Mbom, Gruev und Co.

Bremer Debütantenball: Beim SV Werder haben in dieser Saison schon sechs Nachwuchsspieler Premiere gefeiert

Jean-Manuel Mbom gehört zu den Debütanten für Werder Bremen unter Coach Florian Kohfeldt.
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Jean-Manuel Mbom gehört zu den Debütanten für Werder Bremen unter Coach Florian Kohfeldt.

Bremen – Zwei Männer, ein Gesichtsausdruck: Ilia Gruev und Jean-Manuel Mbom lächelten sich an, als sie sich an der Seitenlinie für einen kurzen Moment direkt gegenüberstanden, sich hastig abklatschten und dann ihrer Wege gingen. Der eine, Mbom, auf die Bank, der andere, Gruev, auf den Platz – mitten hinein ins Profidebüt beim SV Werder Bremen.

Während Werder Bremens 3:0-Pokalerfolg in Hannover durfte der 20-Jährige in den letzten drei Minuten noch mitwirken. Und irgendwie passte es perfekt ins Bild der bisherigen Werder-Saison, dass der Debütant ausgerechnet für Mbom (20) ins Spiel gekommen war – für jenen Mann also, mit dem er in Werders U17 und U19 etliche Male gemeinsam auf dem Platz gestanden und der ebenfalls in der laufenden Spielzeit für die Profis des SV Werder Bremen debütiert hatte. Insgesamt hat Trainer Florian Kohfeldt in bisher 13 Liga- und zwei Pokalspielen schon sechs Spielern zu ihrer Premiere verholfen, was unterstreicht, dass es die Bremer mit dem angekündigten (und alternativlosen) Jugendwahn ernst meinen.

Werder Bremen: Eren Dinkci schrieb in Mainz eine Art Fußballmärchen

Nur wenige Tage vor dem ersten Einsatz von Gruev hatte Sturm-Talent Eren Dinkci (19) in Mainz für eine Art Fußballmärchen gesorgt, indem er mit seinem ersten Ballkontakt in seinem ersten Bundesligaspiel sein erstes Tor erzielte, welches dann auch noch der 1:0-Siegtreffer war. Gemeinsam mit Mbom und Gruev bildet der Angreifer nun ein Talente-Trio, das es in dieser Saison aus der eigenen Jugendabteilung zu den Profis geschafft hat. Dazu kommen in Tahith Chong (21), Felix Agu (21) und Romano Schmid (20) drei externe Neuzugänge aus dem Sommer, die erstmals für Werder Bremen in der Bundesliga und/oder im Pokal zum Einsatz kamen. Die Bremer Verjüngungskur ist vor allem dank all dieser Debütanten in vollem Gange. Nick Woltemade (18) und Josh Sargent (20) mitgerechnet, sind bei Werder seit dem Sommer insgesamt acht Spieler zum Einsatz gekommen, die höchstens 21 Jahre alt sind. Nach dem Hannover-Spiel hielt Kohfeldt deshalb nicht ohne Stolz fest, „dass wir viele junge Spieler zu Stammspielern gemacht haben“. Klar habe Werder in den letzten Monaten auch Spiele verloren, „aber nie unsere Leistung“.

Werder Bremen: Nick Woltemade und Josh Sargent feierten Debüt unter Kohfeldt

Auch Woltemade und Sargent zählen übrigens zu den insgesamt 18 Akteuren, die unter Kohfeldt seit dessen Amtsübernahme im Herbst 2017 in der Bundesliga- und/oder im DFB-Pokal debütiert haben. Für sieben dieser Spieler waren die Einsätze sogar die ersten überhaupt im Profibereich (Gruev, Dinkci, Woltemade, Ihorst, Sargent, Plogmann und Käuper). Aufgefüllt wird die Statistik durch ausländische Profis, die ihre ersten Partien in Deutschland bestritten (zum Beispiel Davy Klaassen und Milot Rashica) oder durch Spieler, die aus unteren Ligen zu Werder Bremen kamen (zum Beispiel Kevin Möhwald und Christian Groß).

In der laufenden Saison sind die bisherigen Profi-Premieren ein Resultat der vom Verein angeschobenen Neuausrichtung. Aufgrund fehlender finanzieller Mittel muss Werder Bremen auf den Nachwuchs setzen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Unter Kohfeldts Vorgänger Alexander Nouri, der von 2016 bis 2017 im Amt war, feierten beispielsweise sieben Spieler Debüts in Liga und/oder Pokal – in Jiri Pavlenka, Thomas Delaney, Ludwig Augustinsson und Ishak Belfodil waren vier davon bereits gestandene Profis.

Generell ergibt ein Debütanten-Vergleich unter den Werder-Trainern aber nur wenig Sinn, weil die Voraussetzungen (sportliche und finanzielle Situation des Vereins sowie Amtszeit des Trainers) einfach zu unterschiedlich waren. Spannend sind folgende Zahlen dennoch, weil sie die Größe einer bereits bekannten Ära noch einmal aus anderer Richtung greifbar machen: Unter dem Cheftrainer Thomas Schaaf kam es bei Werder Bremen zwischen 1999 und 2013 zu insgesamt 76 Bundesliga- und 60 Pokaldebüts. (dco)

Werder Bremen: Bundesliga-Debütanten

Eren Dinkci, Romano Schmid, Felix Agu, Jean-Manuel Mbom, Tahith Chong, Nick Woltemade, Luc Ihorst, Benjamin Goller, Christian Groß, Josh Sargent, Kevin Möhwald, Luca Plogmann, Davy Klaassen, Milot Rashica, Ole Käuper

Werder Bremen: DFB-Pokal-Debütanten

Ilia Gruev, Eren Dinkci, Romano Schmid, Tahith Chong, Nick Woltemade, Benjamin Goller, Josh Sargent, Marco Friedl, Ole Käuper, Davy Klaassen, Milot Rashica, Aron Johannsson.

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