Marins schwerstes Spiel

Bremen - Die schlimmste aller Maßnahmen bleibt Marko Marin erspart. Wenn Werder Bremen heute (17.30 Uhr) seinen Ex-Club Borussia Mönchengladbach empfängt, ist der Mini-Profi (nur 1,70 m groß) dabei. Startelf statt Strafbank nach einer Vorstellung gegen den FK Aktobe, die ein rigides Vorgehen seines Trainers vermuten ließ.

Thomas Schaaf hatte Marin beim 6:3 gegen die Kasachen schon zur Pause vom Platz genommen. Und Kritiker unkten, dass sich der 20-Jährige in den 45 Minuten für Wochen aus der Anfangsformation gespielt hätte. Doch nix da. Schaaf denkt anders und vertraut Marin – auch und vor allem gegen die Borussia. Schaaf hält an ihm fest „Er muss sich bei uns erst noch zurechtfinden. Es ist eine völlig veränderte Situation für ihn“, sagt der Coach über das Mittelfeldjuwel, das bislang viel weniger gefunkelt hat als erhofft.

Doch deshalb lässt Schaaf ihn nicht fallen. „Er muss natürlich noch einige Dinge aufarbeiten. Das fängt bei der Fitness an und gilt auch für die Abstimmung sowie das Verständnis auf dem Platz. Man muss ihm dabei seine Freiheiten lassen, ihm aber auch Hilfe geben, sich zu verbessern.“

Wie das geht? Am besten auf dem Platz, am besten im Ernstfall. Und der Fall heute ist ernst, superernst sogar. Für Marin persönlich, aber auch für Werder insgesamt. Nach einem Start mit nur einem Punkt aus zwei Spielen muss nun der erste Sieg her, damit der Saisonauftakt nicht gleich eine Krise hervorbringt. Noch eine Heimniederlage wie die gegen Eintracht Frankfurt (2:3) wäre eine mittelschwere Katastrophe, weil sich damit erneut bewahrheiten würde, was Werder als schlechten Ruf schon seit der Vorsaison mit sich herumschleppt: gegen die Kleinen wird gegurkt, nur gegen die Großen gezaubert.

Das will heute ausgerechnet der mit 1,70 m Kleinste auf dem Feld verhindern. Marko Marin , der Mini-Dribbler, geht doppelt motiviert in die Partie. Heißmacher eins: das bereits erwähnte Spiel gegen Aktobe vor drei Tagen. „Das war keine gute Leistung von mir“, gibt er zu, „aber das kann vorkommen, darf sich jedoch nicht wiederholen.“ Heißmacher zwei: die Verbundenheit zu und der Zoff mit Gladbach. Als Marin in diesem Sommer für 8,3 Millionen Euro nach Bremen wechselte, karteten die Borussia-Bosse nach und redeten schlecht über den Nationalspieler. Er habe seinen Wechsel unnötig forciert, Gladbach keine Chance gegeben. Doch das, sagt Marin, ist Vergangenheit: „Ich habe persönlich mit niemandem dort ein Problem.“ Im Gegenteil. Er freut sich auf „viele Freunde“, und er freut sich auch, wenn Gladbach punktet. Normalerweise. Nur heute nicht: „Wir brauchen den Sieg.“ Und „wir“, das ist in seinem Sprachgebrauch mittlerweile Werder, nicht mehr die Borussia.

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