Friedl musste viel Kritik einstecken

Werder-Abwehrspieler Marco Friedl nach Länderspiel-Debüt: „Mein Standing ist jetzt ein anderes“

Bremen – Bisher hat Marco Friedl, Verteidiger des SV Werder Bremen, seine Debüt-Trikots fair in der Familie verteilt. Und nach seinem ersten A-Länderspiel für die österreichische Nationalmannschaft bleibt es auch dabei.

Das „Leiberl“, das er vor einer Woche beim 2:1-Testspielsieg über Griechenland getragen hat, wird nun wohl der Opa bekommen. Weil: „Er hat früher viel Zeit mit mir auf dem Fußballplatz verbracht. Er war immer für mich da und hat auch seinen Anteil daran.“ Gemeint ist der Anteil der Karriere von Marco Friedl, die in den vergangenen Wochen zwei große Sprünge gemacht hat: erst in die Innenverteidigung von Werder Bremen und nun auch in die österreichische Nationalelf.

Mit 22 Jahren sind das Meilensteine in der Karriere, und vielleicht wird Marco Friedl irgendwann mal im Rückblick sagen können, dass diese Ereignisse im Herbst 2020 für ihn das Ende der Lehrzeit als Fußball-Profi markierten. Noch traut er sich aber nicht, dies so deutlich zu formulieren. „Mein Standing ist jetzt sicherlich ein bisschen anders geworden. Ich bin reifer und habe auch mehr Selbstvertrauen als vor einem Jahr. Aber ich will noch viel mehr erreichen“, erklärt er und vermischt Zurückhaltung mit Angriffslust.

Werder Bremen: Marco Friedls Platz in der Innenverteidigung ist nicht gesichert

Vielleicht wäre es auch nicht wirklich schlau von ihm, jetzt schon zu viel zu erwarten. Denn weder ist sein Status als Nationalspieler gesichert noch sein Platz in der Innenverteidigung des SV Werder Bremen. Nach dem 90-Minuten-Einsatz gegen Griechenland („Da ist ein Kindheitstraum für mich in Erfüllung gegangen“) habe ihm ÖFB-Trainer Franco Foda zwar „ein gutes Feedback gegeben, er war zufrieden mit mir“, so Marco Friedl, der im Nationalteam auf der linken Seite spielen musste. Eine Garantie auf weitere Einladungen habe Foda aber nicht ausgesprochen. „Ob ich jetzt weiter in der U21 spiele oder dauerhaft ins A-Team aufrücke, ist noch offen. Es geht ja beides. Im November wird der Trainer entscheiden, ob ich wieder dabei bin.“ Dann steht die nächste Länderspielperiode an.

Werder Bremen: Marco Friedl hat Niclas Moisander auf die Bank verdrängt

Bis dahin muss sich Friedl, der wegen der Corona-Einschränkungen für die auf das Griechenland-Match folgenden Nations-League-Partien in den Risikogebieten Nordirland (1:0) und Rumänien (heute, 20.45 Uhr) verzichten musste, weiter in der Stammelf des SV Werder Bremen festbeißen. Die ersten drei Punktspiele hat der 22-Jährige alle als Innenverteidiger von Anfang bis Ende an bestritten, hat dabei Kapitän Niklas Moisander auf die Bank verdrängt. Obwohl das eine für Friedl sehr gute Entwicklung ist, über die er „sehr glücklich“ ist, bleibt doch die Frage nach der Nachhaltigkeit. Ist er wirklich an Moisander vorbeigezogen? Ist er bei Trainer Florian Kohfeldt tatsächlich dauerhaft erste Wahl in der Innenverteidigung? Marco Friedl weiß, dass er selbst die Antwort in den Händen hält: „Ich will auch in den nächsten Wochen spielen. Dafür muss ich weiter im Training Gas geben.“

Marco Friedl flog bei Werder Bremen aus der Startelf

Kohfeldt hatte von dem Österreicher in der Saisonvorbereitung deutlich mehr Konstanz eingefordert – und volle Konzentration in jedem Augenblick des Spiels. „Er muss einfach wissen, dass er dranbleiben muss. Dann ist er auf dem Weg zu einem guten Innenverteidiger in der Bundesliga. Das zu schaffen, traue ich ihm zu“, hatte der Coach gesagt. Etwa sechs Wochen ist das her, und Marco Friedl hatte damals offenbar verstanden, was gemeint war. So wie er auch vor einem Jahr begriff, was Sache war. Nach elf Spielen in der Startelf des SV Werder Bremen (damals als Vertreter von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson) flog er aus dem Team, kassierte wegen schwacher Leistungen auch medial Kritik. „Es war das erste Mal, dass ich im Profi-Geschäft so angezählt worden bin“, erinnert sich Friedl und bekennt: „Damit hatte ich schon zu kämpfen. Aber ich habe meine Lehren daraus gezogen und konnte anschließend zeigen, dass ich es besser kann.“ (csa)

Rubriklistenbild: © Andreas Gumz

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