Rashica soll sich aufs Sportliche konzentrieren

Dauerthema Milot Rashica-Transfer: Werder Bremen fordert Schlussstrich und volle Hingabe

Milot Rashica steht im Regen.
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Milot Rashica musste zuletzt einige Enttäuschungen verkraften: Nun soll sich der Stürmer-Star des SV Werder Bremen wieder voll aufs Sportliche konzentrieren.

Bremen - War was? Wenn man Milot Rashica beim Training des SV Werder Bremen am Dienstag für den einen oder andere Moment beobachtete, konnte man sich das wirklich fragen: War was? Immer mal wieder ließ der 24-Jährige, den sie bei Werder „Rakete“ nennen, seine Rashica-typischen Momente durchblitzen. Kurze schnelle Bewegungen, der explosive Antritt – das sah in Ansätzen schon wieder nach dem aus, wofür der Stürmer bekannt ist.

Von seiner Knieverletzung, die ihn wochenlang ausbremste, war in den Bewegungen nichts zu sehen. Von den vielen Nebenkriegsschauplätzen – dem Transfer-Hickhack, dem geplatzten EM-Traum des Kosovo und erheblicher Fan-Kritik in der Heimat – sowieso nicht. Wenn da nicht dieses schwarze Tape an seinem rechten Knie kleben würde. Wenn er die Trainingseinheit des SV Werder Bremen nicht geplant vorzeitig nach drei Vierteln der Zeit beendet hätte. Indizien, die verraten: Ja, da war was – und Milot Rashica ist auch nicht von heute auf morgen wieder der Alte. Doch die Hoffnung lebt, dass der Stürmer zum Bundesliga-Spiel gegen den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr) endlich ein Kandidat für den Kader und seine ersten Pflichtspiel-Minuten in dieser Saison wird. „Wir müssen abwarten, wie die Trainingswoche verläuft, aber wir gehen davon aus, dass Milot die komplette Woche mit der Mannschaft trainieren kann“, sagt Werders Leiter Profifußball Clemens Fritz.

Werder Bremen: Milot Rashica soll sich mit guten Leistungen erneut ins Transfer-Schaufenster spielen

Denn Rashica soll schnell wieder wichtig für Werder Bremen werden, dafür fordert Fritz Rashicas volle Hingabe. „Wir erwarten jetzt von ihm, dass er nach der Knieverletzung so schnell wie möglich den Fitnessstand erreicht, den er braucht, um für uns die Leistung abzurufen, die wir alle von ihm sehen wollen und die er auch von sich selbst erwartet.“ Doch dafür müssten die Themen abseits des Platzes ein Ende finden. „Über seine Person ist sehr viel spekuliert worden. Dass das nicht spurlos an ihm vorübergeht, ist, denke ich, normal“, sagt Fritz. Eigentlich hatte sich Milot Rashica am letzten Tag der Transferperiode auf einen Wechsel zu Bayer Leverkusen eingestellt. Der Deal scheiterte nur aus Zeitgründen. Ein Knick in Rashicas Karriereplanung, der Kosovare wollte unbedingt den berühmten nächsten Schritt machen.
 
„Es war lange ein Thema, und wir sollten dieses Thema jetzt einfach abschließen. Wir sollten ihm auch die Zeit geben, sich auf das Sportliche zu konzentrieren. Davon hätten wir alle am meisten“, meint Fritz. Denn einerseits ist ein Milot Rashica in Topform sportlich ein uneingeplanter Bonus für Werder Bremen, andererseits dürfte sich Rashica mit guten Leistungen dann für die Winter-Transferperiode erneut ins Schaufenster spielen.

Werder Bremen: Milot Rashica bleibt erster Verkaufskandidat - aber davon will Clemens Fritz nichts mehr hören

Milot Rashica bleibt erster Verkaufskandidat – auch weil Werder Bremen auf das Geld angewiesen ist. Aber davon will Fritz jetzt nichts mehr hören: „Er ist ein extrem wichtiger Spieler, der einen Mehrwert für uns bringt. Von daher sollten wir das Kapitel jetzt beenden. Was dann im Winter ist, darüber können wir sprechen, wenn es soweit ist.“ Für Gesprächsstoff hatte Rashica zuletzt auch im Kosovo gesorgt. Fans hatten ihn nach dem Aus in den EM-Playoffs gegen Nordmazedonien zum Sündenbock gemacht. Nicht nur weil er im Kader fehlte und die Fans die Ernsthaftigkeit seiner Verletzung in Zweifel zogen, sondern auch, weil er nicht mit angereist und die Mannschaft vor Ort unterstützt hätte. Dagegen hatte sich Rashica gewehrt, und auch Fritz stellt klar: „Milot ist ein Volksheld im Kosovo. Er würde alles dafür tun, für sein Land zu spielen, gerade in so einem entscheidenden Spiel. Und ihm tat das am meisten weh, dass er aufgrund seiner Verletzung nicht zu dem Spiel reisen konnte.“ Deckel drauf, Thema beendet. (han)
 

Zur letzten Meldung vom 9. Oktober 2020:

Nach geplatztem EM-Traum: Werder Bremen-Stürmer Milot Rashica wehrt sich gegen Fan-Kritik

Bremen - Der Stachel der Enttäuschung sitzt tief. Zuerst der in letzter Sekunde geplatzte Wechsel zu Bayer Leverkusen, dann das bittere Ausscheiden in den Playoffs um die EM-Teilnahme mit dem Kosovo in Nordmazedonien - Milot Rashica, Stürmer-Star des SV Werder Bremen, musste in den vergangenen Tagen mehrfach tatenlos dabei zusehen, wie seine Träume sich in Schall und Rauch auflösten.

