Ex-Profi tourt als „Erzähler“ durch Deutschland

Basler wird 50 und verrät Rehhagels Toiletten-Trick

Ex-Werder-Profi Mario Basler feiert seinen 50. Geburtstag.
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Ex-Werder-Profi Mario Basler feiert seinen 50. Geburtstag.

Frankfurt - Viele Werder-Fans werden sich an diesen 25. Februar 1995 ganz sicher noch erinnern: Da setzte Mario Basler in der 82. Minute zu einem schier unglaublichen 70-Meter-Solo an, ließ dabei fünf Leverkusener plus Torwart Rüdiger Vollborn aussteigen und erzielte den 2:1-Siegtreffer. Natürlich wurde es das Tor des Monats Februar. An diesem Dienstag feiert Basler seinen 50. Geburtstag.

Dem „kicker“ hat Basler nun verraten, wie ihn Otto Rehhagel 1993 von Hertha BSC zum SV Werder lotste. Die Bremer Trainerlegende habe ihm am Rande eines Hallenturniers in Berlin auf der Toilette einen Zettel in die Hand gedrückt: „Rufen Sie mich bitte heute Abend an.“ Basler gehorchte. Am Tag danach kam Rehhagel erneut nach Berlin, gut getarnt mit Trenchcoat, Hut und Zeitung vor dem Gesicht, erinnert sich Basler. Er sei schnell überzeugt gewesen. 

Basler mit Bühnenprogramm auf Tour

Mit Werder holte Basler 1994 den DFB-Pokal, 1996 wechselte er zum FC Bayern, 1999 kehrte er zu seinem Jugendclub 1. FC Kaiserslautern zurück. Bei Al-Rayyan im Emirat Katar beendete der technisch so begabte Kicker 2004 seine Karriere als Profi-Fußballer. Wer wissen will, was Mario Basler dabei alles so erlebt hat, der muss sich eine Eintrittskarte kaufen. Seit Wochen tourt der Ex-Nationalspieler mit seinem Bühnenprogramm „Basler ballert“ durch die Republik. 

Nicht unbedingt als Comedian, „erst einmal bin ich nur Erzähler, immerhin sind es ja Geschichten, die ich hautnah erlebt habe“, sagte er dem Sportinformations-Dienst. Gelacht wird trotzdem viel bei den Auftritten des früheren Bundesliga-Profis, der bei seinen Clubs bleibenden Eindruck hinterlassen hat. (Frauen-) Geschichten von der Theke oder aus dem Trainingslager der Nationalmannschaft, Anekdoten über einstige Trainer und Mitspieler – wie schon als Aktiver nimmt Basler kein Blatt vor den Mund. 

Mario Basler in seiner Parade-Disziplin: Freistöße schießen. Hier im Dress des FC Bayern im CL-Finale 1999 gegen Manchester United.

Während seiner Zeit beim Rekordmeister musste der begnadete Freistoßschütze wegen seiner Eskapaden des Öfteren bei Präsident Uli Hoeneß zum Rapport. Aber „ach, ich kam meistens ganz gut aus der Nummer raus“, sagte Basler, der 1996 ohne Einsatz im Turnier Europameister geworden war: „Ich hab es ja auch immer ehrlich zugegeben, wenn ich gefragt wurde. Es gab gar keinen Grund zu lügen.“ Einen zweiten „Super Mario“ wird es kaum wieder geben, meint zumindest das Original. 

„Die Kinder kommen mit elf ins Leistungszentrum und da wird ihnen die Individualität ausgetrieben“, findet der 30-malige Nationalspieler: „Außerdem werden ja nur noch Trainer eingestellt, die den Fußballlehrer mit einer Eins abgeschlossen haben. Die haben natürlich ein anderes Verständnis vom Fußball, als ich es hatte und habe.“ So richtig geklappt hat es bislang nicht mit der Trainerkarriere des Torschützenkönigs von 1995. In Regensburg, Koblenz (als Co-Trainer), Trier, Burghausen, Oberhausen und zuletzt in der fünften Liga bei Rot-Weiß Frankfurt blieben die Erfolge aus. 

Trainer-Job für Basler nach wie vor denkbar

Für Schlagzeilen sorgte Basler eher als TV-Experte oder als Gast in Talkrunden. Versuchen würde er es trotzdem noch einmal, sollte denn ein ernsthafter Interessent anrufen. „Ja, das würde mich schon reizen“, sagte der zweimalige deutsche Meister und DFB-Pokalsieger: „Aber ich würde nicht mehr Vereine trainieren, die keine finanziellen Möglichkeiten und keine Perspektive haben. Das hatte ich vier, fünf Mal. Es müsste schon passen.“ 

Eine vierte Karriere als Funktionär, beispielsweise bei seinem kriselnden Ex-Club Kaiserslautern, scheint dagegen ausgeschlossen. „Der große Vorteil für mich ist: Über gewisse Dinge muss ich mir keine Gedanken machen“, sagte Basler: „Denn weder der FCK noch irgendein anderer Verein würde bei mir anfragen. Ich bin einfach zu unbequem und nehme auch öffentlich kein Blatt vor den Mund. Wenn doch jemand anruft, höre ich es mir aber natürlich an. Es muss aber ein Job mit Entscheidungsgewalt sein, den Laufburschen gebe ich nicht.“ 

(sid)

Quelle: DeichStube

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