Was passiert mit dem Werder-Kapitän

Der unzufriedene Kruse und Kohfeldts Konter

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Werder-Kapitän Max Kruse war mit dem Auftritt seiner Mannschaft gegen den BVB nicht glücklich.

Bremen – Klar, da gab es diesen Ärger über den nicht gegebenen Handelfmeter, aber ansonsten war die Stimmung am Samstagabend bei Werder recht gut. Schließlich hatte das Team aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 gegen Borussia Dortmund gemacht. Nur einer mimte den Miesepeter – und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison: Max Kruse.

Dafür handelte sich der Kapitän sogar einen schnellen Konter von Trainer Florian Kohfeldt ein. Und es stellt sich mehr denn je die Frage: Was wird denn nun aus Kruse, dessen Vertrag am 30. Juni ausläuft?

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Spätestens bis Ende des Monats will Werder eine Entscheidung von Kruse haben. Der zögert noch, wartet ab, ob es die Bremer nach Europa schaffen oder er ablösefrei zu einem Topclub wechseln kann. Der 31-Jährige möchte unbedingt nochmal international spielen. Oftmals in dieser Saison hat er dieses Vorhaben auch mit starken Leistungen unterfüttert. Mit elf Treffern und zehn Assists ist er Werders bester Torschütze und bester Vorbereiter. Aber es gibt eben auch Spiele wie nun gegen Dortmund, denen Kruse nicht seinen Stempel aufdrücken kann.

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Kruse spricht Werder-Defizite an

Werder freute sich am Ende trotzdem über einen Punkt, Kruse nicht. Er war der einzige Bremer, der sich nach dem Spiel ziemlich angefressen präsentierte – und zwar aufgrund der Leistung der Mannschaft. „Wir haben es am Anfang sehr, sehr schlecht gemacht. Wir haben nicht die Balance gefunden zwischen Pressing und darauf warten, dass der Gegner andribbelt. Deswegen hat uns Dortmund in der ersten Halbzeit hergespielt“, urteilte Kruse direkt nach dem Spiel im Sky-Interview ziemlich harsch und war auch mit dem Rest des Spiels nur wenig zufrieden: „In der zweiten Halbzeit haben wir es ein bisschen besser gemacht.“ Kurz schien es dann so, als würde Kruse wieder einmal seine Kollegen wachrütteln wollen für den Endspurt der Saison, als er lobte: „Trotzdem sind wir zurückgekommen, da sieht man die Qualität.“

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Das klang positiv, doch der 31-Jährige schob sofort hinterher: „Aber man sieht auch die Defizite. Das deckt sich nicht mit unseren Ansprüchen.“ Wie schon bei der 1:4-Klatsche in Düsseldorf sei die Anfangsphase verschlafen worden. „Vielleicht sind es individuelle Kleinigkeiten, vielleicht ist es die Umsetzung von Taktik, wo der eine oder andere nicht wach genug ist“, meinte Kruse.

Kohfeldt nimmt auch Kruse in die Pflicht

Nun ist es nicht ungewöhnlich, dass ein Kapitän auch mal kritische Worte findet. Aber bei seinem Trainer kam Kruse damit diesmal gar nicht gut an. Kohfeldt war umgehend mit den Aussagen seines Leistungsträgers konfrontiert worden. „Max soll ja auch hohe Ansprüche haben, deswegen habe ich ihn auch gern“, antwortete Kohfeldt bei Sky zunächst noch ganz charmant. Doch dann nahm er sich den Kapitän durchaus ein wenig zur Brust: „Wenn wir darüber reden, warum wir in der ersten Halbzeit ins Schwimmen gekommen sind, und Max die Bilder sieht, dann hoffe ich, hat er sich in die Kritik auch miteingenommen.“ Es war ein klarer Hinweis darauf, dass auch Kruse maßgeblich am schwachen Auftritt der Bremer in der ersten Halbzeit beteiligt gewesen war. Offenbar hätte sich Kohfeldt deshalb etwas mehr öffentliche Zurückhaltung seines Stars gewünscht.

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Werder will nicht ewig auf Kruse-Entscheidung warten

Und nun? Werder kämpft weiter um Europa. Kruse auch – auf dem Platz und vielleicht auch auf dem Transfermarkt. Wenn er in Bremen bleiben will und keine zu hohen Forderungen stellt, wird es zu einer Vertragsverlängerung kommen. Aber Werder wird nicht ewig auf eine Antwort des Kapitäns warten. Und Kohfeldt lässt sich offenbar auch nicht alles von Kruse gefallen. Die Mannschaft steht schließlich über allem, der gute Teamgeist darf nicht gefährdet werden. Kruse trägt da als Kapitän eine besondere Verantwortung.

Quelle: DeichStube

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