Vorstellung verschoben, weil in Trainerfrage noch Lösung fehlt

Mehr Zeit für Baumann

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Frank Baumann (Archivbild)

Bremen - Von Carsten Sander und Björn Knips. Wenn Sie hier bitte Platz nehmen möchten! Frank Baumann, der neue Geschäftsführer Sport bei Werder Bremen, hat am Montag sein Büro in Turm 1 des Weserstadions bezogen. Dort, wo bis vergangenen Mittwoch noch Thomas Eichin residierte, hat nun Baumann seinen Platz. Zuvor hatte sich der 40-Jährige mit Aufsichtsratschef Marco Bode auf einen Vertrag bis zum 30. Juni 2019 geeinigt.

Unterschrieben ist allerdings noch nichts. Denn Werder muss die per Satzung vorgeschriebenen Wege einhalten. Demnach muss Baumann nun erst einmal vom Aufsichtsrat offiziell zum Geschäftsführer bestellt werden, danach erfolgt die Unterschrift und erst ab diesem Zeitpunkt ist er auch wirklich handlungsfähig. Diese Verzögerungen im formalen Ablauf sind angeblich auch der Grund, weshalb Frank Baumann erst am Freitag und nicht – wie zunächst in Aussicht gestellt – schon am Dienstag offiziell vorgestellt wird. Tatsächlich dürfte der Anlass, weshalb der Werder-Ehrenspielführer noch nicht vor die Öffentlichkeit tritt, ein anderer sein: Der neue Geschäftsführer braucht einfach noch Zeit, um zu regeln, was geregelt werden muss.

Speziell die Trainerfrage muss schleunigst beantwortet werden. Ergebnisse kann Baumann fünf Tage nach der Eichin-Entlassung aber einfach noch nicht vorweisen. „Natürlich gibt es einige drängende Fragen, die geklärt werden müssen“, räumt er in einer Pressemitteilung ein, aber wichtig sei für ihn, „dass ich mir ein genaues Bild mache“. Soll heißen: Wer jetzt etwas übers Knie bricht, könnte es später bereuen. Baumann hat aber freilich nicht erst mit dem Einzug ins Geschäftsführer-Büro mit der Arbeit begonnen. In den vergangenen Tagen hat er viele Gespräche geführt – ganz sicher auch mit allen Trainern. Denn was sich auf dem Cheftrainerposten ändert oder eben nicht ändert, ist Thema Nummer eins.

Auch für Baumann, der die Aufgabenstellung rhetorisch allerdings schlau verpackt. „Höchste Priorität hat für mich, dass alle Rahmenbedingungen geschaffen werden, um der Mannschaft zum Start der Vorbereitung Anfang Juli ein perfektes Arbeitsumfeld bieten zu können“, wird er in der Mitteilung des Clubs zitiert. Perfektes Arbeitsumfeld heißt auch perfekter Coach. Vor Freitag wird es aber keine Klarheit geben, ob Viktor Skripnik weiter das Sagen hat. Oder ob Florian Kohfeldt zum Cheftrainer aufsteigt (was angesichts seiner Unerfahrenheit allerdings ziemlich unwahrscheinlich ist). Oder ob es am Ende doch ganz anders kommt und Baumann eine Lösung aus dem Hut zaubert, mit der niemand gerechnet hat.

Alle warten auf Erklärungen, doch der neue starke Mann bei Werder darf noch schweigen. Jedenfalls in der Öffentlichkeit. Intern eilt er dagegen von Diskussionsrunde zu Diskussionsrunde, und das Telefon steht sowieso nie still. Am Montag stand auch der intensive Austausch mit seinen Geschäftsführer-Kollegen Klaus Filbry und Hubertus Hess-Grunewald auf dem Tagesplan. Baumann wird dort erläutert haben, was er auch Marco Bode an Ideen und Konzepten vorgelegt hatte. Laut Bode ist es überzeugend, was Baumann vorschwebt: „Frank hat inhaltlich klare Vorstellungen, und wir sehen mit ihm sehr gute Voraussetzungen, die nächsten Schritte in unserer Entwicklung zu machen.“

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