Doch damit nicht genug: Nach dem Scheitern des Kosovo in der Playoff-Runde zur Euro 2020 sah sich Milot Rashica in den sozialen Netzwerken zuletzt teilweise harscher und hämischer Kritik seiner Landesleute ausgesetzt. Diese monierten, dass der Flügelstürmer des SV Werder Bremen nicht nur im entscheidenden Duell im Aufgebot seines Heimatlandes gefehlt hatte, sondern auch nicht mit angereist war und damit nicht alles Menschenmögliche für das erstmalige Erreichen einer EM-Hauptrunde getan hätte. Nicht selten wurden die Anschuldigungen mit Beleidigungen versehen, die weit über das Ziel hinaus schossen. Vorwürfe, die der 24-Jährige so nicht auf sich sitzen lassen wollte und mit einem Post in den sozialen Medien gerade zu rücken versuchte.

Werder Bremen-Star Milot Rashica wehrt sich gegen Kosovo-Fan-Vorwürfe: „Wäre das wichtigste Spiel in meinem Leben gewesen“

Am Samstagnachmittag veröffentlichte Milot Rashica auf sämtlichen Kanälen (Facebook, Twitter, Instagram) folgende Erklärung: „Klarstellung: Wir alle wussten, wie wichtig das Spiel gegen Nordmazedonien ist, und der Wunsch, mit der Mannschaft zusammen zu sein, war sehr groß, denn für mich persönlich wäre es das bisher wichtigste Spiel in meinem Leben gewesen. Aber seit unserem Spiel gegen Moldawien, in dem ich mir eine Knieverletzung zugezogen hatte, habe ich in fünf Wochen lang nicht einmal mit der Mannschaft trainiert und die ersten vier offiziellen Spiele der neuen Saison verpasst. Abgesehen von den Knieschmerzen war und bin ich weit weg von der körperlichen Verfassung, die ich in diesem Match hätte haben müssen, um meinen Beitrag zu leisten. Ich fühlte mich verpflichtet, diese Klarstellung vorzunehmen, nachdem ich die Reaktion der Menschen gesehen hatte.“ (mwi)

Zur letzten Meldung vom 9. Oktober 2020:

Noch mehr Frust für Werder-Bremen-Star Milot Rashica: EM-Traum geplatzt

Bremen/Skopje - Goldener Oktober? Nicht für Milot Rashica! Der Profi des SV Werder Bremen muss seit Donnerstagabend die nächste herbe Enttäuschung verkraften.

Lange hatte Stürmer Milot Rashica mit dem Kosovo von einer Teilnahme an der auf 2021 verschobenen Europameisterschaft träumen dürfen, doch in der ersten Runde der Nations-League-Playoffs platzte dieser Traum. Der Kosovo verlor ohne den verletzt fehlenden Angreifer des SV Werder Bremen in Nordmazedonien mit 1:2 und ist jetzt raus aus dem Rennen um die EM-Tickets. Nordmazedonien trifft dagegen im Play-off-Finale im November auf Georgien, der Sieger des Duells ist bei der EM dabei.

Werder Bremen: Milot Rashicas schwarzer Oktober - Wechsel geplatzt, EM-Traum ebenfalls

Zu Jahresbeginn, als der Zeitplan noch ein anderer war und die Playoffs für März angesetzt waren, hatte Milot Rashica die Chancen des Kosovo in den Playoffs noch als gut eingeschätzt. „Wir können es schaffen“, hatte er gesagt, und es wäre „etwas Großartiges. Wir würden Geschichte schreiben.“ Doch als es drauf ankam, konnte Rashica seinem Land nicht helfen. Seit dem bis dato letzten Länderspiel des Kosovo im September fehlt er wegen einer Knieverletzung nicht nur dem SV Werder Bremen, sondern auch seinem Nationalteam.

Das hätte in Nordmazedonien nicht scheitern müssen, doch nach einer ersten Halbzeit mit einem Eigentor von Benjamin Kololli (16.), dem Ausgleich durch Florent Hadergjonaj (29.) sowie der erneuten nordmazedonischen Führung durch Darko Velkoski (33.) hatten die Kosovaren keine Antwort mehr. Was für Rashica bedeutet: Nach dem spektakulär geplatzten Transfer zu Bayer Leverkusen am Montag ist nun auch die EM-Option dahin. Welch ein schwarzer Oktober für den 24-Jährigen!

Werder Bremen: Milos Veljkovic darf auf EM-Teilnahme mit Serbien hoffen

Rashicas Bremer Teamkollege Milos Veljkovic darf dagegen weiter darauf hoffen, bei der EM im kommenden Sommer dabei zu sein. Zwar blieb der Verteidiger beim Playoff-Halbfinale in Norwegen ohne Einsatz, nach dem 2:1 nach Verlängerung ist aber noch alles drin für das serbische Nationalteam. Die letzte Hürde heißt am 12. November Schottland.

Ohne Werder-Profi Ludwig Augustinsson bestritt Schweden sein Test-Länderspiel in Russland und gewann 2:1. Augustinsson durfte auf Geheiß des SV Werder Bremen nicht mit ins Corona-Risikogebiet nach Moskau reisen, sondern wartete in Schweden auf die Rückkehr des Teams. Im Nations-League-Spiel am Sonntag in Kroatien darf er aber dabei sein. (csa)

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