Werder-Mittelfeldspieler hinkt Erwartungen hinterher

Maxi Eggestein verteidigt sich selbst: „Jetzt geht es mal nicht bergauf“

+
Maximilian Eggestein sieht sich nicht als Gesicht der Krise des SV Werder Bremen. Seine persönliche Leistung sei nicht so schlecht, wie sie zum Teil gemacht werde.

Bremen – Nein, als Gesicht der Krise taugt er überhaupt nicht, sagt Maximilian Eggestein über Maximilian Eggestein. Natürlich weiß er, dass er in der laufenden Saison „noch nicht meine Top-Leistung erreicht“ hat, aber deshalb fühlt er sich noch lange nicht als Sinnbild der aktuellen Schieflage des SV Werder Bremen.

Erstens weil „nicht alles schlecht“ sei, was er bislang auf dem Platz gemacht habe, meint der 22-Jährige. Und zweitens: „Wenn ich jetzt besser spielen würde, wäre auch nicht alles gut.“ Was wohl sagen soll, dass die sportliche Talfahrt von Werder Bremen viele Anschieber hat. Nicht nur Maxi Eggestein. Aber eben auch ihn.

Nach der persönlichen Supersaison 2018/19 inklusive der erstmaligen Berufung ins Nationalteam als Krönung waren die Erwartungen die, dass der 22-Jährige in der neuen Spielzeit so weitermacht. Dass er möglicherweise sogar an die Stelle von Max Kruse tritt, der das Aushängeschild der Mannschaft gewesen war. Doch Eggestein tritt im Moment in keine Fußstapfen, nicht mal in die eigenen. Es fehlen die berühmten paar Prozente, die auf dem Platz den Unterschied ausmachen zwischen Mittelmaß und Besonderem. 

Werder Bremen: Maxi Eggestein sieht eigene Leistung nicht so kritisch

Womit nicht allein Tore, Vorlagen oder andere zählbare Werte gemeint sind (Eggestein steht aktuell bei null Toren und einem Assist), sondern die Fähigkeit, das Team zu führen, voranzugehen, wenn es nicht läuft. Maxi Eggestein versucht es, muss aber auch erkennen: „Eineinhalb Jahre ging es bei mir steil bergauf, in der Zeit habe ich alles mitgenommen. Jetzt geht es mal nicht bergauf – das ist aber auch okay. Ich sehe es insgesamt nicht so kritisch“, sagt der Mittelfeldspieler und nimmt sich quasi selbst in Schutz.

Das mag man komisch finden, möglicherweise sogar selbstgefällig. Oder man folgt Eggestein einfach, der eigentlich nur sagt, dass er derzeit eben mehr Normalmaß hat als in der Spielzeit zuvor. Was bei einem Spieler in seinem Alter auch keine Überraschung sein sollte. Schwankungen sind in dieser Phase der Karriere nicht ungewöhnlich. Zumal er bei Werder derzeit beileibe nicht der einzige Spieler ist, der in der Krise steckt. Und im Sommer auch noch die U21-EM als Zugabe ins Eggestein-Programm gekommen war. Das Turnier hat ihn Urlaub und Erholung gekostet, als Ursache für seinen aktuellen Leistungsschluckauf geht es aber nicht durch. Eggestein stellt klar: „Ich fühle mich nicht überspielt. Ich hatte im Sommer drei Wochen Pause, das hat gereicht.“

Maxi Eggestein geht davon aus, für Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg aufzulaufen

Dann liegt‘s wohl daran, dass seine Leistungskurve gegen den Sog der Krise kämpft. Wie die Kurven vieler anderer Werder-Profis auch. Trainer Florian Kohfeldt hat deshalb nach dem 1:2 gegen Schalke 04 am vergangenen Wochenende den großen Personalcheck angekündigt. Alle sollen vor dem Spiel in Wolfsburg auf den Prüfstand. „Es wird mit Sicherheit in den nächsten Wochen auch von der Personalauswahl ein Thema sein, wer Mut auf den Platz bringt“, hatte er gesagt.

Maxi Eggestein hat Mut. Mut zur Selbstkritik, Mut aber auch, trotzdem weiter selbstbewusst aufzutreten. Dass er beim Trainer-Tüv durchfallen und plötzlich zum Bankdrücker werden könnte, glaubt er nicht: „Ich hoffe, dass ich in Wolfsburg spielen werde“, sagt er und ergänzt: Im Moment gehe ich auch davon aus.“ Er spüre nach wie vor das Vertrauen des Trainers, „und das ist ein gutes Gefühl“. (csa)

Mehr News zu Werder Bremen

Psycho-Spielchen in Krisenzeiten: Werder Bremen verzichtet gegen Wolfsburg auf Mentalcoach Andreas Marlovits. Der SV Werder Bremen hofft in der Krise auf die Wende gegen den VfL Wolfsburg, Florian Kohfeldts Personalwechsel-Drohung verpufft aber. Sebastian Langkamp darf wohl bleiben – Nuri Sahin auch? Hier gibt‘s die voraussichtliche Aufstellung von Werder Bremen gegen den VfL Wolfsburg am Sonntag.

Quelle: DeichStube

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Lungenkrankheit: China schottet 43 Millionen Menschen ab

Lungenkrankheit: China schottet 43 Millionen Menschen ab

Hahnenkamm-Rennen - die besten Fotos aus Kitzbühel 2020

Hahnenkamm-Rennen - die besten Fotos aus Kitzbühel 2020

Erdogan empfängt "Freundin" Merkel betont herzlich

Erdogan empfängt "Freundin" Merkel betont herzlich

Die Luxusjachten der Autobauer

Die Luxusjachten der Autobauer

Meistgelesene Artikel

Nach Kopf-Verletzung: „Gute Chance“, dass Werder-Verteidiger Kevin Vogt gegen Hoffenheim spielt

Nach Kopf-Verletzung: „Gute Chance“, dass Werder-Verteidiger Kevin Vogt gegen Hoffenheim spielt

Dreierkette hält dicht und wird doch gesprengt: Wenigstens auf Toprak kann Werder Bremen bauen

Dreierkette hält dicht und wird doch gesprengt: Wenigstens auf Toprak kann Werder Bremen bauen

Ex-Referee Rafati schützt Moisander: „Reaktion war menschlich und nachvollziehbar“

Ex-Referee Rafati schützt Moisander: „Reaktion war menschlich und nachvollziehbar“

Bowling oder Hexenwerk - Verletzung von Ludwig Augustinsson gibt Werder Bremen wieder Rätsel auf

Bowling oder Hexenwerk - Verletzung von Ludwig Augustinsson gibt Werder Bremen wieder Rätsel auf

Kommentare