Kosovare glaubt an Klassenerhalt und EM-Teilnahme

Milot Rashica im Interview: „Es wäre ein perfekter Sommer“

Stürmer Milot Rashica von Werder Bremen ist nie zufrieden und will immer mehr: „Wenn ich zehn Tore erzielt habe, dann will ich 15 machen.“
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Stürmer Milot Rashica von Werder Bremen ist nie zufrieden und will immer mehr: „Wenn ich zehn Tore erzielt habe, dann will ich 15 machen.“

Nicht auszudenken, wie es um Werder Bremen stehen würde, wenn Milot Rashica nicht da wäre. Der Stürmer ist die absolute Lebensversicherung der Grün-Weißen.

Sieben Tore hat Milot Rashica in dieser Saison schon geschossen. Mit weiteren will er den Abstieg von Werder Bremen verhindern - und dann im Sommer Geschichte schreiben. Im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) spricht Rashica über den Abstiegskampf, den Einfluss von Claudio Pizarro, seine Zukunft und die EM-Chance mit dem Kosovo.

Die Saison war bislang eine einzige Enttäuschung für Werder. Was macht Ihnen dennoch Mut, dass es mit dem Klassenerhalt klappt?

Ich denke, wir haben in vielen Spielen gezeigt, dass wir gut Fußball spielen können. Aber wir hatten einige Male Pech mit späten Gegentoren und haben gerade in den letzten Spielen zu viele Fehler gemacht. Ich bin sehr optimistisch, dass wir da zusammen wieder rauskommen.

Mit sieben Treffern und drei Vorlagen waren Sie einer der wenigen Lichtblicke in der Hinserie. Wie beurteilen Sie ihre eigene Leistung?

Ich versuche immer, so viele Tore wie möglich zu schießen. Aber es geht vor allem darum, der Mannschaft zu helfen und erfolgreich zu sein.

Aber die eigene Bilanz stimmt Sie zufrieden?

Ich bin nie zufrieden. Ich will immer mehr. Wenn ich zehn Tore erzielt habe, dann will ich 15 machen. Wenn ich 15 habe, will ich 20. Du willst als Stürmer immer so viele Tore machen wie möglich. Ich denke, es ist ok, aber ich hoffe, dass in dieser Saison noch einige Tore dazukommen werden.

Sie werden oft als Lebensversicherung für Werder bezeichnet. Spüren Sie deshalb einem besonderen Druck?

Nein, so empfinde ich das überhaupt nicht. Wir haben viele Jungs, die Spiele für uns entscheiden können. Es gab auch Spiele, in denen ich nicht getroffen habe, in denen wir aber erfolgreich waren. Wir können es nur gemeinsam schaffen und sind nicht von einem oder zwei Spielern abhängig.

Transfer? Milot Rashica „nur auf Werder Bremen konzentriert“

Florian Kohfeldt gilt als großer Förderer von Ihnen. Was zeichnet ihn als Trainer aus?

Er hat mir am Anfang sehr viel geholfen. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch mit anderen Dingen. Er spricht sehr viel mit den jungen Spielern und gibt ihnen die Chance. Ich bin sehr glücklich, dass ich mit ihm zusammenarbeiten kann.

Hat er sich jetzt durch die Krise verändert?

Ich denke, er ist immer noch derselbe. Natürlich musst du ein paar Dinge ändern, wenn es nicht so gut läuft. Ein paar Sachen in der Taktik oder in der Ansprache. Wir wissen, dass wir in einer schweren Situation sind, aber wir werden da gemeinsam mit dem Trainer rauskommen.

In Claudio Pizarro steht ein ganz erfahrener Stürmer im Kader. Was können Sie von ihm lernen?

Du kannst von Claudio jeden Tag etwas lernen. Wenn du seinen Abschluss siehst, manchmal sind wir als Mannschaft völlig überrascht, wie er das wieder gemacht hat. Er ist so erfahren, hat für große Clubs gespielt. Er hilft mir sehr, vor allem in den Phasen, in denen ich mal nicht erfolgreich bin.

Gleich zu Beginn der Rückrunde geht es gegen Düsseldorf. Die Fortuna hat nur einen Punkt mehr als Werder. Wie wichtig ist das Spiel?

Natürlich ist das ein sehr wichtiges Spiel. Für beide Mannschaften. Wir werden alles versuchen, da drei Punkte zu holen, das wäre sehr wichtig für uns.

Mit Ihren Leistungen haben Sie auch Begehrlichkeiten anderer Clubs geweckt. Bleiben Sie in Bremen, wenn Werder in der Liga bleibt?

Im Moment denke ich überhaupt nicht an so etwas. Wir haben viel wichtigere Dinge vor uns. Im Fußball kann man ohnehin wenig im Voraus planen. Aber gerade bin ich nur auf Werder Bremen konzentriert und darauf, dass wir die Kurve kriegen.

In welcher Liga möchten Sie denn gerne einmal spielen?

Es gibt nicht diese eine Liga. Ich mag die Bundesliga, es gefällt mir hier sehr gut. Alles andere wird man sehen. Aber ich habe nicht den einen Club oder die eine Liga vor Augen, wo ich unbedingt einmal spielen will.

Milot Rashica von Werder Bremen: Kosovo bei der EM? „Dann geht keiner mehr zur Arbeit“

In diesem Sommer steht die Europameisterschaft an, der Kosovo kann sich über die Playoffs noch zum ersten Mal für ein großes Turnier qualifizieren. Was würde eine EM-Teilnahme für Sie persönlich und für den Kosovo bedeuten?

Alles. Das wäre etwas Großartiges. Wir würden Geschichte schreiben. Fußball und die Nationalmannschaft sind riesig im Kosovo. Wenn wir da spielen, geht keiner mehr zur Arbeit. Alles steht still, alle sind im Stadion oder vor dem Fernseher.

Wäre die EM-Teilnahme der größte Erfolg in Ihrer bisherigen Karriere?

Ich denke ja. Nicht nur für uns Spieler, für den ganzen Kosovo, für alle Menschen dort wäre das eine riesige Sache.

Wie sehen Sie die Chancen?

Ich denke, die Chancen sind da. Wenn man gesehen hat, wie wir zuletzt in der Qualifikation und in der Nations League gespielt haben, dann haben wir gezeigt, dass wir mithalten können. Es wird nicht einfach, weil wir leider beide Spiele auswärts bestreiten müssen. Aber wir können es schaffen.

Sie haben Silvester in der Heimat verbracht. Wie ist es, wenn Sie dorthin zurückkommen? Werden Sie wie ein Superstar behandelt?

Für mich ist es sehr wichtig, nach Hause zu kommen. Immer, wenn ich ein paar Tage frei habe, fahre ich dorthin zu meiner Familie und zu meinen Freunden. Die Leute erkennen einen jetzt natürlich. Nicht nur mich, sondern alle Nationalspieler, seit wir erfolgreich sind. Es ist normal, dass sie ein Autogramm oder Selfie wollen. Aber das macht mir nichts aus.

Wenn Sie sich entscheiden müssten: Klassenerhalt oder EM? Was würden Sie wählen?

Beides. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir die Qualität haben, mit Werder in der Liga zu bleiben. Und auch mit dem Kosovo haben wir die Chance, es zur EM zu schaffen. Es wäre ein perfekter Sommer, wenn wir beide Missionen erfolgreich beenden würden. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es uns gelingt. (dpa)

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Quelle: DeichStube

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