Einsatz gegen Bayern

Maximilian Eggestein zwischen „oben“ und „unten“

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Werders Maximilian Eggestein (v., hier gegen Thomas Müller) zeigte gegen Bayern eine gute Leistung.

Bremen - Von Daniel Cottäus. Auf einmal war sie da, ganz plötzlich: die große Chance, auf die Maximilian Eggestein seit dem ersten Spieltag gewartet hat.

Weil es für Claudio Pizarro im Heimspiel gegen den FC Bayern bereits in der 19. Minute verletzungsbedingt nicht mehr weiterging, kam Werders Nachwuchstalent nahezu unaufgewärmt ins Spiel und zeigte als Sechser eine gute Leistung. Ruhig am Ball, mit Übersicht ausgestattet und klar in seinen Aktionen fügte sich der 20-Jährige ein. „Ich habe etwas gebraucht, bis ich drin war“, gestand Eggestein am Tag danach – und betonte: „Dann habe ich mich gut gefühlt.“ Kein Wunder: Schließlich ist er wieder da angekommen, wo er hin möchte.

Wenn Maximilian Eggestein über Werders Profimannschaft spricht, dann spricht er von „oben“. Die U23 bildet den passenden Gegensatz dazu – „unten“. Eggestein hat in dieser Saison beide Seiten kennengelernt, weiß, wie es sich oben und unten anfühlt. Am ersten Spieltag, während der 0:6-Pleite in München, wurde er von Trainer Viktor Skripnik in der 74. Minute eingewechselt – danach stand er bis zum Rückspiel gegen die Bayern nicht mehr für die Profis auf dem Platz.

„Ich hab’ schon ein bisschen gebraucht, um das zu verarbeiten“, sagte Eggestein über seine Zeit in der Dritten Liga. Es sei zwar so abgesprochen gewesen, dass er in der zweiten Mannschaft Spielpraxis sammeln soll, „aber damit muss man erstmal umgehen“. Spätestens seit Samstag ist nun klar: Eggestein hat für sich einen Weg gefunden.

Das ist auch seinen Kollegen nicht entgangen. Zlatko Junuzovic sagte nach dem Bayern-Spiel: „Immer wieder hin- und hergeschoben zu werden, ist nicht so einfach für einen jungen Spieler.“ Und dann folgte ein dickes Lob vom Österreicher: „Vom Auftreten her hat er es heute von uns allen am besten gemacht.“ Bereits während des Trainingslagers in Spanien hatte Eggestein gute Eindrücke hinterlassen, empfahl sich im Testspiel gegen Brügge sogar als Sechser, obwohl er eigentlich im offensiven Mittelfeld zu Hause ist. „Ich kann mich mit beidem abfinden“, sagte Eggestein – wohl wissend, dass ihm Flexibilität nicht schadet, wenn er dauerhaft einen Platz im Profi-Kader einnehmen möchte.

Eggesteins Vertrag läuft bis 2018, der kommende Sommer dürfte eine entscheidende Zeit für ihn werden. Clemens Fritz hört vermutlich auf, Florian Grillitsch geht nach Hoffenheim – da könnte Raum entstehen für Eggestein: „Mal sehen, wie es für mich weitergeht.“ Zwar gibt sich der 20-Jährige bescheiden („Es kann sein kann, dass ich auch mal wieder bei der U23 spiele“), lässt aber keinen Zweifel daran aufkommen, wo er sich selbst sieht und wohler fühlt – „oben“: „Ich hoffe auf mehr Einsätze. Es kann nicht mein Ziel sein, die nächsten zwei, drei Jahre immer zwischen zwei Mannschaften zu pendeln.“

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