefragt.“

Tatsächlich vergab Davy Klaassen auch, nachdem er den ersten Elfmeter noch mit Glück verwandelt hatte. Sollte das etwa bedeuten, dass Füllkrug, der Drängler, beim nächsten Strafstoß tatsächlich an der Reihe ist? Klares Nein von Kohfeldt: „Davy ist unser Elfmeterschütze und bleibt es auch. Gegebenenfalls werde ich es in der Kabine auch noch mal an eine extra Flipchart schreiben.“ Speziell für Füllkrug eben.

Niclas Füllkrug: Gewaltiges Kopfballtor direkt nach Elfmeter-Abweisung

Alles natürlich nett gemeint. Und auch Füllkrug war in keinster Weise beleidigt, dass er abgewiesen worden war. „Ich hatte mich gut gefühlt, hätte geschossen. Aber es ist in Ordnung so“, behauptet er.

Ob er das auch sagen würde, wenn die Geschichte anders ausgegangen wäre? Für Niclas Füllkrug wurde die Zurückweisung auf einem kurzen Umweg noch zur Erfolgsstory, weil er nach Klaassens Fehlversuch den anschließenden Eckball von Werder Bremen per Kopf ins Tor beförderte. „Dann eben so“, grinst Füllkrug und erklärt mit Stolz: „Kopfballtore sind Füllkrug-Tore.“ Was der Stürmer dann auch genüsslich seinen Trainer wissen ließ. Kohfeldt belustigt: „Da sagt er nach dem Spiel kackfrech zu mir: Wenn du mich schon keine Elfmeter schießen lässt, muss ich eben ein Kopfballtor machen. So ist ‚Lücke‘.“ (csa)

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Es war ein verrücktes Spiel in Berlin: Turbulenzen ohne Ende und Schiedsrichter-Ärger – was Werder Bremen aufregt und was nicht. Niclas Füllkrug mit der Pointe auf den Elfmeter-Wahnsinn - unser Spielbericht zum Sieg des SV Werder Bremen bei Union Berlin. Und hier gibt es die Noten und die Einzelkritik zum Sieg des SV Werder Bremen in Berlin. Derweil könnte der nächste Ausfall drohen: Werder Bremen bangt um Yuya Osako.

Quelle: DeichStube

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