Werder-Mittelfeldspieler über das Coronavirus

Spritziger Eggestein wird in der Krise zum Werder-Sprecher

Maximilian Eggestein will mit dem SV Werder Bremen den Klassenerhalt schaffen - mit einem regulären Saisonende. Der Fußball müsse in der Coronavirus-Krise aber gesellschaftlich vertretbar sein.
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Maximilian Eggestein will mit dem SV Werder Bremen den Klassenerhalt schaffen - mit einem regulären Saisonende. Der Fußball müsse in der Coronavirus-Krise aber gesellschaftlich vertretbar sein.

Bremen – Maximilian Eggestein kann nun endgültig behaupten, dass er beim SV Werder Bremen ein echter Führungsspieler ist – in der Coronavirus-Krise sogar ein bisschen mehr.

Denn während die Offiziellen des SV Werder Bremen die Ankündigung der Politik, ab Mai die Fortsetzung der Bundesliga-Saison mit Geisterspielen zu ermöglichen, noch nicht kommentieren wollen, gab der 23-jährige Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein am Dienstagmittag dazu ein deutliches Statement ab und verriet während einer Video-Pressekonferenz im vereinseigenen TV, wozu er die Spielpause bislang genutzt hat.

Werder Bremen: Maximilian Eggestein hofft auf Bundesliga-Neustart und warnt zugleich

„Natürlich würde mich das freuen“, sagte Eggestein zu dem von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder anvisierten Neustart der Bundesliga am 9. Mai. Es folgte allerdings sofort eine wohl durchdachte und gewiss nicht ganz zufällige Einschränkung des Werder-Profis: „Aber das ganze muss gesellschaftlich vertretbar sein. Da darf der Fußball keine Extrarolle einnehmen, das möchte er auch nicht.“ Ein Offizieller des SV Werder Bremen hätte es passender nicht sagen können. Der eloquente Maxi Eggestein ließ aber auch noch eine ganz persönliche Note einfließen: „Wir würden uns wirklich freuen, denn wir möchten einfach die Saison zu Ende spielen können. Gerade wir haben etwas gutzumachen - und das möchten wir auch.“

Werder Bremen belegt schließlich einen Abstiegsplatz. Es droht der Sturz in die Zweitklassigkeit, der erste seit 40 Jahren. Die Mannschaft wirkte wie in einer Abwärtsspirale gefangen. Nun soll in einem fulminanten Endspurt der Klassenerhalt noch geschafft werden. Zehn Spiele stehen für die Bremer noch aus. „Natürlich ist es ein Neustart“, sagte Eggestein. Das könne ein Vorteil sein. „Aber es ist trotzdem die gleiche Situation wie vorher“, erinnerte er zugleich an die Tabelle.

Es ist verzwickt und extrem schwierig, gerade auch in Zeiten der Coronavirus-Krise positive Ansätze zu finden. Eggestein versuchte es in der Video-Pressekonferenz, in der ein Werder-Mitarbeiter die zuvor eingereichten Fragen der Journalisten stellte. Er habe die Spielpause genutzt, um vor allem auch an seiner Spritzigkeit zu arbeiten. „Da war ich nicht auf meinem Top-Level“, gestand der 23-Jährige: „Dafür hat mir die Pause gutgetan.“

Werder Bremen: Maxi Eggestein und sein Umgang mit der Coronavirus-Krise

Ansonsten war der ältere der beiden Eggestein-Brüder fast nur zu Hause. Genauso wie Johannes verzichtete er auf Besuche seiner Eltern in Hannover, „um den Schutz zu gewährleisten“. Beim Einkaufen trug er allerdings bislang keine Maske, bei den Behandlungen der Physiotherapeuten im Weserstadion schon. Wahrscheinlich werde er beim Einkaufen demnächst vorsichtiger: „20 Minuten eine Maske zu tragen, ist ja nicht so schlimm.“ Dass nun nicht nur Lebensmittelgeschäfte geöffnet sind, hat Maxi Eggestein zwar mitbekommen, „aber ich habe das noch nicht genutzt“. Und er wird es wahrscheinlich auch nicht. Denn für die Profis des SV Werder Bremen gilt, das Infektionsrisiko so gut wie möglich zu minimieren. 

