0:2 in München - Müller schießt die Bayern nach Berlin

Mutige Bremer verpassen das Finale

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Thomas Müller trifft doppelt gegen Werder

München - Von Carsten Sander und Björn Knips. Ein Ausrutscher und ein unberechtigter Elfmeter haben Werder Bremen am Abend die Chance auf eine Pokal-Sensation verwehrt. Im Halbfinale des DFB-Pokals verlor der krasse Außenseiter mit 0:2 (0:1) bei Bundesliga-Spitzenreiter Bayern München.

Der Champions-League-Halbfinalist wahrte dank der Tore von Thomas Müller (30. und 71./Foulelfmeter) seine Chance auf das Triple und steht am 21. Mai im Endspiel in Berlin. Der Münchner Gegner wird am Mittwoch zwischen Hertha BSC und Borussia Dortmund ermittelt.

Gemessen an dem, was Werder in den zurückliegenden zehn Duellen mit den Bayern erleiden musste, hätte eine vor Angst schlotternde Mannschaft auf dem Platz stehen müssen. Zehn Pleiten mit 5:42 Toren – doch trotz dieser Horror-Bilanz brachten die Gäste den versprochenen Mut auf, dem Überteam aus München die Stirn zu bieten. „Wir wollen auf Konter spielen und werden alles probieren, alles auf diese Karte setzen“, hatte Werder-Trainer Viktor Skripnik vor dem Anpfiff gesagt. Und so sah es dann auch aus. Eine Viererabwehrkette, ein Fünfermittelfeld und davor Claudio Pizarro – so kämpften die Bremer um ihre Mini-Chance auf das Finale.

Zehn Minuten lang war es tatsächlich eine offene Partie mit einer Beinahe-Chance für Zlatko Junuzovic, doch dann setzte sich mehr und mehr der Ballbesitz-Fußball des FC Bayern durch. Die Führung der Gastgeber war aber keine logische Folge der wachsenden Dominanz, sondern ein bisschen Glück, ein bisschen Bremer Materialschwäche und ganz viel Thomas Müller. Der Nationalstürmer rammte eine Ecke per Kopfball-Aufsetzer ins Bremer Tor, profitierte aber davon, dass Bewacher Clemens Fritz ausgerutscht war (30.). Falsche Schuhe, falsche Stollen? Auch solche Geschichten können in einem DFB-Pokal-Halbfinale entscheiden. Für Müller setzte sich mit dem Tor eine bemerkenswerte Werder-Serie fort. Im fünften Pflichtspiel nacheinander gegen die Grün-Weißen war er erfolgreich. Den Rückstand steckte das Skripnik-Team erstaunlich gut weg, blieb seiner Linie treu und ging vorne weiter mutig drauf. Früh wurden die Münchner attackiert – selbst Torhüter Manuel Neuer.

Junuzovic rennt, Fritz rutscht aus

Beinahe hätte das sogar den Ausgleich gebracht. Doch nachdem Neuer zum Fehlpass gezwungen worden war, geriet der Heber von Sambou Yatabare zu kurz und landete in den Händen des zurückgehasteten Welttorhüters (40.). Das hätte der Ausgleich sein können – und auch wenn die Szene keinen Ertrag brachte, zeigte sie doch, dass etwas möglich war für die Bremer, die die Aussichtslosigkeit der Aufgabe diesmal nicht einfach akzeptieren wollten. Der Bundesliga-16. blieb auch nach der Pause aktiv und ergab sich – anders als in den meisten Punktspielen gegen die Bayern in den vergangenen Jahren – nicht in sein Schicksal. Und während die zunächst ohne den zuletzt formstarken Arturo Vidal angetretenen Bayern den sich bietenden Platz nicht zu nutzen wussten, kam Werder zwei Mal gefährlich nach vorne.

Nach einer Stunde verpasste Jannik Vestergaard eine Hereingabe von Theodor Gebre Selassie nur um Zentimeter. Wenige Augenblicke später jubelten die Bremer sogar, doch das Eigentor von David Alaba zählte nicht. Grund: Fin Bartels hatte den Österreicher zu heftig an der rechten Schulter gerissen, dass Schiedsrichter Tobias Stieler das Schummeltor nicht anerkannte, war völlig richtig (61.). Aber wieder hatte Werder, das sich mit Überraschungssiegen in Mönchengladbach und Leverkusen ins Halbfinale gekämpft hatte, den Beweis erbracht: Es geht 'was. Man muss es nur wollen. Dass es dennoch nicht zum zwölften Finaleinzug der Club-Historie reichte, lag an Vidals Fallsucht und Müllers Nervenstärke. Gerade erst seit drei Minuten im Spiel nutzte Vidal eine Grätsche von Janek Sternberg zur formvollendeten Schwalbe.

Stieler hatte diesmal nicht so genau hingesehen, wie beim Zweikampf Bartels/Alaba und entschied auf Elfmeter. Eine Fehlentscheidung, denn Sternberg hatte Vidal nicht getroffen. Müller trat an und buchte mit seinem zweiten Tor die Tickets nach Berlin (71.). Coach Skripnik reagierte sofort und nahm Claudio Pizarrio vom Platz, um den 37-Jährigen für das enorm wichtige Nordderby beim Hamburger SV am Freitag zu schonen. Dann ist wieder Abstiegskampf angesagt.

Vidal hebt ab, Müller trifft doppelt

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