Kapitän wartet auf Top-Clubs

Kruse spielt auf Zeit

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Bleibt er? Geht er? Max Kruse weiß das momentan offenbar selbst noch nicht.

Bremen – Erst Johannes Eggestein, dann dessen älterer Bruder Maximilian – es war eine gute Woche für Werders Sportchef Frank Baumann, gar keine Frage.

Schließlich ist es ihm gelungen, dass nach langwierigen Verhandlungen gleich zwei hochgehandelte Spieler, zwei ganz zentrale Figuren in den Bremer Zukunftsplanungen ihren Vertrag mit Werder verlängert haben. Das sorgt für Planungssicherheit, bedeutet das Ende der lästigen Nachfragen. Baumanns Geduld wird in den kommenden Wochen aber weiterhin auf die Probe gestellt – und zwar so richtig. Es geht um Max Kruse. Die einzige Personalie im Kader, die sportlich betrachtet noch ein Regal über den Eggesteins liegt.

Der Kapitän, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, hat sich Werder gegenüber in Sachen Zukunftsplanung nach wie vor nicht klar positioniert und wird es wohl auch so schnell nicht tun. „Da werden wir noch etwas Geduld haben müssen“, sagt Baumann und verrät auch, warum das so ist: „Max möchte abwarten, ob noch ein absoluter Top-Club aus einer Top-Liga kommt.“ Eine Aussage, die durchaus bemerkenswert ist.

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Baumann setzt Kruse kleines Ultimatum

Zur Erinnerung: In den vergangenen Wochen hatten Werders Offizielle Nachfragen zum Thema Kruse stets damit beantwortet, dass es in dieser Sache keinen neuen Stand gebe, dass aktuell der sportliche Erfolg und sonst gar nichts zähle. Alles andere, so der allgemeine Tenor, könne man dann immer noch klären. Floskeln waren das, Ausweichmanöver, was ja auch verständlich ist.

Schließlich könnten in die Öffentlichkeit getragene Details aus dem Verhandlungsverlauf diesen erschweren. Dann lieber nichts sagen. So gesehen verwundert es schon, dass Baumann Kruses Zeitspiel, dessen Warten auf die mögliche Top-Offerte eines großen Vereins, nun derart offen anspricht. Sogar ein kleines, sehr vorsichtig formuliertes Ultimatum gibt der Sportchef seinem Spieler mit auf den Weg: „Wir brauchen für uns irgendwann die Planungssicherheit und sollten bis Mitte, Ende Mai wissen, in welche Richtung es bei Max geht.“

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Kruse steht vor letztem großen Vertrag seiner Karriere

Kruse wird das nicht unter Druck setzen, schließlich hat der passionierte Pokerspieler auch am Verhandlungstisch allerbeste Karten. Werder will ihn unbedingt halten, ist weiterhin bereit, ihm Sonderrechte einzuräumen. Daran ändert sich nichts – egal, ob der Stürmer nun morgen oder erst nach dem letzten Spieltag unterschreibt. Wieso also voreilig handeln?

Kruse, inzwischen 31 Jahre alt, steht vor dem letzten großen Vertrag seiner Karriere. Da möchte er sich möglichst lange alle Optionen offen halten. Mehrfach hatte der Angreifer in den vergangenen Wochen betont, wie wichtig es ihm sei, in der kommenden Saison international zu spielen. Das kann mit Werder immer noch klappen. Muss es aber nicht. Und sollte Kruse dann tatsächlich eine attraktive Offerte ins Haus flattern, möchte er reagieren können. Aber auch nur dann.

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Werder gegenüber habe der Profi laut Baumann signalisiert, dass er für Angebote von „normalen“ Vereinen nicht offen sei. Kommt also nur das Ausland infrage? „Nein“, sagt Baumann, „es gibt keinen Grund, einen Wechsel innerhalb der Bundesliga auszuschließen. Da gibt es ja auch den einen oder anderen Topclub.“

Theoretisch ist vieles möglich also, alles kann, nichts muss. Es ist ein Schwebezustand, der dem Verein nicht gefallen kann, Max Kruse aber offenbar sehr gefällt. Ihn scheint die Situation zu beflügeln, was seit geraumer Zeit Woche für Woche auf dem Platz zu sehen ist. Werder hilft das sportlich weiter. Sehr sogar. Es dürfte aber auch dafür sorgen, dass Kruses Zeitspiel so schnell nicht vorbei sein wird.

Quelle: DeichStube

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