Kommentar zum Maulkorb-Erlass bei Werder

Und als nächstes sind die Telefone weg…

Werder-Bremen - Von Björn Knips. Nach der Pleite von Stuttgart trat Werder-Sportdirektor Rouven Schröder vor die Presservertreter und hatte vor allem eine Botschaft: „Wir dürfen nicht in Hektik verfallen.“ Doch genau das macht der Club nun, besser gesagt der Trainer dieses Clubs. Viktor Skripnik verbietet in dieser Woche jegliche Medienarbeit der Spieler – mit einer Ausnahme: Kapitän Clemens Fritz darf morgen sprechen.

Björn Knips

Es ist ein bedenkliches Signal an die Medien, denn Skripnik ist mit der Berichterstattung nicht einverstanden. In Stuttgart warf er den Pressevertretern vor, sie hätten sein Team zu sehr Richtung Europa gepusht und damit aus der Spur gebracht. Es ist auch ein bedenkliches Signal an die Mannschaft. Der Trainer traut nur dem Kapitän zu, sich von den zehn Minuten in der Interview-Zone im Bauch des Weserstadions nicht in seiner Konzentration auf das Nordderby stören zu lassen.

Die Maßnahme erinnert an die berühmte letzte Patrone im Abstiegskampf. Wenn gar nichts mehr geht, sind eben die Medien Schuld und es wird eine Trutzburg aufgebaut. Aber zur Erinnerung: Werder ist Neunter – und viel näher an der Europa League als am Abstieg.

Sicher, die Niederlage in Stuttgart war ärgerlich. Natürlich ist der Klassenerhalt noch nicht perfekt. Aber Panikreaktionen sind jetzt völlig unangebracht. Vor allem: Was will Viktor Skripnik tun, wenn Werder tatsächlich noch in eine Krise schlittert? Mit der Mannschaft auswandern, nur zu den Spielen nach Deutschland kommen und den Profis die Telefone wegnehmen?

Er sollte einfach auf Rouven Schröder hören und nicht in Hektik verfallen.

Rubriklistenbild: © Mediengruppe Kreiszeitung

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