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Das Millionenspiel: Gegen Jahn Regensburg geht es für Werder Bremen um viel mehr als nur die Ligazugehörigkeit

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Von: Björn Knips

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Der Bundesliga-Aufstieg wäre für den SV Werder Bremen mit Mehreinnahmen in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro verbunden.
Der Bundesliga-Aufstieg wäre für den SV Werder Bremen mit Mehreinnahmen in Höhe von mindestens 30 Millionen Euro verbunden. © Imago Images/Ralph Peters

Bremen – So unromantisch es auch klingen mag: Im Profi-Fußball geht es irgendwo auch immer ums Geld. Für den SV Werder Bremen gilt das am Sonntag im Heimspiel gegen Jahn Regensburg (15.30 Uhr im DeichStube-Liveticker) ganz besonders. Denn die Einnahmen in der 1. und 2. Liga unterscheiden sich schon enorm. Das haben die Grün-Weißen vor einem Jahr als Absteiger deutlich zu spüren bekommen. Jetzt winkt der umgekehrte Weg, der Aufstieg ist zum Greifen nahe. Die DeichStube hat nachgerechnet, was finanziell in dieser einen Partie auf dem Spiel steht – mindestens 30 Millionen Euro, wahrscheinlich sogar noch mehr.

TV-Geld

Hier wird der Unterschied zwischen den Ligen am deutlichsten. Als Aufsteiger würde sich Werder Bremen zwar im TV-Ranking weit hinten wiederfinden, aber laut der Internetplattform „fernsehgelder.de“ immerhin etwas über 40 Millionen Euro kassieren. Im letzten Erstliga-Jahr waren es noch 49 Millionen Euro. Dabei ist zu beachten, dass der neue TV-Vertrag der Bundesliga nicht mehr ganz so üppig ausgefallen ist. Und nun zum großen Ligen-Unterschied: Für ein zweites Jahr im Bundesliga-Unterhaus würde Werder nur 20 Millionen Euro bekommen.

Werder Bremen: Sponsoren-Einnahmen dürften bei Bundesliga-Aufstieg um etwa 10 Millionen Euro steigen

Sponsoring

Hauptsponsor Wiesenhof ist da aktuell ein gutes Beispiel. Der Geflügelproduzent hat seinen Vertrag gerade um ein Jahr verlängert – und dabei zwei Optionen vereinbart: In der Bundesliga würde das Unternehmen aus Niedersachsen dem Vernehmen nach 6,5 Millionen Euro überweisen, eine Klasse tiefer 3,5. Klaus Filbry, Boss des SV Werder Bremen, hatte nach dem Abstieg mal erklärt, dass die meisten Sponsoren nun 40 Prozent weniger zahlen würden. Alle Geldgeber zusammengerechnet bedeutet das: Rund 25 Millionen gibt es im Oberhaus, etwa 15 im Unterhaus.

Ticketing

Trotz des Abstiegs senkte Werder Bremen die Eintrittspreise nicht und verwies dabei auch auf die stärkste 2. Bundesliga aller Zeiten. Lediglich im Business-Bereich wurde ein Rabatt von 20 Prozent gewährt, dort sind die Ticketpreise aber auch um ein Vielfaches höher, das geht schon in Richtung Sponsoring. In dem Bereich wird Werder in Liga 1 wieder mehr einnehmen. Ob die Preise für Dauerkarten und Einzeltickets stabil bleiben, hat der Club noch nicht entschieden. Da dürften auch die steigenden Kosten für Personal (Mindestlohn) und Energie eine Rolle spielen.

Verfolgt das Aufstiegsfinale des SV Werder Bremen gegen Jahn Regensburg im Live-Ticker der DeichStube!

Werder Bremen könnte die Ticketpreise bei einem Bundesliga-Aufstieg annehmen

Eines ist klar: Im ersten Zweitliga-Jahr blieben die Fans dem SV Werder Bremen treu, so weit das in der Corona-Pandemie möglich war. Alle 27.000 angebotenen Dauerkarten wurden verkauft. Der Zuschauerschnitt lag vor dem letzten Heimspiel bei 27.835. Sollte es in der neuen Saison keine Corona-Beschränkungen mehr geben, dürfte das Weserstadion wieder viel häufiger mit 42.100 Besuchern ausverkauft sein. Kommen im Pokal noch ein paar Heimspiele dazu, sind vielleicht wieder 28 Millionen Euro an Ticket-Einnahmen wie in der Saison 2018/19 drin. Eine Liga tiefer dürfte die Summe nicht ganz erreichbar sein, weil einige Gegner kaum Fans mitbringen und auch für das heimische Publikum nicht so attraktiv sind.

Transfers

„Wir müssen auch in diesem Sommer ligaunabhängig einen Transferüberschuss erzielen, der aber bei Weitem nicht so hoch sein muss wie im vergangenen Sommer“, hat Sportchef Frank Baumann unlängst betont. Das Plus vor knapp einem Jahr lag bei über 20 Millionen Euro, weil Werder das Geld zum Überleben brauchte und Spieler wie Milot Rashica, Josh Sargent, Maximilian Eggestein und Ludwig Augustinsson unbedingt wegwollten. Bei einem Nicht-Aufstieg ist das auch bei Profis wie Marco Friedl, Marvin Ducksch oder Niclas Füllkrug denkbar, für die Werder Bremen immerhin noch eine Ablöse bekommen würde. Die Verträge von Jiri Pavlenka, Milos Veljkovic und Ömer Toprak laufen aus, könnten aber nach einem Aufstieg verlängert werden.

Werder Bremen: Bundesliga-Aufstieg bedeutet Mehreinnahmen von mindestens 30 Millionen Euro

Unabhängig von der Liga wird sich Werder Bremen nicht gerade wenig auf dem Transfermarkt umschauen müssen – als Erstligist mit ein bisschen mehr Geld, als Zweitligist wohl nur auf der Suche nach Schnäppchen und vor allem ablösefreien Spielern. Folgender Aspekt ist auch noch ganz wichtig: Werder will seine Mittelstandsanleihe von 17 Millionen Euro in vier Jahren vor allem mithilfe von Transfererlösen zurückzahlen – und da sind Ablösesummen für Spieler aus der 1. Bundesliga weitaus höher als für Zweitliga-Kicker.

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Gehälter

Wohl dem, der einen Alt-Vertrag hat, der noch mindestens ein Jahr läuft – wie zum Beispiel Niclas Füllkrug, Marco Friedl oder Leonardo Bittencourt. Deren Gehalt steigt bei einem Aufstieg automatisch um 40 Prozent, so wie es nach dem Abstieg auch gesunken ist. In dieser Saison gibt Werder Bremen für seinen Kader etwas unter 20 Millionen Euro aus. Das Budget müsste bei Nicht-Aufstieg sicher etwas gekürzt werden. Bei einem Aufstieg sind 30 Millionen Euro plus X für den Kader vorgesehen. Diese Summe ist übrigens weit entfernt von den 47 Millionen Euro aus der letzten Erstliga-Saison.

Fazit

Werder Bremen muss aus finanziellen Gründen nicht unbedingt aufsteigen, könnte sich ein weiteres Jahr in der 2. Liga durchaus leisten, aber eine Rückkehr würde vieles leichter machen – auch das Bedienen der Kredite (20 Millionen Euro) und die Zinszahlungen für die Anleihe (17 Millionen Euro/6,5 Prozent pro Jahr). Und dauerhaft wird die 2. Bundesliga auch nicht so attraktiv sein wie in dieser Saison, die Einnahmen dürften weiter sinken. Werder sollte diese Millionen-Chance also unbedingt nutzen. (kni)

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