Nicht auszudenken, was passiert, wenn sich ein Spieler ansteckt. Muss dann die komplette Mannschaft in Quarantäne, ist sie dann für die Saison, die bis zum 30. Juni beendet sein muss, raus? Und wie groß ist dabei eigentlich die Sorge vor einer zweiten Welle der Coronapandemie? Eine Frage, die Eggestein eigentlich gestellt werden sollte, aber nicht wurde. Begründung: Dazu will sich Werder erst nach der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) am Donnerstag äußern. Dann soll auch statt Führungsspieler Maximilian Eggestein wieder eine Führungskraft wie Sportchef Frank Baumann oder sein Geschäftsführer-Kollege Klaus Filbry sprechen. (kni)

Letzte Meldung vom 31. März 2020:

Werder Bremen-Klassenerhalt wegen Saisonabbruch? Maximilian Eggestein wäre kein Fan davon

Einige Fans malen es sich schon aus, das „Glück im Unglück“-Szenario: den Klassenerhalt von Werder Bremen am Grünen Tisch. Sollte die Bundesliga-Saison wegen der Coronavirus-Pandemie tatsächlich abgebrochen werden müssen, gibt es möglicherweise auch keine Absteiger. So die Theorie.

Doch von der ist zumindest Maximilian Eggestein überhaupt kein Freund. „Zunächst ist für viele Bundesligisten der finanzielle Schaden bei einem Abbruch fast größer als bei einem Abstieg“, erklärt der 23-jährige Mittelfeldspieler von Werder Bremen in einem Interview mit „11 Freunde“. „Außerdem haben wir noch etwas gerade zu biegen. Unsere Saison war bis jetzt schlecht. Das wollen wir korrigieren.“ Der Tabellen-17. hat in der Bundesliga bereits vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Zehn Spiele stehen noch aus, die womöglich als Geisterspiele ausgetragen werden müssen.

„Jeder von uns arbeitet zu Hause gerade hart, um diese Spielzeit noch zu retten. Zur Not vor leeren Rängen“, sagt Maxi Eggestein. Werder Bremen hat seinen Spielern Trainingspläne mitgegeben. Lauf-, Stabilisations- und Kraftübungen stehen darauf. „Jeder Fußballer trainiert lieber mit Ball am Fuß. Aber es hat auch gute Seiten“, findet Eggestein. „So bleiben wir fit – und freuen uns alle wieder doppelt aufs normale Training.“

Werder Bremen: Maximilian Eggestein vertreibt sich Zeit in der Coronavirus-Krise mit Filmen

Zum Sport gehe er raus, seine Joggingstrecke verlaufe entlang der Weser. Ansonsten muss sich auch Eggestein in Zeiten von „Home-Office“ und Kontaktsperre in den eigenen vier Wänden die Langeweile vertreiben. Dabei sitzt er oft vor dem Bildschirm. „Abends zocke ich gegen Jojo (Johannes Eggestein, Anm. d. Red.) ab und an ein paar Runden FIFA. So geht die Zeit ganz gut rum“, sagt Eggestein, sein jüngerer Bruder habe bei den Spielen auf der Playstation „leider einen Tick öfter die Nase vorn“.

Ansonsten guckt Eggestein Filme (häufiger) und Serien (seltener). „Gestern habe ich Heat geguckt, mit Al Pacino und Robert De Niro. Der war echt gut. Ansonsten warte ich auf die neue Staffel von Haus des Geldes“, erzählt der Mittelfeldspieler. „Ich hoffe aber, dass wir bald alle weniger Zeit für Serien haben – und dafür möglichst schnell unseren normalen Alltag zurück bekommen.“ (han)

Quelle: DeichStube

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