Aufsichtsratschef Marco Bode sieht keinen erhöhten Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt

„Wir haben keine Notlage im Kader“

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Hat er Recht? Marco Bode sagt, der aktuelle Kader ist stark genug für den Abstiegskampf.

Belek - Rückblende: Als Marco Bode vor etwa einem Vierteljahr den Posten des Aufsichtsratsvorsitzenden der Werder Bremen GmbH und Co. KG übernahm, begleitete ihn ein viel beachteter Satz. Bode hatte eine „maßvolle Verschuldung“ zu Gunsten neuer Spieler in Aussicht gestellt. Viele sahen darin einen Kurswechsel in der Finanzpolitik des Clubs, manche sogar ein Versprechen. Beides ist nicht richtig. Denn Bode erklärt, dass Soforthilfen für die Mannschaft nicht zwingend notwendig seien. „Ich sage nicht, dass wir nichts tun. Aber wir haben keine Notlage im Kader“, behauptet er.

Zur Argumentation zieht der 45-Jährige die Entwicklung der Mannschaft unter Trainer Viktor Skripnik heran. Acht Spiele, 13 Punkte – diese Ausbeute habe gezeigt, „dass wir mit den aktuellen Voraussetzungen in der Liga bestehen können. Wir haben ein gutes Team. Und es gibt keinen Spieler – auch nicht einen für 20 Millionen –, der uns garantiert, dass es mit ihm richtig vorwärts geht.“

Das hört sich nicht danach an, als ob Werder in den verbleibenden 17 Tagen der Transferperiode noch zum Angriff auf namhafte und deshalb teure Neuverpflichtungen für das Mittelfeld oder die Abwehr blasen würde. Dabei wird die von Bode negierte Notwendigkeit mittlerweile sogar aus der Mannschaft heraus angemahnt. Kapitän Clemens Fritz hatte zuletzt aufgezeigt, dass Werders Decke an erfahrenen Spielern zu dünn ist. Das darf als Aufforderung verstanden werden, mindestens einen oder sogar mehrere im Abstiegskampf erprobte Akteure zu verpflichten.

Bode wäre nicht Bode, wenn er dieses Thema nicht elegant entschärfen und dabei jegliche konkrete Stellungnahme vermeiden könnte. Seine Taktik: Erstmal beipflichten. Also sagt er, dass Fritz „genau das sagt, was ich auch sage: Es geht nicht nur mit Talenten. Wir sind keine U21-Mannschaft, brauchen eine gute Ausgewogenheit.“ Dann Schritt zwei: Die Notwendigkeit indirekt in Abrede stellen: „Wir haben erfahrene Spieler im Kader und auch im Mittelbau welche, die Verantwortung tragen können.“ Und schließlich: Die Gedanken in eine andere Richtung lenken. „Ältere Spieler“, meint Bode, „spüren den Druck fast noch mehr als ein junger Spieler. Erfahrung ist zwar eine Stärke, jugendliche Unbekümmertheit aber auch. Ich glaube, dass sich das ein Stück weit ausbalanciert.“

Also: keine Soforthilfe in diesem Winter? Natürlich sagt der Bremer Aufsichtsratschef weder Ja noch Nein. Von ihm heißt es weiterhin: „Wir werden schauen, was es für Möglichkeiten gibt und dann entscheiden.“ Hinhaltetaktik. Und was die Möglichkeit der Reinvestition eingesparter Spielergehälter oder die einst in Aussicht gestellte „maßvolle Verschuldung“ betrifft, gilt bei dem ehemaligen Nationalspieler ohnehin das Gesetz des Schweigens: „Wir haben einen Rahmen abgesteckt, den bei uns jeder kennt. Wie groß die Spielräume finanzieller Art bei uns sind, gehört aber nicht in die Zeitung.“

csa

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